Glossar für die Berufsunfähigkeitsversicherung


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Im Versicherungsbereich gibt es zahlreiche Fachbegriffe und Ausdrucksweisen, die für den Laien oft schwer verständlich sind. Um im Versicherungsdschungel nicht den Überblick zu verlieren, haben wir Ihnen hier die wichtigsten Begriffe aus dem Bereich Berufsunfähigkeitsversicherung zusammengestellt und anschaulich erklärt. Damit auch Sie zum Experten werden.

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A

Abstrakte Verweisung

Die abstrakte Verweisung stellt eine Vertragsklausel zu Gunsten der Versicherung dar, die in modernen BU-Tarifen kaum noch zu finden ist. Durch die abstrakte Verweisung konnte sich die Versicherung von der Leistungspflicht befreien, indem sie unabhängig von der aktuellen Arbeitsmarktlage auf einen anderen Beruf verwies, der auch mit der vorliegenden gesundheitlichen Einschränkung weiterhin durch den Versicherungsnehmer durchzuführen wäre.

Antrag

Der Antrag stellt eine Willensbekundung des Versicherungsnehmers dar, die Leistungen einer Versicherung in Anspruch nehmen zu wollen und hierfür den individuellen Tarif zu zahlen. Der Antrag wird schriftlich und üblicherweise auf vom Versicherer bereitgestellten Formularen eingereicht, in der Berufsunfähigkeitsversicherung wird der Antrag durch weitere Dokumente wie die schriftliche Gesundheitsprüfung begleitet.

Arbeitsunfähigkeit

Der Begriff Arbeitsunfähigkeit wird synonym mit dem Begriff Berufsunfähigkeit verwendet. Eine Arbeitsunfähigkeit liegt dann vor, wenn die betroffene Person aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage ist, den erlernten bzw. zuletzt ausgeübten Beruf in gewohnter Weise weiterzuführen. Je nach Grad der Arbeitsunfähigkeit werden Leistungen aus einem privat abgeschlossenen BU-Vertrag ausgelöst.

Arbeitsunfähigkeitsversicherung

Die Arbeitsunfähigkeitsversicherung ist ein älterer Begriff für die Berufsunfähigkeitsversicherung. In beiden Fällen werden Leistungen aus dem Versicherungsvertrag fällig, wenn der Versicherungsnehmer den im Vertrag genannten Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in gewohnter Weise ausüben kann und der Grad der Arbeitsunfähigkeit die vertraglich festgelegten Forderungen erfüllt.

Arztanordnungsklausel

Die Arztanordnungsklausel ist noch heute Bestandteil verschiedener Tarife zur Berufsunfähigkeit, die den Versicherten allerdings schlechter stellt und deshalb beim Abschluss vermieden werden sollte. Durch die Klausel wird es der Versicherung möglich, die fortlaufende Auszahlung der BU-Rente einzustellen, falls sich der Versicherte verweigern sollte, sämtliche vom Arzt angeordneten Behandlungsmaßnahmen und Therapien durchzuführen.

B

befristete Rücktrittsrecht

Das befristete Rücktrittsrecht ist eine vertragliche Option, die dem Versicherten einige Wochen oder Monate nach Unterzeichnung des Versicherungsvertrags den Rücktritt ohne Angaben von Gründen ermöglicht. Sinnvoll kann die Vertragsklausel z. B. dann genutzt werden, wenn es nach Vertragsschluss Streitigkeiten über zu nennende Vorerkrankungen und eine vermeintliche Verletzung der Anzeigepflicht gibt.

Beitragsrückgewähr

Die Beitragsrückgewähr ist eine Vertragsklausel in verschiedenen Tarifen der Berufsunfähigkeitsversicherung. Durch die Beitragsrückgewähr erhält der Versicherte zum Ablauf der Vertragsdauer einen Anteil seiner eingezahlten Beiträge wieder zurückerstattet, sofern er nicht Leistungen aus dem BU-Vertrag in Anspruch nehmen musste. Die Klausel soll Antragsteller zum Abschluss motivieren, die sonst ohne Eintritt einer Berufsunfähigkeit in keiner Weise von den geleisteten Beiträgen profitieren.

Beitragszahlung

Die Beitragszahlung stellt eine wesentliche Pflicht des Versicherungsnehmers dar, deren Ausbleiben den Versicherer von der Leistungspflicht entbinden kann. Die Beitragszahlung ist dabei fortwährend vorzunehmen und kann in jährliche, vierteljährlichen oder monatlichen Abständen erfolgen. Sollte sich der Versicherte für eine unterjährige Zahlung seiner Beiträge entscheiden, ist ein geringer Aufschlag auf den Jahresbeitrag hinzunehmen.

