Fragen & Antworten zur Berufsunfähigkeitsversicherung


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Auf Experte24 finden Sie umfangreiche Informationen zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung. Falls trotzdem noch Unklarheiten bestehen, haben wir hier noch einmal die häufigsten Fragen zusammengefasst und verständlich beantwortet.

Was ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung?

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung handelt es sich um Tarife der Versicherungen in Deutschland, mit denen Erwerbstätige ihre Fähigkeit zur Berufsausübung finanziell absichern können. Da der Staat im Rahmen der Erwerbsminderungsrente nur noch sehr geringe Leistungen erbringt, wenn ein deutscher Erwerbstätiger aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr seinem Beruf nachgehen kann, hat sich die private Absicherung durch eine BU Versicherung in den letzten Jahrzehnten immer stärker etabliert. Nach aktuellen Untersuchungen erreicht bereits jeder vierte deutsche Berufstätige nicht mehr das gesetzliche Rentenalter und scheidet vorher aus dem Berufsleben aus, was Einbußen bei den Ersatzleistungen sowie beim späteren Rentenbezug mit sich bringt. Um die eigene Existenz abzusichern, stellt die private Berufsunfähigkeitsversicherung für zahllose Bundesbürger eine unerlässliche Grundlage dar, viele Versicherungsexperten halten den BU Schutz daher für eine der wichtigsten Tarifvarianten der heutigen Zeit. Die BU Versicherung wird stets auf einer individuellen Grundlage tarifiert, in die neben dem Alter und dem Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers auch dessen Beruf mit seinen jeweiligen Risiken einfließt.

Was genau ist unter einer Berufsunfähigkeit zu verstehen?

Als Berufsunfähigkeit wird ein Zustand bezeichnet, nachdem ein Erwerbstätiger aus körperliche, geistigen oder psychischen Gründen nicht mehr in der Lage ist, seinem erlernten Beruf bzw. dem in den Versicherungsbedingungen genannten Beruf nachzugehen. Für Leistungen aus einem Vertrag zur Berufsunfähigkeit muss eine längerfristige Erwerbsminderung vorliegen, bei einer Krankheit von wenigen Tagen oder Wochen wird somit nicht von einer Berufsunfähigkeit gesprochen. Die Absicherung des Risikos Berufsunfähigkeit bezieht sich stets auf einen bestimmten Beruf, der Berufswechsel ist somit der Versicherung anzuzeigen. Da jedes Berufsfeld seine eigenen Risiken für die Gesundheit des Versicherten mit sich bringt, ist eine Neutarifierung bei vielen Versicherungen üblich, um den Schutz vor Berufsunfähigkeit auf die jeweils neue Situation im Arbeitsleben anzupassen.

Wodurch unterscheiden sich Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit?

Die meisten Versicherungen in Deutschland machen sowohl eine Absicherung des Risikos Berufsunfähigkeit wie des Risikos Erwerbsunfähigkeit möglich, beide unterscheiden sich im Wesentlichen durch den Grad der gesundheitlichen Einschränkung, der zu einer längerfristigen Einschränkung der eigenen Arbeitsfähigkeit führt. Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung gelten die Versicherungsleistungen dabei ausschließlich für den Beruf, der zuletzt ausgeübt wurde bzw. der im Vertrag explizit als Beruf angegeben wurde. Sollte dieser Beruf nicht mehr ausgeübt werden können und die Vertragsklausel der abstrakten Verweisung nicht Teil des BU Vertrags sein, erhält der Versicherte die zugesicherten Leistungen, wenn er den genannten Beruf nicht mehr im geforderten Maße ausüben kann. Sollte er dennoch in der Lage sein, eine weniger anstrengende Arbeit durchzuführen, führt dies nicht zur Einstellung seiner BU-Rente. Leistungen aus einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung werden hingegen erst dann erbracht, wenn der Versicherte in keiner Weise mehr für den Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, seine Erwerbsfähigkeit somit komplett eingebüßt hat. Diese Situation tritt seltener als der Leistungsfall einer BU Versicherung ein und legt daher eine höhere Leistungssumme zur Absicherung der eigenen Existenz nahe.

Wodurch unterscheiden sich Berufsunfähigkeitsversicherung und Unfallversicherung voneinander?

