Ratgeber zur Berufsunfähigkeitsversicherung


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1. Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

In Deutschland sind aktuell mehr als 40 Millionen Menschen erwerbstätig und gehen einer riesigen Zahl an Berufen nach. Während des Berufslebens gehen fast alle Erwerbstätigen davon aus, dass ihre Arbeitskraft bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter von 67 Jahren reicht. Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus: Aktuell scheidet jeder vierte Erwerbstätige aufgrund von körperlichen, geistigen oder psychischen Beschwerden vorzeitig aus dem Berufsleben aus und ist nicht mehr in der Lage, dauerhaft am Arbeitsleben teilzunehmen. Durch den wachsenden Stress am Arbeitsplatz wird prognostiziert, dass von den heutigen Berufsanfängern jeder Dritte frühzeitig eine Berufsunfähigkeit erleidet. Kaum jemand macht sich dabei über die finanziellen Auswirkungen dieser Situation Gedanken.

Was eine Berufsunfähigkeit finanziell bedeutet

Für alle Arbeitskräfte in Deutschland, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind, bietet der Staat im Falle einer Berufsunfähigkeit keine Leistungen mehr. Zwar wird noch eine sogenannte Erwerbsminderungsrente gewährt, diese ist jedoch an strenge Kriterien in der Auszahlung geknüpft und orientiert sich an der noch verbliebenen Arbeitskraft des Betroffenen. Ohne eine gezielte Vorsorge durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist für einen Betroffenen die Diagnose Berufsunfähigkeit gleichbedeutend mit dem Abrutschen in Hartz-IV-Leistungen. Da durch die fehlende Arbeitskraft auch die gewohnten Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung aussetzen, wirkt sich eine Berufsunfähigkeit später negativ auf die Rente aus. Es droht die Verarmung im Alter.

Wie die Berufsunfähigkeitsversicherung konkret weiterhilft

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Möglichkeit, sich privat gegen das genannte Risiko abzusichern und so Leistungen zu erhalten, die der Staat nicht mehr bietet. Die Höhe der monatlichen Berufsunfähigkeits-Rente (BU-Rente), die bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung vereinbart wird, kann dabei an die individuellen Wünsche und Bedürfnisse des Erwerbstätigen angepasst werden. Sollte eine Berufsunfähigkeit bis zu einem gewissen Grad diagnostiziert worden sein, findet bereits die Auszahlung der vollen BU-Rente nach vertraglicher Vereinbarung statt. Dies stellt einen großen Unterschied zur staatlichen Erwerbsminderungsrente dar, die als gestaffeltes Modell ausgezahlt wird.

Die Wichtigkeit der Berufsunfähigkeitsversicherung erkennen

Der Abschluss einer BU-Versicherung ist hierzulande für jeden Bundesbürger interessant, der einer geregelten Berufstätigkeit nachgeht. Selbst wer vor dem 1. Januar 1961 geboren ist und noch den Vertrauensschutz der gesetzlichen Berufsunfähigkeitsversicherung genießt, wird die eher geringen, staatlichen Leistungen um eine private Zusatzversicherung ergänzen wollen. Versicherungsexperten schätzen die Berufsunfähigkeitsversicherung mittlerweile als wichtigsten Versicherungsschutz im Bereich der Personenversicherung ein, ähnlich relevant wie der private Haftpflichtschutz unter den Sachversicherungen. Durch die alarmierenden Zahlen an Berufsaussteigern sollte jeder Erwerbstätige gewarnt sein, selbst vorzeitig aus dem Beruf ausscheiden zu können und hierdurch direkt in die Armutsspirale zu geraten. Durch die alarmierenden Zahlen an Berufsaussteigern sollte sich jeder Erwerbstätige bewusst sein, dass auch er selbst vielleicht ungewollt vorzeitig aus dem Beruf aussteigen muss und hierdurch direkt in die Armutsspirale geraten kann.

Versicherungsangebote im Bereich BU kennen lernen und gezielt abschließen

Das Angebot an Berufsunfähigkeitsversicherungen in Deutschland ist mittlerweile sehr groß und ermöglicht einen passgenauen Abschluss nach eigenen Bedürfnissen. Unsere Webseite möchte mit umfassenden Informationen dabei helfen, alles Wichtige rund um die Berufsunfähigkeitsversicherung kennenzulernen und so auf fundierter Basis den passenden Versicherungspartner zu entdecken. Starke Leistungen und ein fairer und individuell kalkulierter Jahresbeitrag sind der wesentliche Maßstab, um diesen heutzutage unverzichtbaren Versicherungsschutz abzuschließen und optimal abgesichert durch das Arbeitsleben zu gehen.

2. Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Die Versicherungen in Deutschland bieten neben der Berufsunfähigkeitsversicherung viele weitere Tarifvarianten an, um das Leben eines Bundesbürgers zu vereinfachen. In der Vielzahl an Tarifen, die teilweise intensiv durch die Versicherer beworben werden, fällt ein Überblick über Leistungen und Wichtigkeit der einzelnen Versicherungssparten nicht immer leicht. Viele Erwerbstätige zögern deshalb, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, da sie die Wichtigkeit dieses Schutzes nicht richtig einschätzen können. Dass der Abschluss einer BU-Versicherung jedoch für nahezu jeden Erwerbstätigkeiten in Deutschland sinnvoll ist, zeigen die folgenden Überlegungen auf.

Gesundheitliche Risiken und ihre Auswirkungen erkennen

Beim Blick in die Arztpraxen hierzulande fällt in den letzten Jahrzehnten verstärkt der Eintritt von Krankheitsbildern junger Menschen auf, die sonst eher der älteren Generation zugeteilt wurden. Herz- und Kreislaufprobleme, eine übermäßige Blutverfettung oder Krebserkrankungen machen mittlerweile vor einem jungen Alter nicht mehr halt. Auch eine immer aktivere Lebensweise, die von riskanten Sportarten bis zu einer generell stressigeren Lebensführung reicht, beeinflusst die körperliche und psychische Gesundheit eines Menschen erheblich. Junge Menschen gehen hiermit oftmals leichter um, allerdings haben diese noch einige Jahrzehnte des Arbeitslebens vor sich. Wer bereits in jüngeren Jahren unter gesundheitlichen Problemen litt, wird diese im Alter 50 oder 60 noch stärker spüren. Das frühzeitige Austreten aus dem Berufsleben ist in zahlreichen Fällen die Folge hiervon.