Berufsgruppen

Berufsgruppen spielen in der Tarifierung der Berufsunfähigkeitsversicherung eine wesentliche Rolle, da mit verschiedenen Berufstätigkeiten unterschiedliche Risiken für ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben verbunden sind. Jede Versicherung teilt die Gesamtheit der Berufe in Deutschland in verschiedene Risikogruppen ein, allerdings werden die jeweiligen Risiken nicht einheitlich von allen Versicherungen bewertet, so dass ein Vergleich der jeweiligen Einstufung lohnt.

Berufsunfähigkeit

Die Berufsunfähigkeit ist das abgesicherte Risiko in jedem BU-Vertrag. Die Berufsunfähigkeit liegt dann vor, wenn der Versicherungsnehmer aus körperlichen, geistigen oder psychischen Gründen nicht mehr in der Lage ist, seinen im Vertrag niedergeschriebenen, zuletzt ausgeübten Beruf in gewohnter Weise auszuführen. Ob hierdurch Leistungen aus dem BU-Vertrag ausgelöst werden, hängt vom Grad der festgestellten Berufsunfähigkeit ab.

Berufsunfähigkeitsrente

Die Berufsunfähigkeitsrente ist eine finanzielle Leistung der Versicherungsgesellschaft, die dem Versicherungsnehmer durch eine bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung und den Eintritt des Leistungsfalls zusteht. Die Berufsunfähigkeitsrente wird dabei in Höhe fester, monatlicher Rentenbeiträge über den Zeitraum ausgezahlt, über den der Versicherte einen zur Leistung befähigenden Berufsunfähigkeitsgrad nachweisen kann.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung stellt einen elementaren, privaten Versicherungsschutz für alle deutschen Erwerbstätigen dar, die hiermit das Risiko eines vorzeitigen Ausscheidens aus dem Berufsleben wegen gesundheitlicher Gründe absichern können. Die Berufsunfähigkeitsversicherung bietet im Leistungsfall die Fortzahlung einer monatlichen Rente, deren Höhe individuell vom Versicherungsnehmer festgelegt und im Versicherungsvertrag niedergeschrieben wird.

Berufsunfähigkeitszusatzversicherung

Als Berufsunfähigkeitszusatzversicherung oder kurz BUZ wird eine Absicherung des Risikos Berufsunfähigkeit bezeichnet, falls diese nicht über einen eigenständigen Vertrag erfolgt. Je nach Versicherungsgesellschaft wird ausschließlich die BUZ als Vertragsmodell angeboten, die dabei an einen Hauptvertrag aus anderen Versicherungssparten wie z. B. einer Lebensversicherung gekoppelt ist.

C
D

Dread Disease

Als Dread Disease, zu deutsch gefürchtete Krankheit, werden im Versicherungsjargon verschiedene Krankheitsbilder wie Herzattacken, Schlaganfälle, Parkinson oder Multiple Sklerose zusammengefasst. Mittlerweile lassen sich bei deutschen Versicherern verschiedene Dread Diseases explizit absichern, die ähnlich wie bei einem BU-Schutz eine monatliche Rentenleistung mit sich bringen. Dieser Schutz stellt keine Konkurrenz zur Berufsunfähigkeitsversicherung dar, da trotz Krankheitseintritt keine dauerhafte Berufsunfähigkeit vorliegen muss.

Dread Disease Versicherung

Die Dread Disease Versicherung stellt eine junge Versicherungsvariante auf dem deutschen Versicherungsmarkt dar, die eine monatliche Zusatzrente nach dem Eintritt einer schweren Krankheit wie eines Schlaganfalls oder Multiple Sklerose zur Auszahlung kommt. Die Dread Disease Versicherung bietet auch dann eine Leistung, wenn keine dauerhafte Berufsunfähigkeit gegeben ist, eine finanzielle Zusatzleistung das Leben nach Eintritt der Krankheit dennoch erleichtern soll.

E

Eintrittsalter

Als Eintrittsalter wird das versicherungstechnische Alter des Versicherungsnehmers bezeichnet, das im Moment seiner Antragsstellung bzw. der Vertragsunterschrift vorliegt. Das Alter spielt bei der Tarifierung im Bereich Berufsunfähigkeit eine wesentliche Rolle, da ältere Erwerbstätige aufgrund einer allmählich nachlassenden Gesundheit ein höheres Versicherungsrisiko darstellen und hierdurch höhere Versicherungsbeiträge zu entrichten haben.