Der wesentliche Unterschied zwischen einer Unfallversicherung und einem Berufsunfähigkeitsschutz ist die Zeitspanne, über welche der Versicherte nach einem Unfall oder einer Erkrankung nicht in der Lage ist, am Berufsleben in gewohnter Weise teilzuhaben. Bei einer akuten Einschränkung, die oftmals nur wenige Wochen oder Monate dauert, erbringt die Unfallversicherung ihre Leistungen, wobei der Name bereit andeutet, dass die gesundheitliche Einschränkung Folge eines Unfalls sein muss. Leistungen der Unfallversicherung sind z. B. das Krankengeld für die Zeit eines Krankenhausaufenthaltes oder während der Rehabilitationsphase, der Verlust von Gliedmaßen oder andere dauerhafte Einschränkungen wird einmalig vergütet. Der Schutz der Berufsunfähigkeitsversicherung ist hingegen auf lange Zeit ausgerichtet, die meisten Versicherer verlangen für die Auszahlung von Leistungen eine Bestätigung des Arztes, dass der Versicherte länger als sechs Monate nicht mehr in seinem gewohnten, beruflichen Umfeld tätig werden kann. Für lediglich für wenige Monate aufgrund eines Unfalls aus dem Berufsleben ausscheidet, kann folglich nicht auf Leistungen aus seinem BU Vertrag vertrauen und sollte alternativ eine Unfallversicherung abschließen. Neben Unfällen erbringt die Berufsunfähigkeitsversicherung zudem Leistungen bei schweren Erkrankungen.

Was ist bei der Suche nach einer passenden Berufsunfähigkeitsversicherung zu beachten?

Besonders wichtig beim Abschluss einer BU Versicherung ist die ausreichende Höhe des Versicherungsschutzes sowie die Vermeidung von ausschließenden Klauseln für die Erbringung der Versicherungsleistungen. Die Höhe der monatlichen BU Rente sollte nach Meinung vieler Experten nicht weniger als 75 Prozent des letzten Nettoeinkommens betragen, um die eigenen Lebensverhältnisse in gewohnter Weise absichern zu können. Sollten weitere finanzielle Spielräume gegeben sein, legen viele Experten für eine umfassende Absicherung Werte bis zu 100 Prozent des Nettoeinkommens nahe, um so auch auf steigende Lebenshaltungskosten und zusätzliche Unkosten wie den regelmäßigen Erwerb von Medikamenten eingestellt zu sein. Beim BU Vertrag auszuschließen ist die sogenannte abstrakte Verweisung, mit der eine Versicherung Leistungen durch den Verweis auf die Ausführung einer weniger schweren Tätigkeit in einem anderen Berufsbereich verweigern kann. Abstrakt ist die Verweisung, weil der Arbeitsplatz nicht konkret zu benennen ist und schlimmstenfalls gar nicht auf dem aktuellen Arbeitsmarkt entdeckt werden kann. Letztlich ist auch auf möglichst kurze Wartezeiten zu achten, die zwischen Versicherungsbeginn und potenzieller Auszahlung von BU-Leistungen verstreichen muss.

Zu welchem Zeitpunkt sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden?

Grundsätzlich empfiehlt es sich, möglichst früh im Leben einen Vertrag über das Risiko Berufsunfähigkeit abzuschließen. Grund hierfür ist, dass jeder BU Vertrag nach individuellen Voraussetzungen tarifiert wird und so Faktoren wie das Alter und der Gesundheitszustand zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses mit einfließt. Da jüngere Versicherungsnehmer meist noch über eine gute bis sehr gute Gesundheit verfügen, müssen diese deutlich weniger Angst vor der Gesundheitsprüfung und den hiermit verbundenen Konsequenzen haben. Auch bei einem unveränderten Gesundheitszustand steigt der Beitrag zu einer BU Versicherung mit jedem Jahr, in dem der Versicherungsnehmer altert. In späteren Jahren wird ein Vertragsabschluss deutlich teurer, vor allem im Fall einer bereits eingetretenen Krankheit. In diesem Fall ist vielen Versicherungen das Risiko einer Absicherung sogar zu groß, so dass der gewünschte Versicherungsschutz gar nicht erst zustande kommt.

Kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch nach einer einmaligen Ablehnung abgeschlossen werden?