Wie häufig bei Erwerbstätigen eine Berufsunfähigkeit ermittelt wird

Aktuell scheidet jeder vierte Erwerbstätige frühzeitig aus dem beruflichen Umfeld dauerhaft aus. Hierbei sind es längst nicht nur körperlich anspruchsvolle Berufe, die für einen physischen Verschleiß und so eine Aufgabe der Berufstätigkeit sorgen. Die wachsende Zahl an psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Burn-Out mit einer Berufsunfähigkeit als Folge ist ein alarmierendes Anzeichen für die Entwicklungen in der modernen Arbeitswelt. Prognosen von Medizinern und Versicherungsexperten gehen soweit, dass von den heutigen Berufsanfängern bereits jeder Dritte nicht mehr das reguläre Renteneintrittsalter von 67 Jahren als Erwerbstätiger erreicht und frühzeitig aussteigt. Das Risiko Berufsunfähigkeit zieht sich sogar schon heute durch alle Berufsgruppen, Gesellschaftsschichten und Altersstufen.

Statistik: Wahrscheinlichkeit, bis zur Rente mit 65 berufsunfähig zu werden nach Altersgruppen | Statista
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Fehlende Leistungen des Staates als wichtiges Kriterium

Dass der Abschluss einer BU-Versicherung so sinnvoll ist, liegt vor allem daran, dass der Staat für die meisten Erwerbstätigen keine Leistungen dieser Art mehr erbringt. Wer nach dem 1. Januar 1961 geboren ist, bekommt überhaupt keine staatliche BU-Rente ausgezahlt, bei älteren Erwerbstätigen reicht die staatliche Leistung oftmals nicht zur Finanzierung der fortlaufenden Lebenshaltungskosten aus. Stattdessen ist für jüngere Erwerbstätige die sogenannte Erwerbsminderungsrente die einzige staatliche Leistung. Diese setzt jedoch eine generelle Erwerbsminderung voraus, die somit nicht auf einen bestimmten Beruf bezogen ist. Selbst wenn der Staat eine umfassende Erwerbsunfähigkeit erkennt, liegt die gesetzliche Leistung bei gerade mal einem knappen Drittel des letzten Bruttolohns – Geld, das kaum für die Lebensführung ausreichen dürfte.

Die Sinnhaftigkeit der BU-Versicherung erkennen und vorsorgen

Leider gehen immer noch viele Arbeitskräfte davon aus, dass sie selbst nie von einer Berufsunfähigkeit betroffen sein werden. Dies kann jedoch niemand ausschließen, da sich dieses Risiko in sämtlichen Berufsgruppen antreffen lässt und zudem keiner seine eigene Gesundheit in einigen Jahren oder Jahrzehnten einschätzen kann. Selbst ein kerngesunder Mensch kann durch eine falsche Bewegung hinter dem Steuer eines Fahrzeugs oder im Skiurlaub zum Invaliden werden und nicht mehr seinem Beruf nachgehen können. Da jeder dritte bis vierte Berufstätige in Deutschland mittlerweile von diesem Risiko betroffen ist, sollte individuell stets über eine Berufsunfähigkeitsversicherung als sinnvollen Versicherungsschutz nachgedacht werden.

3. Leistungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer für sich die Sinnhaftigkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung erkannt hat, wird im nächsten Schritt die optimale Leistungshöhe eines BU-Vertrags festlegen wollen. Grundsätzlich genießt der Versicherungsnehmer eine große Freiheit bei der Ausgestaltung seines Versicherungsvertrags, die festgelegten Leistungen hängen also nicht von seinem bisherigen Bruttoeinkommen oder ähnlichen Faktoren ab. Da mit steigenden Leistungen auch die Jahresbeiträge steigen, ist eine gute Abstimmung des Preis-Leistungs-Verhältnisses beim Abschluss einer BU-Versicherung anzuraten. Unnötig teure Kosten für diesen Versicherungsschutz sollten schließlich ebenso vermieden werden wie eine Unterdeckung einer drohenden Berufsunfähigkeit.

Allgemeine Informationen zu den Leistungen einer BU-Versicherung

Im Vergleich zur staatlichen Erwerbsminderungsrente bietet die private Berufsunfähigkeitsversicherung einen wesentlichen Vorteil: In allen zeitgemäßen Verträgen kommt es bei Feststellung eines bestimmten Grades der Berufsunfähigkeit zur vollen Gewähr der vereinbarten Leistungen. Bei den meisten Verträgen wird eine Berufsunfähigkeit von 50 % vorausgesetzt, die sofort eine Auszahlung von 100 % der vertraglich festgelegten Leistungen mit sich bringt. Die Leistungen werden fortlaufend im Rahmen einer monatlichen Rentenzahlung gewährt, die mit Ende der Vertragslaufzeit endet. Dies ist spätestens bei Eintritt in das gesetzliche Rentenalter der Fall – schließlich soll eine BU-Rente nur die Phase der vermeintlichen Berufstätigkeit überbrücken, die mit Eintritt in die Altersrente endet.

Die individuelle Deckungslücke erkennen und gezielt absichern

Jeder Haushalt in Deutschland kann für sich am besten einschätzen, wie viel Geld monatlich für eine geregelte Lebensführung zur Verfügung stehen sollte. Möglicherweise kommt aktuell etwas mehr Einkommen herein und ermöglicht das Anlegen von Rücklagen. Unabhängig solcher Möglichkeiten sollte jedoch gezielt darüber nachgedacht werden, wie viel Geld pro Monat in jedem Fall zur Verfügung stehen sollte.

Ausgehend von diesem Betrag sollte überlegt werden, welches Geld im Falle einer Berufsunfähigkeit zur Verfügung stünde. Dies sind eventuell Leistungen aus der staatlichen Erwerbsminderungsrente, wobei niemand den Grad der individuellen Erwerbsminderung vorhersehen kann. Eventuell sollte vom Extremfall ausgegangen werden, dass lediglich Leistungen aus Hartz IV bereitstünden. Ältere Arbeitnehmer dürften die staatliche Berufsunfähigkeitsrente mit einrechnen, die jedoch weiterhin nicht zur Deckung der bisherigen, monatlichen Kosten ausreichen dürfte.