Erwerbsminderung

Der Begriff Erwerbsminderung bezeichnet den Zustand, dass ein Bundesbürger aufgrund seiner Gesundheit nicht mehr in der Lage ist, im vollen Umfang am Erwerbsleben teilzunehmen. Anders als bei der Berufsunfähigkeitsversicherung bezieht sich der Begriff nicht auf einen bestimmten Beruf, sondern bewertet die Gesundheit des Betroffenen eher allgemein. Je nach Grad der Erwerbsminderung können Ansprüche auf Leistungen der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente bestehen.

Erwerbsminderungsrente

Die Erwerbsminderungsrente ist eine gesetzliche Sozialleistung, die im Falle einer teilweisen oder vollständigen Erwerbsminderung ausgezahlt wird. Da alle ab dem Jahr 1961 geborenen keine Ansprüche auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente besitzen und die Erwerbsminderungsrente maximal knapp ein Drittel des letzten Bruttolohns beträgt, ist eine zusätzliche Absicherung auf privatem Wege anzuraten.

Erwerbsunfähigkeit

Der Begriff Erwerbsunfähigkeit ist weiter gefasst als die Berufsunfähigkeit und beschreibt den Zustand, dass eine Person aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen generell nicht mehr in der Lage ist, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. Die private Absicherung der Erwerbsunfähigkeit ist ebenfalls möglich, wobei dieser Unfähigkeitsgrad seltener erreicht wird und gleiche Leistungen daher mit einem etwas niedrigeren Beitrag abgesichert werden können.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist ein privates Versicherungsprodukt, das bei nahezu allen Gesellschaft abgeschlossen werden kann, die auch Tarife zur Berufsunfähigkeit zu bieten haben. Mit der Erwerbsunfähigkeit wird eine umfassende gesundheitliche Einschränkung finanziell abgesichert, die eine gewohnte Teilnahme am Erwerbsleben unmöglich macht. Die Tarife stellen im Vergleich zum BU-Schutz strengere Anforderungen für den Leistungsfall, sind jedoch etwas preisgünstiger zu finanzieren.

F
G

Gesetzliche Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung ist eine Absicherung für alle Arbeitnehmer in Deutschland, die bei einem Unfall mit Spätfolgen am Arbeitsplatz bzw. auf den direkten Wegen zwischen Zuhause und Arbeitsplatz diesen Schutz genießen. Die gesetzliche Unfallversicherung ist daher kein Ersatz für die private Berufsunfähigkeitsversicherung, da Erkrankungen, Unfälle und Invaliditätsfälle in Alltag, Sport und Freizeit nicht mit abgesichert sind.

Gesundheitsfragen

Die Gesundheitsfragen stellen einen elementaren Teil der Antragsstellung für eine Berufsunfähigkeitsversicherung dar. Durch die Gesundheitsfragen erfährt der Versicherer mehr über Vorerkrankungen und Behandlungen, die in jüngster Vergangenheit vorlagen, um sich hieran orientiert ein Bild vom Gesundheitszustand des Antragsstellers zu machen. Hieran orientiert findet eine individuelle Tarifierung bzw. im schlimmsten Fall die Ablehnung des Versicherungsantrags statt.

Gesundheitsprüfung

Die Gesundheitsprüfung stellt neben der Antragsstellung den zweiten, wichtigen Schritt dar, um als potenzieller Versicherungsnehmer die Gewähr für eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten. Die Gesundheitsprüfung umfasst zahlreiche Fragen über den aktuellen Gesundheitszustand des Antragsstellers sowie Vorerkrankungen und Symptome der letzten Jahre, an ihr orientiert findet die individuelle Tarifierung bei Bemessung des Versicherungsbeitrags statt.

H
I

Invalidität

Als Invalidität wird eine fortwährende Einschränkung der körperlichen oder psychischen Gesundheit bezeichnet, die Folge eines Unfalls oder einer langwierigen Erkrankung ist. Die Invalidität kann zu Leistungen aus einem Vertrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung führen, muss dies allerdings nicht, falls die Einschränkung keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nimmt. Für eine explizite Absicherung ist eine Invaliditätsversicherung bzw. eine private Unfallversicherung anzuraten.