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, bei der gleichen oder einer anderen Versicherungsgesellschaft auch nach der Ablehnung einer Berufsunfähigkeitsversicherung einen neuen Antrag zu stellen – die Chancen auf eine Gewähr sind allerdings gering. Zwar bewertet die verschiedenen Versicherer die gesundheitlichen Risiken des Antragsstellers stets etwas unterschiedlich, allerdings dürfte die Ablehnung aufgrund der Schwere bzw. Vielzahl an Erkrankungen nahezu übergreifend bei allen Versicherungen als Hindernis angesehen werden. Die Versicherungen führen zudem eine schwarze Liste, aus der sich abgelehnte Antragssteller mit einer Vielzahl von Vorerkrankungen herauslesen lassen. Grundsätzlich besteht bei manchen Gesellschaften die Möglichkeit, einzelne Risiken auszuschließen, um den Beitrag zu reduzieren oder überhaupt in den Schutz einer Berufsunfähigkeitsversicherung aufgenommen zu werden. Für den Versicherten bedeutet dies allerdings das Risiko, gerade bei Ausscheiden aus dem Berufsleben mit einer bereits bekannten Schwäche keine finanziellen Leistungen des Versicherers zu erhalten.

Aus welchen Gründen sollte eine Vorabanfrage anonym erfolgen?

Viele Versicherungen machen es heutzutage möglich, über einen Tarifrechner oder einer Anfrage per E-Mail Kontakt aufzunehmen und dabei schon grundlegende Informationen über die eigene Person und ihren Gesundheitszustand einzugeben. Eine derartige Anfrage sollte deshalb anonymisiert durchgeführt werden, damit die Versicherung keine Rückschlüsse auf eine spätere Antragsstellung vornehmen kann. Beispielsweise kann den einzelnen Versicherten interessieren, wie sich verschiedene Berufsbilder oder die Angabe einzelner Erkrankungen auf den Versicherungstarif auswirken, auch wenn diese Angaben gar nicht der eigenen Lebenswirklichkeit entsprechen. Bei Angabe dieser Daten mit echtem Namen und Adresse dürfte die Versicherung die vorgenommenen Eingaben allerdings abspeichern und so Rückschlüsse auf die eigene Person ziehen, die schlimmstenfalls falsch sind. Möglicherweise entsteht dann bei der echten Anfrage auf Versicherungsschutz der Eindruck, der Antragssteller würde der Versicherung nun einige Schwächen oder Vorerkrankungen verschweigen. Eine anonyme Durchführung der ersten Anfrage ist damit in jedem Fall anzuraten und hilft dabei, nicht vorschnell von der Versicherung in einer bestimmten Art und Weise eingestuft zu werden.

Wie werden die Beiträge bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung berechnet?

Die Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung werden stets auf individueller Basis kalkuliert, eine Vielzahl von Faktoren spielt hierbei ein. Wesentliche Kriterien sind das Alter sowie der Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers, ebenso wie der aktuell ausgeübte Beruf. Mit den erstgenannten Angaben versucht die Versicherung einzuschätzen, wie gesund der Antragssteller ist und mit welchem Risiko daher gerechnet werden muss, dass dieser frühzeitig aus dem Berufsleben ausscheidet. Durch Angabe des Berufs findet ebenfalls eine Einschätzung des Risikos statt, da nicht jede Berufsgruppe in gleicher Weise körperliche oder psychische Belastungen mit sich bringt und ein vorzeitiges Ausscheiden somit mehr oder weniger wahrscheinlich ist. Die Versicherungen orientieren sich hierbei vorrangig an Statistiken und gleichen die Angaben des Antragsstellers mit den erhobenen Daten ab, wie häufig ein Versicherungsnehmer mit ähnlichen Angaben Leistungen aus dem BU Schutz in Anspruch nehmen musste. Aus dieser Vielzahl an Angaben und Faktoren wird unter Berücksichtigung des gewünschten Leistungsumfangs abschließend der individuelle Versicherungsbeitrag ermittelt.

Kann die Beitragszahlung im Falle einer Arbeitslosigkeit ausgesetzt werden?

Wurde ein eigenständiger Vertrag über eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, sieht aktuell keine Versicherung in Deutschland die einfache Beitragsbefreiung im Falle einer Arbeitslosigkeit vor. Grundsätzlich kann sich der Versicherte dazu entscheiden, den Beitrag für die Phase einer Arbeitslosigkeit stark zu reduzieren und hierdurch auch die Leistungen seines Vertrags abzusenken. Der Nachteil besteht in einer erneut vorzunehmenden Gesundheitsprüfung, falls nach einigen Monaten oder Jahren wieder die Steigerung der Leistungen auf das bisherige Niveau gewünscht wird. Bei Kombiverträgen, z. B. bei der Verbindung des BU-Schutzes mit einer Risikolebensversicherung, verhält es sich etwas anders. Hier kann der Versicherte von den fortlaufenden Beiträgen für den gesamten Versicherungsschutz befreit werden, allerdings eher im Szenario einer eingetretenen Berufsunfähigkeit. Anstelle hier noch weiteres Geld für die Risikolebensversicherung oder ähnliche Kombiprodukte zahlen zu müssen, findet je nach Tarif die komplette Beitragsbefreiung für die gekoppelten Versicherungsleistungen statt.