Die Differenz zwischen den monatlich benötigten Einnahmen und dem Betrag, der bei Eintritt einer Berufsunfähigkeit zur Verfügung steht, wird Deckungslücke genannt. Genau diese Deckungslücke gilt es, mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu schließen und so weiterhin die fortlaufenden Kosten und einen gewissen Lebensstandard aufrechtzuerhalten.

Befürchtete Risiken bei Berufsunfähigkeit, in % aller befragten Berufstätigen)

Quelle: Gothaer, F.A.Z.-Institut

Weitere Faktoren in die Leistungsberechnung der BU-Versicherung einbeziehen

Wie Erwerbstätige und andere Personengruppen in Deutschland in den letzten Jahren deutlich gespürt haben, bleibt das Preisniveau für alltägliche Artikel nicht konstant. Kosten für Lebensmittel oder Energieträger sind in den letzten Jahren angestiegen und legen nahe, dass auch in Zukunft die Inflation das Geld schleichend entwertet. Dies ist auch für die Festlegung der finanziellen Leistungen eines BU-Vertrags nicht unerheblich. Deshalb sollte möglichst nicht eine BU-Rente in exakt der Höhe vereinbart werden, wie sie heute zur Finanzierung des Lebens ausreichen würde. Einen etwas höheren Betrag anzusetzen lohnt sich, um den drohenden Preisanstieg kompensieren zu können.

Abschließende Überlegungen zu den Leistungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Welche Leistungen ein BU-Vertrag bieten sollte, ist von Bürger zu Bürger verschieden. Pauschal kann kaum ein idealer Betrag genannt werden, der jede Deckungslücke schließt. Experten der Versicherungsbranche raten an, wenigstens 80 bis 100 % des letzten Nettoeinkommens abzusichern, allerdings sollte diese Vorgabe eher als untere Grenze verstanden werden.

Zu guter Letzt: Bei eingetretener Berufsunfähigkeit ändert sich die Lebensgestaltung erheblich. Kosten für Arztbesuche, komplizierte Untersuchung oder Medikamente sind dann an der Tagesordnung und werden nicht zwingend komplett von der Krankenkasse übernommen. Auch dies ist zu bedenken, wenn die finanziellen Leistungen in einem BU-Vertrag festgelegt werden. Schließlich sollten die neu entstehenden Kosten für die medizinische Betreuung nicht gleich einen Großteil der vereinbarten Berufsunfähigkeitsrente aufzehren.

4. Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Neben den Leistungen eines BU-Vertrags, die an die individuelle Deckungslücke angepasst werden sollten, spielen die Kosten beim Vertragsabschluss eine wesentliche Rolle. Monat für Monat sind Beiträge an die private Versicherungsgesellschaft zu zahlen, wobei die Beitragshöhe stets an das gebotene Leistungsspektrum angepasst werden sollte. Viele Versicherte wissen nicht, wovon die eingeforderten Beiträge abhängen, so dass vor Abschluss der BU Versicherung ein gezielter Vergleich und die Optimierung der Kosten versäumt werden. Im Folgenden soll ein grundlegender Überblick über alle Kosten präsentiert werden, die beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu bedenken sind.

Welche Faktoren in die Tarifierung der BU Versicherung einspielen

Auf den ersten Blick ist es nachvollziehbar: Je höher die vereinbarte BU-Rente im Leistungsfall ausfallen soll, umso höher ist auch der monatliche Beitrag in der Ansparphase. Neben dieser groben Relation hängen jedoch viele weitere Faktoren an der Berechnung des individuellen Jahresbeitrags. Zu diesen Faktoren gehören:

All diese Faktoren zu berücksichtigen, hilft bei der Auswahl des passenden Versicherungsangebots zum richtigen Zeitpunkt und mit einem individuell optimierten Leistungsspektrum.

Wie Alter und Gesundheit die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung beeinflussen

Jeder Kunde einer Versicherung stellt für die Versicherungsgesellschaft ein sogenanntes Risiko dar. Der Versicherer versucht einzuschätzen, wie wahrscheinlich der Eintritt einer Berufsunfähigkeit im individuellen Fall ist, wobei Alter und Gesundheitszustand eine wesentliche Rolle spielen. Je jünger der Versicherte ist, umso günstiger fallen dessen Beiträge aus. Dies liegt zum einen daran, dass junge Antragssteller im Durchschnitt gesünder als ältere Bundesbürger sind, zum anderen haben sie mehr Zeit für die fortlaufende Beitragszahlung. Noch wichtiger bei der Festlegung der Kosten ist der Gesundheitszustand – wer heute schon zahlreiche Symptome und Erkrankungen aufweist, wird mit eher hohen Beiträgen rechnen müssen, da bei ihm eine potenzielle Berufsunfähigkeit als wahrscheinlicher zu sehen ist.

Sonderregelungen und Vertragsklauseln mit ihren Auswirkungen kennen lernen

Jede Versicherung gestaltet ihre BU-Verträge individuell, neben verschiedenen Standardklauseln finden Sonderregelungen ihren Einsatz. Diese können zu Gunsten des Versicherten ausfallen, z. B. bei der heutigen Standardregelung, 100 % Leistung bereits bei 50 % Berufsunfähigkeitsgrad zu erbringen. Andere Regelungen wie z. B. der Verzicht auf eine konkrete Verweisung können gegen einen geringfügig höheren Jahresbeitrag abgeschlossen werden. Bei solchen Klauseln heißt es, gezielt die Angebote der Konkurrenz zu überprüfen. Schließlich möchte niemand bei einer Versicherung teures Geld für eine Klausel zahlen, die vom Konkurrenten kostenlos angeboten wird.