Invaliditätsversicherung

Eine Invaliditätsversicherung stellt zur Absicherung von dauerhaft bleibenden, körperlichen oder psychischen Schäden dar. In der deutschen Versicherungslandschaft kann die Invalidität nur sehr selten explizit abgesichert werden, stattdessen gehört die Absicherung des Risikos zur privaten Unfallversicherung ebenso wie zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Erstgenannte Versicherungsvariante ist eher zu empfehlen, da eine Invalidität nicht zwingend zu einer Berufsunfähigkeit führen muss.

J
K

Konkrete Verweisung

Die konkrete Verweisung stellt eine Vertragsklausel verschiedener BU-Verträge dar, die nicht ganz so weitreichend wie die abstrakte Verweisung daherkommt, beim Abschluss eines modernen BU-Vertrags dennoch vermieden werden sollte. Durch die konkrete Verweisung kann die Versicherung von ihrer Leistungspflicht zurücktreten, wenn die Erwerbsfähigkeit des Versicherten noch für ein klar benanntes, berufliches Umfeld unter Einhaltung des bislang gewohnten Lebensstandards ausreicht.

Kündigung durch die Versicherungsgesellschaft

Die Kündigung durch die Versicherungsgesellschaft kann unter bestimmten Voraussetzungen ohne Einhaltung bestimmter Kündigungsfristen erfolgen. In der Praxis ist dies vorrangig bei im Nachhinein aufgedeckten Lücken oder fehlerhaften Angaben in der Gesundheitsprüfung der Fall, weshalb der Versicherungsnehmer bei der Antragsstellung stets korrekt und lückenlos auf alle Gesundheitsfragen antworten sollte.

Kündigung durch den Versicherungsnehmer

Die Kündigung durch den Versicherungsnehmer ist als ordentliche Kündigung stets drei Monate vor Ende des Versicherungsjahres möglich und hat schriftlich zu erfolgen. Verschiedene BU-Tarife verlängern sich nicht automatisch binnen Jahresfrist, sondern setzen eine längere Laufzeit wie z. B. drei Jahre an. Sollte dies der Fall sein, ergeben sich längere Fristen für die ordentliche Kündigung durch den Versicherten.

L

Leistungsdauer

Die Leistungsdauer benennt in einem BU-Vertrag die Zeitspanne, über welche hinweg eine Berufsunfähigkeitsrente maximal gewährt wird. Da diese Rentenleistung ausschließlich für ein fehlendes Erwerbseinkommen entschädigen soll, kann die Leistungsdauer maximal bis zum Erreichen des gesetzlichen Renteneinstiegsalters abgeschlossen werden. Auch kürzere Fristen sind vom Versicherungsnehmer anzugeben und wirken sich mindernd auf den Versicherungsbeitrag aus.

Leistungsfall

Als Leistungsfall wird die Situation bezeichnet, dass sämtliche Voraussetzungen für die fortwährende Auszahlung einer Berufsunfähigkeitsrente erfüllt sind. Alleine das Vorliegen einer Berufsunfähigkeit reicht für den Leistungsfall nicht aus, stattdessen muss ein bestimmter Unfähigkeitsgrad vorliegen, der bei den meisten BU-Verträgen standardmäßig bei 50 Prozent liegt und hierbei bereits die volle Berufsunfähigkeitsrente zur Auszahlung bringt.

M

Meldung der Arbeitsunfähigkeit

Die Meldung der Arbeitsunfähigkeit muss gegenüber dem Arbeitgeber unmittelbar erbracht werden, ein Nachweis über ein ärztliches Attest ist zu erbringen. Die Einrichtung sollte spätestens zum dritten Tag der Erkrankung erfolgen, auch die gesetzliche Krankenkasse sollte mittels Attest hierüber in Kenntnis gesetzt werden. In der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung gelten weniger strikte Fristen, für eine schnelle Leistungsgewähr ist eine unverzügliche Zusendung dennoch anzuraten.

N

Nachversicherung

Die Nachversicherung ist eine vertragliche Option, die gerade jüngeren Versicherungsnehmern beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nahezulegen ist. Durch die Option der Nachversicherung lässt sich zu einem späteren Zeitpunkt die vereinbarte Versicherungssumme ohne eine erneute Gesundheitsprüfung und Neutarifierung auf Wunsch des Versicherungsnehmers erhöhen. Gründe für eine gewünschte Nachversicherung können ein gestiegener Lebensstandard, eine Heirat oder die Geburt eines Kindes sein.