Was passiert, wenn erst eine Arbeitslosigkeit und dann eine Berufsunfähigkeit eintritt?

Die Berufsunfähigkeit bei zuvor eingetretener Arbeitslosigkeit ist ein komplexes Thema, ein gezielter Blick in die Vertragsbedingungen der einzelnen Versicherungen ist dringend anzuraten. Im Wesentlichen ist hierbei zu klären, ob sich die Versicherung die Möglichkeit der abstrakten Verweisung offenhält, d. h. den Versicherungsnehmer auf einen anderen Berufsbereich mit einer geringeren Belastung für die eigene Gesundheit verweisen zu können. Wer über einen längeren Zeitraum arbeitslos war und hiernach Leistungen aus seinem BU Vertrag beziehen möchte, kann in dieser Situation schlimmstenfalls auf andere Berufe verwiesen werden, die bei der Arbeitssuche zu berücksichtigen sind und somit keine Leistungen aus dem Berufsunfähigkeitsvertrag mit sich bringen. Individuell durch den Versicherer wird dabei noch die Dauer der Arbeitslosigkeit sowie das Berufsbild geprüft, da z. B. in der IT-Branche eine längere Arbeitslosigkeit mit einem Verlust von Wissen in der technischen Weiterentwicklung verbunden ist. Fehlt in einem Versicherungsvertrag die Klausel einer abstrakten oder konkreten Verweisung, sind die Aussichten auf Gewähr der gewünschten Leistungen deutlich besser, ein individueller Blick auf diesen Sonderfall bei Vertragsabschluss ist allerdings vorzunehmen.

Werden bei Auszahlung einer BU-Rente Arbeitslosengeld bzw. Hartz IV weiter gewährt?

Die Sozialleistungen des Gesetzgebers wie z. B. das Arbeitslosengeld oder Ersatzleistungen nach dem Hartz IV Konzept werden stets nach der individuellen Bedürftigkeit vergeben. Für den einzelnen Versicherten heißt dies, dass der Staat eine Überprüfung der finanziellen Mittel vornimmt, die der eigenen Person für den Lebensunterhalt zur Verfügung stehen. Bei einer hohen BU Rente werden demnach keine Sozialleistungen mehr zur Existenzsicherung gewährt, bei einer niedrigen BU Rente kann dies zumindest zu einer Kürzung verschiedener Sozialleistungen führen. Hieraus sollte nicht der falsche Schluss gezogen werden, dass der Abschluss einer BU Versicherung nicht lohnt, im Gegenteil: Die Sozialleistungen des Staates dürften kaum zur Sicherung der Existenz reichen, so dass eine höher dotierte Berufsunfähigkeitsversicherung unbedingt anzuraten ist. Aus den genannten Gründen sollte daher nicht dauerhaft ein BU Schutz mit einer sehr geringen Rentenleistung geführt werden, diese kann lediglich in jungen Jahren einen Einstieg zu günstigen Vertragskonditionen darstellen. Beim Vertragsabschluss ist darauf zu achten, dass die Versicherungsleistungen später noch aufgestockt werden kann.

Muss ich auf meine BU-Rente Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen?

Für eine Beitragspflicht oder -befreiung spielt es im Wesentlichen eine Rolle, ob der Versicherungsnehmer gesetzlich pflichtversichert ist oder freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung. Zudem muss unterschieden werden, ob die BU Rente bzw. Erwerbsminderungsrente vom Staat, aus einem privaten Versicherungsvertrag oder im Rahmen der betrieblichen Absicherung abgeschlossen wurde. Beitragsfrei bleibt die privat abgeschlossene Berufsunfähigkeitsversicherung für alle gesetzlich Pflichtversicherten. Für diese gilt umgekehrt eine zwingende Beitragspflicht, sofern es sich um eine betrieblich oder gesetzlich gewährte Ersatzleistung handelt. Für freiwillig Versicherte hängt die Beitragspflicht entscheidend von den Regelungen des jeweiligen Versorgungswerkes ab, üblicherweise wird hier ein Blick auf die gesamten Einnahmen des Betroffenen geworden, wozu neben einer BU Rente weitere Arbeitseinnahmen, Versorgungsbezüge und sonstige Einnahmen zu zählen sind. Orientiert an dieser Gesamtsumme an Einnahmen findet eine Berechnung der anfallenden Beiträge für den Kranken- und Pflegeversicherungsträger statt.