Gebühren, Zahlungsarten und weitere Kostenfaktoren entdecken

Nicht der volle Anteil der Versicherungsbeiträge kommt auch dem Versicherten zu Gute. Sowohl bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung als auch in anderen Sparten deckt die Versicherung mit einem Teil des Geldes ihre fortlaufenden Kosten, z. B. in der Verwaltung. Hierdurch kommt es, dass viele Direktversicherer im Internet etwas günstigere Tarife anzubieten haben, da diese nicht über einen so großen Verwaltungsapparat wie etablierte Versicherungen verfügen. Auch mit der Zahlungsweise kann der Versicherte die Kosten beeinflussen. Eine monatliche Zahlung der Beiträge ist üblicherweise etwas teurer als die Einwilligung in eine jährliche Zahlweise. Wie groß die Rabatte und Aufschläge hierbei sind und ob zusätzliche Kosten bei Vertragsabschluss, Verarbeitung und Verwaltung anfallen, ist individuell zu prüfen.

Die Kosten für eine leistungsstarke Berufsunfähigkeitsversicherung optimieren

Für den einzelnen Versicherten heißt es, möglichst vor dem Vertragsabschluss die Kosten und Leistungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung in Einklang zu bringen. Einen Einstieg hierzu bieten umfassende Informationen zum Thema Berufsunfähigkeit im Internet, außerdem lohnt sich die Durchführung eines rechnerischen Vergleichs online. Mit solchen Hilfsmitteln kann grob eingeschätzt werden, welche Kosten für die gleichen Leistungen bei den einzelnen Versicherungsgesellschaften anfallen. Explizit kann dies natürlich erst überprüft werden, wenn bei zwei oder drei Versicherungen angefragt wurde und ein echter Probevertrag nach aktuellen Tarifen vorliegt.

Eine abschließende Überlegung soll auf einen groben Fehler hinweisen, den leider viele Versicherte im Zeitalter moderner Tarifvergleichsrechner begehen. Weder bei der Berufsunfähigkeitsversicherung noch anderen Versicherungen geht es alleine darum, eine möglichst billige Versicherung abzuschließen. Vielmehr sollte im ersten Schritt klar abgesteckt werden, welche Leistungen der entsprechenden Versicherungsvertrag zu erbringen hat. Orientiert an diesen fixen Vorgaben sollte abschließend eine Optimierung der Kosten erfolgen, um nicht wegen weniger Euro Ersparnis im Jahr eine Unterdeckung zu riskieren und letztlich doch nicht mit den vereinbarten BU-Leistungen zurechtzukommen.

Steuerliche Aspekte einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Nicht nur Selbstständige und Freiberufler haben ein natürliches Interesse daran, ihre monatlichen Beiträge steuerlich begünstigend anrechnen zu lassen. Auch für klassische Arbeiter und Angestellte kann eine BU-Versicherung wie andere Versicherungsarten angerechnet werden und so die alljährliche Steuerlast reduzieren. Abhängig von der sonstigen Anrechnung von Sonderausgaben bei der Einkommensteuer ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung mehr oder weniger für die steuerliche Anrechnung nützlich. Neben der Beitragsphase sollte auch ein Blick auf die steuerliche Behandlung bei der Auszahlung einer BU-Rente beachtet werden, die leider wie viele andere Einnahmen zu den jährlichen Einkünften zu rechnen ist.

Kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung steuerlich angerechnet werden?

Ja, die grundsätzliche Anrechenbarkeit ist gegeben, so dass die steuerliche Belastung bei jeder Einkommenssteuererklärung reduziert wird. Die BU-Versicherung wird als sonstige Vorsorgeaufwendung bezeichnet, bei der ein Versicherungsnehmer privat zur Vorsorge von Leibrisiken aufkommt. Zu dieser Art von Versicherungen gehören z. B. auch klassische Lebensversicherungen oder privat abgeschlossene Zusatzrenten. Aktuell liegt die Möglichkeit der steuerlichen Anrechenbarkeit bei einem Maximalbetrag von 1.900 Euro, bei Selbstständigen und Freiberuflern sogar bei 2.800 Euro. Sollte dieser Betrag mit der BU-Versicherung und weiteren Vorsorgeprodukten überschritten werden, wird die Steuerlast lediglich um die gerade angegebenen Beträge reduziert. Den genannten Maximalbetrag alleine mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu erreichen, dürfte bei einem umgerechneten Montagsbeitrag von knapp 160 Euro nur in den wenigsten Fällen gegeben sein. Beim Vertragsabschluss als betriebliche Altersvorsorge kann sich eine Anrechenbarkeit bis zu 2.630 Euro ergeben.

Muss ich Leistungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung versteuern?

Neben den steuerlichen Vorteilen während der Ansparphase sind natürlich auch die steuerlichen Aspekte bei Auszahlung einer monatlichen BU-Rente zu betrachten. Leider ist die BU-Rente nicht steuerfrei, sondern muss zu den Gesamteinkünften der entsprechenden Person gezählt werden. Oftmals liegt die Situation vor, dass eine Berufsunfähigkeit zum Erhalt der Versorgungsleistungen qualifiziert, jedoch keine generelle Erwerbsunfähigkeit vorliegt. In diesem Fall geht der Betroffene noch einem kleinen Nebenjob nach, dessen Einnahmen er natürlich auch versteuern muss (außer bei einem Minijob von unter 450 Euro monatlich). Grundsätzlich müssen Betroffene unabhängig von einer BU-Rente und sonstigen Einnahmen eine Einkommensteuererklärung einreichen und hier ihren BU-Schutz sowie andere Versorgungsleistungen wie z. B. eine staatliche Erwerbsminderungsrente angeben.1

5. Wechsel und Kündigung einer Berufsunfähigkeitsversicherung

5.1 Den Wechsel einer Versicherungsgesellschaft planen und durchführen

Sowohl im Bereich der Berufsunfähigkeit als auch allen weiteren Versicherungssparten kommt es vor, dass Versicherte nicht mehr den fortwährenden Schutz eines Versicherers beanspruchen wollen und stattdessen zu einer anderen Versicherung wechseln möchten. Formal ist die Kündigung einer Berufsunfähigkeitsversicherung und der Wechsel zu einer anderen Versicherung mühelos möglich, allerdings können sich bei der Aufnahme durch den neuen Versicherer finanzielle Nachteile ergeben, die den vermeintlichen Vorteil eines besseren Tarifs schnell zerstörten. Der Wechsel sollte daher gerade bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung genau geplant werden, um durch diesen keine unnötige Benachteiligung zu erleiden.