Nachversicherungsgarantie

Die Nachversicherungsgarantie ist ein Bestandteil vieler moderner Versicherungsverträge, mit der eine Versicherung ihrem Versicherungsnehmer das Recht zur Nachversicherung einräumt. Hierdurch kann dieser zu einem frei wählbaren Zeitpunkt während des Versicherungsverlaufs die vereinbarte Versicherungssumme erhöhen, ohne dass hierfür eine Neutarifierung bzw. eine erneute Gesundheitsprüfung gefürchtet werden müssten.

Nicht versicherbare Personen

Als nicht versicherbare Personen gelten in der Berufsunfähigkeitsversicherung schwer Pflegebedürftige sowie Personen mit einer erheblichen geistigen Behinderung. Vom Begriff der nicht versicherbaren Personen sind sämtliche Antragssteller abzugrenzen, die potenziell zu einem Vertragsabschluss gelangen könnten, aufgrund zu hoher, gesundheitlicher Risiken dennoch vom Versicherungsunternehmen abgelehnt werden.

O
P

Punktesystem

Das Punktesystem ist bei nahezu allen Versicherungsgesellschaften etabliert und entscheidet je nach Bewertung verschiedener, gesundheitlicher Punkte über die erfolgreiche Antragsstellung auf eine BU-Versicherung bzw. die Auszahlung der gewünschten BU-Rente. Sollte es in vielen Punkten zu einem Eintrag und somit zu einem erhöhten Absicherungsrisiko kommen, wird dies in einem zentralen Register vermerkt, auf das sämtliche Versicherungsgesellschaften in Deutschland Zugriff haben.

Q
R

Risikozuschlag

Der Risikozuschlag kann zu einer Erhöhung des Versicherungsbeitrags einer Berufsunfähigkeitsversicherung führen, falls der Versicherer hiermit erkannte, gesundheitliche Risiken zusätzlich gegenfinanzieren möchte. In vielen Fällen stellt der Risikozuschlag die einzige Alternative dar, um überhaupt eine erfolgreiche Antragsstellung vollziehen zu können, da sonst der Versicherung der Abschluss des individuellen Versicherungsvertrags zu risikoreich ist.

Rücktritt des Versicherers

Als Rücktritt des Versicherers wird die Aufgabe der vertraglichen Verpflichtungen aus triftigen Gründen benannt. In der Berufsunfähigkeitsversicherung ist der Rücktritt des Versicherers dann üblich, wenn im Nachhinein falsche oder fehlende Angaben bei der Gesundheitsprüfung ans Tageslicht kommen sollten, die zu einer günstigeren Tarifierung geführt haben. Je nach Versicherungsvertrag wird auch dem Versicherten ein zeitlich begrenztes Rücktrittsrecht vom Vertrag eingeräumt.

Rücktrittsrecht des Versicherungsnehmers

Ein Rücktrittsrecht des Versicherungsnehmers ergibt sich zum Ende eines jeden Versicherungsjahres, wobei dies im Rahmen einer ordentlichen Kündigung drei Monate vor Ende des Versicherungsjahres angezeigt werden sollte. Zudem bietet sich ein außerordentliches Rücktrittsrecht mit einer Frist von vier Wochen, falls der Versicherer eine wesentliche Änderung der Vertragsbedingungen ankündigt, z. B. eine Anhebung der monatlichen Beitragszahlung.

S
T
U

Unbefristetes Rücktrittsrecht

Ein unbefristetes Rücktrittsrecht ist noch heute Bestandteil mancher Verträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung, mit denen sich der Versicherung bis zum Ende der Vertragsdauer jederzeit des Recht herausnimmt, vom Vertrag zurückzutreten oder Leistungen zu verweigern. Ein begründetes Rücktrittsrecht kann sich durch das bewusste Verschweigen von Vorerkrankungen u. ä. bei der Gesundheitsprüfung ergeben, ansonsten stellt das unbefristete Rücktrittsrecht eine Benachteiligung des Versicherungsnehmers dar.

Unfallversicherung

Die Unfallversicherung existiert in Deutschland in einer gesetzlichen sowie privaten Ausführung und bietet Ersatzleistungen bei Unfällen mit einer Invalidität als Folge. Leistungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung können ebenfalls nach einem Unfall ausgelöst werden, allerdings muss nicht jeder Unfall zu einer dauerhaften Berufsunfähigkeit führen. Für den privaten Bereich ist daher der zusätzliche Abschluss einer Unfallversicherung anzuraten.