In welcher Form wird die Berufsunfähigkeitsversicherung versteuert?

Grundsätzlich handelt es sich bei einer Berufsunfähigkeitsrente um eine sogenannte abgekürzte Leibrente, die als Einnahme zu versteuern ist. Hierbei findet für Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrenten nicht die Versteuerung der Gesamtsumme, sondern des sogenannten Ertragsanteils statt. Die Versteuerung dieses Anteils erfolgt gestaffelt, die Höhe der Steuer steigt mit längerer Bezugsdauer der BU Rente an. Erzielt der Versicherte neben seiner BU Rente noch ein weiteres Einkommen, so hat er die Ertragsanteile seiner Berufsunfähigkeitsversicherung in der gleichen Höhe zu versteuern, wie er auch den Rest seines Einkommens zu versteuern hat. Die Steuerpflicht gilt auch für betrieblich abgeschlossene BU-Verträge, wobei diese genau wie private BU-Verträge zu versteuern sind, sofern es während der Ansparphase nicht zu einer steuerlichen Begünstigung des Vertrags gekommen ist. Erreicht der Versicherungsnehmer mit seinem Einkommen inklusive BU Rente nicht den Grenzbetrag von 7.664 Euro pro Jahr (Stand: 2012), so bleibt die Rente wie der Rest seines Einkommens in jedem Fall steuerfrei.

Kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung gekündigt werden?

Die Kündigung einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist wie bei jedem privat abgeschlossenen Versicherungsvertrag unter Einhaltung bestimmter Fristen ohne weiteres möglich, sollte jedoch gut überdacht werden. Üblicherweise kann die Versicherung nicht binnen der ersten Monate oder Jahre nach Versicherungsbeginn gekündigt werden, was explizit durch die Vertragskonditionen festgelegt wird. Hiernach ist eine jährliche Kündigung zum Ende eines Versicherungsjahres möglich, wobei der Kündigungswunsch der Versicherung mit einer Frist von drei Monaten schriftlich einzureichen ist. Bei manchen Versicherungen kann bei Beginn der Vertragslaufzeit vereinbart werden, dass der Versicherte binnen der ersten fünf oder sogar zehn Jahre den BU Schutz nicht kündigt, was zu einer Absenkung der Versicherungsbeiträge führt. Eine Kündigung sollte grundsätzlich nur dann ausgesprochen werden, wenn der Schutz durch den Vertrag nicht mehr gebraucht oder keine andere finanzielle Möglichkeit mehr gesehen wird. Wird Monate oder Jahre nach einer Kündigung ein neuer BU Schutz angestrebt, ist durch die erneute Gesundheitsprüfung sowie das gestiegene Lebensalter mit einem deutlich höheren Versicherungsbeitrag zu rechnen.

Wie findet die Versicherungsgesellschaft etwas über meinen Gesundheitszustand heraus?

Angaben über den Gesundheitszustand macht der Versicherungsnehmer zunächst selbst im Rahmen der sogenannten Gesundheitsprüfung. Diese wird bei der Antragsstellung ausgefüllt und macht eine Angabe aller bekannten Erkrankungen und Behandlungen in den letzten Jahren nötig. Das Ausfüllen der Gesundheitsprüfung sollte dabei stets gewissenhaft erfolgen, bekannte gesundheitliche Risiken sollte der Versicherung zu Gunsten eines etwas geringeren Beitrags nicht verschwiegen werden. Da bei der Gesundheitsprüfung üblicherweise auch der Hausarzt bzw. behandelnde Ärzte genannt werden, hat die Versicherung bei Zweifeln die Möglichkeit, mit diesen in Kontakt zu treten und von fachlicher Seite aus etwas über den Gesundheitszustand zu erfahren. Dies gilt nicht alleine beim Abschluss des Vertrags, sondern auch beim eingetretenen Leistungsfall. Nicht selten stellt sich in der Praxis heraus, dass ein Versicherter zu diesem Zeitpunkt schon Symptome oder Erkrankungen kannte, diese jedoch der Versicherung nicht meldete. Leistungen sind in diesem Betrugsfall nicht mehr von der Versicherungsgesellschaft zu erwarten, bei manchen Gesellschaften gilt sogar eine Nachmeldepflicht für besonders schwere Erkrankungen.