Welche Gründe für einen Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung sprechen

Es gibt viele Gründe, warum sich Kunden bei einer bestimmten Versicherung nicht mehr wohlfühlen und mit einem Wechsel des Anbieters liebäugeln. Zu den häufigsten Gründen zählen:

Egal, welche Gründe im individuellen Fall auch vorliegen – eine andere Versicherung gleicht diese Probleme nach einem Wechsel aus und wird so zu einem potenziellen Ansprechpartner für den fortlaufenden Versicherungsschutz. Die Entwicklung neuer Tarife im BU-Bereich geht stetig voran und weckt nicht selten das Interesse, einen alten Vertrag aufzugeben und zu wechseln. Auch die Kosten können sich bei einer anderen Versicherung günstiger gestalten, doch genau hier sollte auf vermeintliche Stolpersteine geachtet werden.

Höhere Beiträge durch eine neue Gesundheitsprüfung

Wer komplett zu einer neuen Versicherung wechselt, wird hier als Neukunde gehandelt. Das heißt konkret, der Versicherte muss bei der Antragsstellung eine Gesundheitsprüfung über sich ergehen lassen. Gerade wenn der Abschluss des bestehenden Versicherungsvertrags bereits viele Jahre zurückliegt, hat sich die Grundlage zur Berechnung der Beiträge erheblich verändert. Der Antragssteller ist erheblich gealtert, zudem dürfte seine Gesundheit nicht mehr so gut wie noch vor einigen Jahren sein. Diese Risikofaktoren sorgen direkt für höhere Beiträge, was viele Versicherungsnehmer bei ihrem Wechselwillen gar nicht berücksichtigen. Um sich das Ausmaß bewusst zu machen, sollte vor der Kündigung des alten Vertrags ein Probevertrag bei einem potenziell neuen Versicherer durchgerechnet werden.

Leistungen und Kosten beim Wechsel ins Verhältnis setzen

Viele Versicherte sind sich bewusst, nach dem Wechsel einen höheren Beitrag zahlen zu müssen, gehen aber bewusst den Schritt eines Versicherungswechsels. Dies kann gerade dann Sinn ergeben, wenn das Konkurrenzangebot deutlich bessere Leistungen als der aktuelle Vertrag zu bieten hat. Letztlich geht es beim Abschluss einer BU-Versicherung nicht nur um den monatlichen Beitrag, sondern um ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis. Wenn ein neuer Tarif deutlich mehr zu bieten hat als der fortlaufende Vertrag des alten Versicherers, kann ein leicht höherer Monatsbeitrag hierfür nur berechtigt sein. Unabhängig hiervon gilt natürlich: Je älter und gesundheitlich belasteter der Versicherungsnehmer ist, steigen die Kosten beim Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung erheblich an.

Innerhalb einer Versicherung wechseln als lohnenswerte Alternative

Wer generell mit seinem Versicherer zufrieden ist und lediglich die Leistungen oder Kosten seines aktuellen BU-Vertrags anpassen möchte, sollte nicht gleich den Wechsel zu einer neuen Versicherung in Betracht ziehen. Vielfach bietet auch der alte Versicherer andere Tarifvarianten, mit deren Hilfe sich eine individuell bessere Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen lässt. Durch die Weiterentwicklung ihrer Tarife bieten die Versicherer bessere Leistungen, wobei je nach Gesellschaft keine neue Gesundheitsprüfung nötig wird. Auch eine Anpassung nach unten ist denkbar, falls der Versicherte mit den Beitragshöhen nicht mehr zurechtkommt. In diesem Fall lassen sich Kosten und Leistungen gleichermaßen absenken, wobei dies aufgrund der drohenden Versorgungslücke eher nicht anzuraten ist.

5.2 Kündigung einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Wie in allen Versicherungssparten ist es auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung möglich, eine Kündigung auszusprechen. Die Gründe hierfür können vielfältig sein und von einem besseren Angebot eines Konkurrenten bis zu einer zu großen Beitragsbelastung reichen. Damit eine Kündigung der Versicherung erfolgreich ablaufen kann, sind einige Fristen und Formalitäten zu beachten. Da derartige Formfehler schlimmstenfalls eine Kündigung nichtig machen und den Versicherten ein weiteres Jahr an einen Versicherungsvertrag mit dessen Beitragszahlung binden, sollte im Vorfeld jeder Schritt der Kündigung genau überdacht werden.

Aus welchen Gründen eine Berufsunfähigkeitsversicherung gekündigt wird

Wie in allen Versicherungssparten geht es auch im Bereich BU bei Kündigungen häufig darum, dass die Beiträge nicht mehr ordnungsgemäß gezahlt werden können. Viele Haushalte sehen sich einer zu großen finanziellen Belastung gegenüber und geben deshalb ihren Versicherungsschutz auf. Dies ist jedoch nur einer von vielen Gründen für die Kündigung der BU Versicherung. Häufig in der Praxis anzutreffen sind:

Auch wenn bei manchen dieser Faktoren aus dem Affekt heraus eine Kündigung naheliegt, sollte dieser Schritt dennoch in Ruhe überlegt werden. Viele Bundesbürger haben im Laufe der Jahre eine voreilige Kündigung ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung bereut.

Welche Fristen und Formen bei der Kündigung zu beachten sind

Der formale Aspekt ist verhältnismäßig simpel. Die Kündigung ist schriftlich und vom Versicherungsnehmer unterschrieben einzureichen. Erfolgt die Einreichung über den Postweg, kann sich ein Einschreiben mit Rückschein lohnen. Hierdurch erhält der Versicherungsnehmer die Gewissheit, dass der Versicherer die Kündigung fristgerecht erhalten hat. Das Einschreiben ist als obligatorisch zu sehen, wenn der Versicherer nicht vor Ort anzutreffen ist und als Direktanbieter im Internet auftritt.