V

Versicherer

Als Versicherer wird eine der beiden Vertragspartner bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung bezeichnet. Der Versicherer bietet die in seinen Tarifen angekündigten Leistungen, sofern der Versicherungsnehmer eine regelmäßige Beitragsdotierung für den abgeschlossenen Vertrag vornimmt und im Falle der Berufsunfähigkeit sämtliche Voraussetzungen für die Auszahlung der Berufsunfähigkeitsrente erfüllt.

Versicherungsdauer

Die Versicherungsdauer ist ein fester Bestandteil eines jeden Vertrags der Berufsunfähigkeitsversicherung und gibt an, bis zu welchem Zeitpunkt mit Leistungen aus dem Vertrag zu rechnen ist. Maximal darf die Versicherungsdauer bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter gelten, bei besonders risikoreichen Berufen ist eine Begrenzung der Dauer auf die Vollendung des 55. oder 60. Lebensjahres des Versicherungsnehmers etabliert.

Versicherungsfall

Als Versicherungsfall wird ein vertraglich festgelegtes Szenario bezeichnet, in welchem die Versicherung dem Versicherungsnehmer gegenüber leistungspflichtig ist. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist dies bei einer attestierten Berufsunfähigkeit gegeben, zudem muss der Grad der Berufsunfähigkeit nach den meisten Standardtarifen wenigstens 50 Prozent betragen, damit eine fortlaufende Berufsunfähigkeitsrente ausgezahlt wird.

Versicherungsnehmer

Als Versicherungsnehmer wird neben der Versicherung der zweite Vertragspartner eines jeden Versicherungsvertrags und somit auch in der Berufsunfähigkeitsversicherung bezeichnet. Durch den abgeschlossenen Vertrag verpflichtet sich der Versicherungsnehmer, regelmäßige Beiträge in Höhe des festgelegten Tarifs an den Versicherer zu zahlen, um hierfür im Falle einer Berufsunfähigkeit die vereinbarte Gegenleistung zu erhalten.

Versicherungsvertrag

Der Versicherungsvertrag ist das wesentliche Dokument in der Berufsunfähigkeitsversicherung, durch das die Rechte und Pflichten beider Seiten festgelegt werden. Grundsätzlich ist jeder Versicherungsvertrag unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften frei zu gestalten, je nach Tarif wird hiervon mit einer Vielzahl von Sonderklauseln und weiteren vertraglichen Bestimmungen Gebrauch gemacht.

Vertrag

Als Vertrag wird allgemein jede Form von schriftlicher oder mündlicher Abmachung zwischen zwei oder mehr natürlichen oder juristischen Personen bezeichnet. Im Versicherungswesen und explizit der Berufsunfähigkeitsversicherung ist der Vertrag das wesentliche Dokument über den Versicherungsschutz, der aus den Versicherungsbedingungen hervorgeht und abhängig vom jeweiligen Tarif individuell ausgestaltet wird.

Verweisungsklausel

Die Verweisungsklausel macht es dem Versicherer in der Berufsunfähigkeitsversicherung möglich, die vereinbarten Leistungen durch den Verweis auf einen anderen Beruf zu verweigern, der trotz gesundheitlicher Einschränkungen weiterhin ausgeübt werden kann. Unterschieden wird hierbei zwischen der abstrakten und der konkreten Verweisung, beide stellen allerdings eine Benachteiligung für den Versicherungsnehmer dar und sind in modernen Tarifvarianten nicht mehr zu entdecken.

Vorerkrankung

Jede bekannte Vorerkrankung ist bei der Antragsstellung auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Rahmen der Gesundheitsprüfung anzugeben. Durch jede Vorerkrankung gewinnt die Versicherung einen Überblick über die individuellen Risiken bei der Absicherung, an der Gesamtheit der Vorerkrankungen und weiterer Faktoren der Gesundheitsprüfung richtet sich abschließend die Tarifierung für den Versicherungsnehmer aus.

Vorsorgelücke

Als Vorsorgelücke wird ein fehlender Geldbetrag bezeichnet, der zwischen den aktuellen Einkünften eines Erwerbstätigen und den Ersatzleistungen liegt, die dieser z. B. in Form einer Erwerbsminderungsrente oder später als gesetzliche Altersrente erhält. Wird individuell eine Vorsorgelücke erkannt, ist eine Absicherung auf privater Basis sinnvoll, was während der Phase der Erwerbstätigkeit in Form einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung erfolgen sollte.

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