Lässt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei einer kürzlich absolvierten Psychotherapie abschließen?

Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nach einer vor kurzem absolvierten Psychotherapie ist bei faktisch allen Versicherungen nicht möglich. Den Versicherern ist das Risiko zu groß, dass bei psychischen Belastungen in einem therapierbaren Ausmaße schnell weitere psychische Probleme auftreten, die zu einer dauerhaften Berufsunfähigkeit führen. Allerdings kann der Abschluss einer BU Versicherung ohne weiteres gelingen, wenn die Psychotherapie bereits einige Jahre zurückliegt. Üblicherweise wird bei der Gesundheitsprüfung nach einer entsprechenden Behandlungsmaßnahme gefragt, der angefragte Zeitraum beträgt im Regelfall fünf Jahre. Sollte die Psychotherapie folglich länger als fünf Jahre zurückliegt, ist diese nicht bei der Antragsstellung anzugeben und stellt somit auch keinen Hinderungsgrund für das Zustandekommen eines BU-Vertrags dar.

Lässt sich auch mit einer oder mehreren, schwerwiegenden Vorerkrankungen ein sinnvoller BU-Schutz finden?

Gerade bei mehreren schwerwiegenden Vorerkrankungen ist es sehr schwierig zu einem Vertragsabschluss im Bereich der Berufsunfähigkeit zu gelangen. Die Ablehnung des Versicherers aus Gründen einer oder mehrerer Vorerkrankungen gehört zu den häufigsten Gründen, warum ein Versicherungsschutz seitens des Versicherers nicht zustande kommt. Je nach Art der Vorerkrankung und ihrer versicherungstechnischen Bewertung bieten manche Versicherungen allerdings Sonderzuschläge an, d. h. der Versicherungsschutz kommt zu einem höheren Beitrag zustande. Auch denkbar ist der gezielte Leistungsausschluss, der Versicherung erbringt seine Leistungen also nur bei einer Berufsunfähigkeit, die nicht in Verbindung mit den bekannten Vorerkrankungen entstanden ist. Wer ausschließlich über eine schwerwiegende Vorerkrankung verfügt, sollte vor einer voreiligen Zustimmung zu diesen Sonderkonditionen besser die Versicherungsangebote verschiedener Versicherer überprüfen. Nicht alle Versicherungen schätzen das individuelle Risiko auf gleiche Weise ein, bei manchen Gesellschaften lässt sich so möglicherweise um einen Risikozuschlag herumkommen.

Werden alle meine Vorerkrankungen aktuell bei meiner Krankenkasse oder einer anderen Institution gespeichert?

Nein, aktuell wird keine umfassende Abspeicherung sämtlicher Krankheitsbilder und Behandlungsmaßnahmen bei einer zentralen, staatlichen Stelle oder der gesetzlichen Krankenkasse vorgenommen. Zwar besitzt die zuständige Krankenkasse einen Einblick über die im ablaufenden Jahr vorgenommenen Behandlungen und hiermit verbundenen Kosten, allerdings auch nur in verschlüsselter Form. Eine Anfrage bei der Krankenkasse bei Antragsstellung auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung muss der potenzielle Versicherungsnehmer daher nicht fürchten, da die vorliegenden Daten keine fundierte Aussage über vorhandene Vorerkrankungen und Krankheitsbilder zulassen. Sowohl für den einzelnen Patienten wie auch für die Versicherung ist gerade mit einer größeren Zeitspanne der jeweils behandelnde Arzt der richtige Ansprechpartner, um einen Einblick in potenzielle Vorerkrankungen zu erhalten.

Wann müssen auch länger zurückliegende Erkrankungen bei der Gesundheitsprüfung genannt werden?

Im Wesentlichen ist hier auf den Wortlaut der Gesundheitsprüfung zu achten, der sich auf Vorerkrankungen bezieht. Bei den meisten Versicherungen hat es sich etabliert, nach Erkrankungen über den Zeitraum der letzten fünf bzw. zehn Jahre zu fragen, letzteres auch nur im Fall von schwerwiegenden Erkrankungen oder Operationen. Mit der Fragestellung möchten die Versicherungen erfahren, wegen welcher Beschwerden in den vergangenen Jahren der Besuch eines Arztes vorgenommen wurde und für welche Krankheitsbilder eine Behandlung stattgefunden hat. Sollte ein Antragssteller über die Fragestellung unsicher sein und nicht genau wissen, welche Erkrankungen er hier anzugeben hat, ist der direkte Kontakt mit der Versicherung bzw. dem Makler zu suchen. In keinem Fall sollte vergessen werden, dass falsche oder nicht ausreichende Angaben bei der Gesundheitsprüfung schnell dazu führen können, dass der Versicherer im Leistungsfall die zugesagte BU Rente nicht zu erbringen hat.