Bei den Fristen gibt es zwei Varianten: Die reguläre Kündigung sowie die Nutzung des Sonderkündigungsrechts. Häufiger kommt die reguläre Kündigung zum Einsatz, die in einer Frist von drei Monaten zum Ende des Versicherungsjahr einzureichen ist. Ein Blick in den laufenden Vertrag zeigt auf, wann ein neues Versicherungsjahr beginnt und bis wann somit drei Monate vorher die Kündigung zugestellt werden sollte. Mit dem Sonderkündigungsrecht ergibt sich eine kürzere Frist von gerade einmal vier Wochen.2

Welche Ereignisse ein Sonderkündigungsrecht auslösen

Verglichen mit anderen Sparten des Versicherungswesens, in denen regelmäßig eine Beitragsanpassung vorgenommen wird (z. B. die KFZ-Versicherung), ist das Sonderkündigungsrecht bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung eher selten. Im Regelfall wird es ausgelöst, wenn sich grundlegende Änderungen rund um den abgeschlossenen Versicherungsvertrag bzw. den zugehörigen Tarif ergeben. Die Versicherung kann sich beispielsweise dazu entscheiden, Leistungen aus dem Tarif herauszunehmen oder die monatlich fortlaufenden Beiträge anzupassen. In den meisten Fällen kann sich der Versicherungsnehmer jedoch sicher sein, dass über Jahre und Jahrzehnte hinweg die Konditionen seines Versicherungsschutzes gleichbleiben. Auch das Eintreten eines Leistungsfalls kann für beide Seiten zu einem Sonderkündigungsrecht führen. In der Praxis wird das Sonderkündigungsrecht genutzt, wenn es Streitigkeiten rund um die Leistungen für eine zeitlich begrenzte Auszahlung der BU-Rente gekommen ist.

Nach der Kündigung das Risiko Berufsunfähigkeit weiter absichern

Die BU-Versicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungsarten überhaupt. So sinnvoll es in den Augen einzelner Versicherungsnehmer auch sein kann, einen BU-Vertrag zu kündigen, so sinnvoll ist die anschließende Absicherung bei einem anderen Versicherer bzw. in einem anderen Tarif des gleichen Versicherungsunternehmens. Mit der Aufgabe dieses Versicherungsschutzes ohne weiteren Vertrag gehen alle Betroffenen ein großes Risiko ein, das schlimmstenfalls bei einer Berufsunfähigkeit direkt in die Armut hineinführt. Einfach nur zu kündigen und sich hierüber keine Gedanken zu machen, kann als fahrlässig angesehen werden. Wer seine Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich kündigen möchte, sollte somit einen leistungsstarken oder preiswerten Anschlussvertrag einer anderen Versicherungsgesellschaft als Probevertrag in der Tasche haben.

6. Wissenswertes zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung

6.1 Grundlegende Definition der Berufsunfähigkeit

Um sich mit dem Thema Berufsunfähigkeit und dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung seriös auseinandersetzen zu können, ist die Kenntnis einer grundlegenden Definition unverzichtbar. Durch sie lässt sich erfahren, was in Augen des Staates oder bei Versicherungsunternehmen überhaupt als Berufsunfähigkeit verstanden wird. Gerade die Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen wie der Erwerbsunfähigkeit fällt vielen Laien in Versicherungsfragen schwer, wobei diese eine wesentliche Rolle für den Bezug von staatlichen oder privaten Leistungen spielt.

Berufsunfähigkeit – eine Definition

Eine einheitliche und eindeutige Definition der Berufsunfähigkeit gibt es zwar nicht, dennoch hat sich eine Formulierung im Versicherungsjargon eingebürgert. Hier wird von Berufsunfähigkeit gesprochen, wenn die betroffene Person aufgrund von Invalidität, einer Erkrankung oder einer anderen Form des Kräfteverfalls nicht mehr in der Lage ist, ihrer Berufstätigkeit auf eine absehbare Zeit von sechs Monaten nachzugehen. Hierbei wird Bezug auf eine Berufstätigkeit genommen, die der Ausbildung bzw. dem aktuellen Arbeitsumfeld der betroffenen Person entspricht und die zudem im Verhältnis zu ihrer aktuellen Lebenssituation steht. Je nach Versicherer können einzelne Aspekte anders formuliert sein, dies ist beim Vertragsabschluss unbedingt zur Vermeidung einer Benachteiligung des Versicherten zu beachten.

Weitere Informationen zur Definition der Berufsunfähigkeit

Mit der obigen Definition wird nicht alleine auf den körperlichen Verschleiß eingegangen, auch wenn dieser heute wie vor Jahrzehnten der Hauptgrund für eine Berufsunfähigkeit ist. Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen oder die plötzliche Invalidität nach einem Unfall können für eine Berufsunfähigkeit sorgen. Die Formulierung mit der Anpassung an die Lebenssituation soll dafür sorgen, dass der Betroffene nicht auf ein anderes Arbeitsverhältnis verwiesen werden kann, das gar nicht seiner Qualifikation entspricht oder mit erheblichen Gehaltseinbußen verbunden ist. Behandelt wird dies im Rahmen der konkreten bzw. abstrakten Verweisung – zwei Regelungen, die grundsätzlich nicht in einem modernen Vertrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden sein sollten.

Ab wann Leistungen für eine eingetretene Berufsunfähigkeit gewährt werden

Sollte die gesundheitliche Situation eines Bundesbürgers in oben beschriebener Weise beeinträchtigt sein, stehen ihm Leistungen einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung bzw. unter Umständen eine gesetzliche Erwerbungsminderungsrente zu. Ob tatsächlich eine Berufsunfähigkeit vorliegt und wie stark diese ausfällt, wird nach Untersuchung durch einen Amtsarzt festgelegt. Bei den meisten privaten Versicherungsverträgen zur Berufsunfähigkeit hat sich folgender Standard durchgesetzt: Der Versicherte erhält seine vereinbarte BU-Rente in vollem Umfang, sofern ein Berufsunfähigkeitsgrad von 50 % diagnostiziert wurde. Die 50 % bedeuten, dass er die Hälfte seiner gewohnten Arbeitsprozesse durch die gesundheitliche Einschränkung nicht mehr ausüben kann.3

Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit voneinander abgrenzen

Neben dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wird von privaten Versicherern auch der Schutz vor einer Erwerbsunfähigkeit angeboten. Die beiden Begriffe sind nicht gleichwertig, die Erwerbsunfähigkeit geht vielmehr deutlich weiter. Mit ihr ist gemeint, dass die Gesundheit der betroffenen Person generell nicht mehr ausreicht, um am Erwerbsleben teilzunehmen. Bei einer eingetretenen Berufsunfähigkeit ist die Gesundheit lediglich soweit eingeschränkt, dass die Ausübung des aktuellen bzw. erlernten Berufs nicht mehr möglich wird. Für andere Berufsbranchen könnte hingegen der gesundheitliche Zustand noch ausreichen, was bei einem Erwerbsunfähigen nicht mehr der Fall wäre. Für die Absicherung der Erwerbsunfähigkeit bei einer Versicherung heißt dies, dass Verträge dieser Art bei gleichen zugesicherten Leistungen preiswerter zu finanzieren sind. Schließlich tritt die komplette Erwerbsunfähigkeit unwahrscheinlicher ein als eine Berufsunfähigkeit.

Die Berufsunfähigkeit und Leistungen vom Staat

Die oben genannte Definition wird in ähnlicher Weise auch vom Staat für eine Ersatzrente angelegt, allerdings wird eine echte Berufsunfähigkeitsrente nur noch Personen mit einem Geburtsdatum vor dem 1. Januar 1961 geboten. Für jüngere Versicherte wird alleine eine Erwerbsminderungsrente ausgezahlt, wobei der Begriff bereits andeutet, dass hier nicht mehr die Berufsunfähigkeit als Maßstab genommen wird. Vielmehr spielt für die Sozialkassen des Staates alleine die generelle Erwerbsunfähigkeit eine Rolle, die wie angedeutet nicht so wahrscheinlich ist wie die Berufsunfähigkeit.

Die Folge hiervon ist, dass Leistungen von Vater Staat in deutlich weniger Fällen ausgezahlt werden als bei einer diagnostizierten Berufsunfähigkeit im Rahmen eines privaten Versicherungsvertrags. Doch nicht nur dies – die Leistungen des Staates werden zudem gestaffelt gewährt. Nur wer keine drei Stunden pro Tag mehr dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, kann mit einer vollen Erwerbsunfähigkeitsrente von ca. einem Drittel des letzten Bruttolohns rechnen. Wer hingegen noch mehr als sechs Stunden pro Tag arbeiten kann, erhält gar keine Leistungen im Rahmen der staatlichen Erwerbsunfähigkeitsrente.

Private Vorsorge lohnt in nahezu allen Fällen

Durch die unterschiedliche Bewertung der Berufsunfähigkeit von privaten Versicherern und der gesetzlichen Sozialkasse ergeben sich viele Sondersituationen. Beispielsweise können einem Betroffenen mit einer bestimmten, gesundheitlichen Einschränkung die vollen Leistungen aus einem BU-Vertrag zustehen, vom Staat erhält er hingegen keinen Cent aus einer Erwerbsunfähigkeitsrente. Diese Diskrepanz sorgt dafür, dass der private Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung in jedem Fall zu empfehlen ist. Ansonsten bleibt bei einer eingetretenen Berufsunfähigkeit schlimmstenfalls nur der Gang zum Sozialamt und ein Leben mit Hartz IV Leistungen.

6.2 Ursachen einer Berufsunfähigkeit

Viele Menschen, die bislang noch keine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben, können sich nur wenige Gründe für das Eintreten dieses Risikos vorstellen. Häufig wird alleine an einen klassischen Heimwerker oder Werksarbeiter gedacht, der tagtäglich körperlich schwer arbeitet und irgendwann zu sehr unter dieser Belastung leidet. Tatsächlich gibt es viele weitere Ursachen, weshalb ein Mensch berufsunfähig werden kann und somit nicht mehr für seine gewohnte Arbeit zur Verfügung steht. Nur wer sich die verschiedenen Ursachen einer Berufsunfähigkeit vor Augen führt, wird das individuelle Risikopotenzial erkennen. Denn längst sind es nicht mehr nur körperlich hart arbeitende Menschen, die vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden und hierdurch vielfach finanzielle Einbußen erleiden.

Welche Gründe eine Berufsunfähigkeit haben kann

Seit der Jahrtausendwende belegen die Statistiken der Versicherungen, dass es zu einer allmählichen Verschiebung hin zu psychischen Erkrankungen als Ursache für eine Berufsunfähigkeit kommt. Zwar machen körperliche Beschwerden weiterhin den Großteil der Ursachen aus, allerdings ist es zu einem alarmierenden Anstieg psychischer Ursachen gekommen. Dies bedeutet im Umkehrschluss: Kaum ein Erwerbstätiger kann unabhängig von seiner Berufsbranche darauf schließen, dass nicht auch er von einer drohenden Berufsunfähigkeit mit steigendem Lebensalter betroffen ist.

Typische körperliche Erkrankungen als Ursache einer Berufsunfähigkeit

Zu den wichtigsten, körperlichen Ursachen für eine Berufsunfähigkeit gehören Rückenschmerzen, Probleme mit den Gelenken oder Herz-Kreislauf-Probleme. Manche dieser Symptome sind direkt auf die gleiche, berufliche Tätigkeit über Jahrzehnte hinweg zurückzuführen. Andere sind generelle Alterserscheinungen, die sich negativ auf die Ausführung der alltäglichen Arbeitsschritte auswirken. Da jeder Mensch mit steigendem Lebensalter einem wachsenden, körperlichen Verschleiß ausgesetzt ist und die Kräfte schwinden, kann hierdurch in vielen Branchen das Problem einer dauerhaften Berufsunfähigkeit entstehen.

Psychische Ursachen als Grund für eine Berufsunfähigkeit nicht unterschätzen

Wie angedeutet, wird in den letzten Jahren verstärkt ein Antrag auf Berufsunfähigkeit aufgrund von psychischen Erkrankungen eingereicht. Vor allem Symptome des Burn-Outs sorgen vielfach für die Unmöglichkeit, in gewohnter Weise der eigenen Arbeit nachzugehen. In vielen Fällen handelt es sich um eine temporäre Berufsunfähigkeit, die einige Monate bis hin zu wenigen Jahren andauert. Allerdings können der Burn-Out oder fortwährende Depressionen auch dafür sorgen, dass eine dauerhafte Berufsunfähigkeit vorliegt und Ängste, Panikattacken und ähnliche Symptome die Rückkehr an den Arbeitsplatz verhindern.