Wie kann ich bei der Berufsunfähigkeitsversicherung die fortschreitende Inflation berücksichtigen?

Eine dynamisch um einen bestimmten Prozentsatz in der Leistungsphase anwachsende Berufsunfähigkeitsrente wird aktuell von keiner Versicherung in Deutschland angeboten. Wer dennoch den fortschreitenden Anstieg der Lebenshaltungskosten mit ausreichenden Leistungen seines BU-Vertrags ausgleichen möchte, hat hierzu zwei grundlegende Möglichkeiten. Zum einen lässt sich eine Beitragsdynamik während der Ansparphase vereinbaren. Bei dieser werden die monatlichen Beiträge mit jedem Jahr um einen festen Prozentsatz erhöht, woraufhin sich auch die Auszahlungsleistungen des BU-Vertrags im Leistungsfall erhöhen. Bei der Antragsstellung sollte überprüft werden, in welchem Maße sich die Rentenleistungen durch die Dynamik erhöhen und ob dies realistisch die zu erwartende Inflation ausgleichen kann. Zum anderen besteht die Möglichkeit, auf die Dynamik zu verzichten und bereits im Moment des Vertragsabschlusses auf eine Ablaufleistung zu vertrauen, die 100 Prozent des letzten Nettoeinkommens oder sogar mehr beträgt. Mit diesen Leistungshöhen ist der Versicherte auch auf die Inflation und somit auf einen schleichenden Verfall des Geldwertes eingestellt. Für die zweite Variante sind allerdings bereits ab dem Versicherungsbeginn verhältnismäßig hohe Beiträge für den BU-Schutz zu zahlen. [/ts_tab]

Wann werden Leistungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung gewährt?

Die Auszahlung der vereinbarten Berufsunfähigkeitsrente erfolgt nach Erreichen eines bestimmten Grads der Berufsunfähigkeit, der bei allen Standardtarifen auf 50% angesetzt ist. Im Wesentlichen unterliegt es dabei dem behandelnden Hausarzt, den Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers zu überprüfen und zu ermitteln, zu welchem Anteil Tätigkeiten des beruflichen Alltags nicht mehr aufgrund von körperlichen, geistigen oder psychischen Beschwerden ausgeübt werden können. Sollten dies 50% oder mehr der anfallenden Tätigkeiten sein, gewährt eine BU Versicherung die vereinbarte Rente und dies üblicherweise direkt in vollem Umfang. Die Leistungen des BU Vertrags gestalten sich somit nicht wie bei der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente, bei der die Stundenzahl der täglichen Erwerbsfähigkeit einen direkten Einfluss auf die Auszahlungshöhe der Erwerbsminderungsrente nimmt. Wichtig für die Gewähr der Leistungen eines BU Vertrags ist zudem, dass die Einschränkung der Berufsunfähigkeit langfristig gegeben ist, im Regelfall verlangen die Versicherungsverträge eine Unfähigkeit über mehr als sechs Monate hinaus. Die Leistungen des BU Vertrags werden dann wieder eingestellt, wenn der Versicherte zu einem besseren Gesundheitszustand zurückkehrt.

Werden die Leistungen aus einem BU-Vertrag garantiert gewährt?

Sollten die Voraussetzungen für Zahlungen aus einem BU Vertrag vorliegen, also z. B. eine in der Branche übliche Erwerbsminderung von 50 Prozent, kann bis zum Ende der Vertragsdauer mit einer garantierten BU Rente gerechnet werden. Die Ansprüche aus dem Vertrag verfallen unabhängig vom Ende des Versicherungsverhältnisses nur dann, wenn eine Verbesserung des Gesundheitszustands des Versicherungsnehmers eintritt und dieser wieder dem Berufsleben zu mehr als 50 Prozent zur Verfügung steht. Die Höhe der monatlichen Rente ist hingegen nicht garantiert, besser gesagt lassen sich verschiedene Tarife mit einer unterschiedlichen Garantiesumme abschließen. Grundsätzlich wird in einem BU Vertrag eine Grundsumme niedergeschrieben, die als monatliche BU Rente ausgezahlt wird und die als Garantiezahlung angesehen werden kann. Da der Versicherer bemüht ist, mit den eigenen Beitragsanteilen noch Überschüsse zu erzielen, ergeben sich möglicherweise höhere Rentenzahlungen, die allerdings nicht garantiert werden. Wer sich eher für ein fondsgebundenes Modell zur Finanzierung seiner Berufsunfähigkeitsversicherung entscheidet, erhält eine etwas geringere Garantiehöhe für seine BU Rente als bei einer eher konservativen Finanzierung und Anlagestrategie.

Welche Auswirkungen hat ein Berufswechsel und muss dieser der Versicherung gemeldet werden?

Unabhängig davon, wie vertraglich mit einem Berufswechsel des Versicherungsnehmers umgegangen wird, hat der Versicherte seiner Versicherung stets den Wechsel in einen neuen Beruf anzuzeigen. Der Berufswechsel beendet nicht automatisch den bestehenden Versicherungsschutz durch einen bestehen BU Vertrag, allerdings können sich Änderungen im Leistungsspektrum bzw. im Tarif ergeben. Für gewöhnlich nimmt die Versicherung eine erneute Risikoeinschätzung für den neuen Beruf vor und strebt eine Beitragsanpassung an. Nimmt der Versicherte also einen Beruf auf, der nach Einschätzung der Versicherung mit höheren Risiken auf eine Berufsunfähigkeit verbunden ist, wird diese eine Erhöhung der monatlichen Beiträge vornehmen. Der Versicherungsnehmer kann sich nach der Ankündigung der Beitragserhöhung entscheiden, ob er weiterhin bei der Versicherung bleiben möchte oder einen neuen Vertrag abschließen will. Umgekehrt muss es nicht zwingend zur Absenkung des Beitrags bei risikoarmen Berufen kommen, da sich Alter und Gesundheitszustand des Versicherten verändert haben. In den letzten Jahren bieten manche Versicherungen den Service an, auch nach dem Berufswechsel die Konditionen des BU Vertrags beizubehalten, Änderungen des Beitrags sind in diesem Fall nicht zu befürchten.

Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Insolvenz der Versicherungsgesellschaft abgesichert?

Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung handelt es sich um ein sehr sicheres Produkt der persönlichen Absicherung, bei Feststellung der eigenen Berufsunfähigkeit hat die Versicherungsgesellschaft die vertraglich zugesicherten Leistungen in jedem Fall bis zum Ende des Vertragsverhältnisses zu erbringen. Sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass die Versicherung insolvent wird und aus eigener Kraft nicht mehr die Versicherungsleistungen erbringen kann, springt ein Sicherungsfonds für die Übernahme der Leistungen ein. An diesem Fonds sind sämtliche Versicherungen in Deutschland beteiligt, die aktuell regelmäßige Einzahlungen in den Sicherungsfonds für derartige Extremfälle leisten.

Lohnt sich der Vertragsabschluss auch bei Ankündigung von Leistungsausschlüssen oder Risikozuschlägen durch den Versicherer?

Zunächst empfiehlt sich eine Überprüfung, ob verschiedene Versicherungen mit den eigenen Erkrankungen und Symptomen in gleicher Weise umgehen, die bei der Antragstellung bei einem bestimmten Versicherer zur Ankündigung von Risikozuschlägen bzw. von Leistungsausschlüssen geführt haben. Zwar führen sämtliche Versicherungen in Deutschland eine gemeinschaftliche Wagnisdatei, aus der die individuellen Risiken für jeden Anbieter ersichtlich sind, hieraus lässt sich jedoch nicht der exakt gleiche Umgang mit diesen Wagnissen bei allen Versicherungen herleiten. Manche schätzen bestimmte Risikofaktoren der eigenen Person weniger schwerwiegend ein und verzichten so vielleicht auf einen Risikozuschlag bzw. schließen Vertragsleistungen nicht von Vornherein aus. Unabhängig von den finanziellen Auswirkungen bleibt die Berufsunfähigkeitsversicherung natürlich auch im Falle eines Risikozuschlags bzw. beim Ausschluss von Leistungen eine sinnvolle Absicherung, auch wenn der Leistungsumfang nicht ganz so weitreichend wie bei einem jungen und gesunden Versicherungsnehmer ausfällt.