Ursachen für BU

Unfälle und ihre Folgen nicht auf die leichte Schulter nehmen

Viele der oben genannten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit sind eher auf eine fortwährende Belastung am Arbeitsplatz zurückzuführen, die Erwerbstätige in der mittleren und späten Phase ihres Arbeitslebens betreffen. Allerdings sind bereits junge Menschen sehr häufig vom Risiko der drohenden Berufsunfähigkeit betroffen, ohne dies bewusst wahrzunehmen. Die Rede ist von der Berufsunfähigkeit als Folge einer Invalidität, die z. B. aus einem Verkehrs- oder Sportunfall herrühren kann.

Da gerade in jungen Jahren häufig eine sehr aktive und bisweilen risikoreiche Lebensweise geführt wird, kann sich der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung bereits für Studierende oder noch jüngere Bundesbürger ohne eine Erwerbstätigkeit lohnen. Der Vorteil in diesem Fall ist, dass die Beiträge aufgrund des jungen Alters des Versicherungsnehmers noch sehr niedrig ausfallen. Die Kalkulation der Versicherung erfolgt hier nach pauschalen Standards, da der Schüler bzw. Studierende noch keiner bestimmten Berufstätigkeit nachgeht.

6.3 Prävention

Welche Prävention gegenüber einer Berufsunfähigkeit möglich ist

Eine Berufsunfähigkeit zu erleiden, ist aus gesundheitlichen wie finanziellen Gründen ein erheblicher Einschnitt ins bisherige Leben. Selbst wer eine leistungsstarke Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat und so zumindest finanziell eine größere Sicherheit gewinnt, wird den Ernstfall dennoch vermeiden wollen. Eine Prävention gegen eine drohende Berufsunfähigkeit ist prinzipiell möglich, verlangt vom Betroffenen jedoch große Disziplin und eine Klarheit über die aktuellen Lebensumstände. Auch wenn die Berufsunfähigkeit bereits eingetreten ist, kann mit verschiedenen Maßnahmen für eine Verbesserung des Gesundheitszustands gesorgt bzw. die Verschlimmerung des Zustands verhindert werden.

Eine gesunde Lebensweise als wesentliche Maßnahme der Prävention

In den meisten Fällen ist die Anerkennung einer Berufsunfähigkeit folge einer dauerhaften, körperlichen oder psychischen Erkrankung. Um diese nicht zu erleiden, ist eine gesunde Lebensweise zu empfehlen, die jedoch bei jedem Menschen ein anderes Ausmaß haben kann. Ausreichend Schlaf, eine gesunde Ernährung sowie Möglichkeiten, dem alltäglichen Stress zu entfliehen, gehören hierbei zu den wichtigsten Maßnahmen der Prävention. Leider ist es nicht allen Menschen gleichermaßen möglich, diese Form der Vorbeugung zu leisten. Wer sich beispielsweise seine Arbeitszeit frei einteilen kann oder zu Hause arbeitet, wird eher zur körperlichen und seelischen Entspannung finden als Arbeitskräfte im Schichtdienst und bei täglichen Fahrten durch den stressigen Berufsverkehr.

Wer erkannt hat, dass die eigene Berufstätigkeit dauerhaft zu körperlichen oder psychischen Symptomen führt, sollte auch über den Wechsel von Arbeitsplatz oder Branche nachdenken. Dies ist leichter gesagt als getan, da viele Betroffene bei Kündigung und Jobsuche für sich keine guten Aussichten auf eine Neuanstellung sehen. Auch finanzielle Einbußen durch den Wechsel des Arbeitsplatzes möchte niemand gerne eingehen. Diesen durchaus berechtigten Überlegungen sollte entgegengesetzt werden, dass der Verbleib am bisherigen Arbeitsplatz zu einer noch größeren Einschränkung in finanzieller und gesundheitlicher Hinsicht führen kann. Tritt erst einmal die Berufsunfähigkeit fortwährend ein und besteht kein Schutz einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung, rutschen viele Betroffene schneller unter die Armutsgrenze als gedacht.

Die richtige Prävention nach Eintritt der Berufsunfähigkeit

Eine Berufsunfähigkeit muss kein dauerhafter Zustand sein, der einen Betroffenen bis zum Eintritt ins gesetzliche Rentenalter begleitet. Gerade bei psychischen Erkrankungen wie einem Burn-Out ist es üblich, dass die Berufsunfähigkeit nur temporär gegeben ist und der Betroffene nach einigen Monaten wieder ins Berufsleben zurückgeführt werden kann. Auf dem Weg hierhin helfen Reha-Maßnahmen, Kuren oder Therapien vor Ort.

Leider erkennen viele Betroffene ihre körperlichen und psychischen Beschwerden erst dann, wenn es zu spät ist und diese bereits zu einer Berufsunfähigkeit geführt haben. Hier heißt es, sich aktiv mit der eigenen Arbeits- und Lebensweise auseinanderzusetzen und hierdurch zu ermitteln, wo Verbesserungen vorzunehmen sind. Das Leben bewusster wahrzunehmen, ein neues Hobby zu suchen oder besser in der Freizeit abschalten zu können, sind eine gute Präventionsmaßnahme und minimieren das Risiko für eine erneute Erkrankung in der Zukunft.

Prävention und Berufsunfähigkeit: Die ärztliche Anordnungsklausel beachten!

Welche Maßnahmen zur Prävention individuell zu treffen sind, wird üblicherweise von den behandelnden Ärzten festgelegt. Gelegentlich kommt es vor, dass ein Patient nicht in die Anweisungen eines Arztes einwilligen möchte, was dessen vorgeschlagene Präventionsmaßnahmen betrifft. Manche Therapien oder Medikamente sieht der Patient vielleicht kritisch oder er verweigert sich, aufgrund von zu hohen Zuzahlungen in einen längeren Kuraufenthalt einzuwilligen. Grundsätzlich ist diese Verweigerung natürlich möglich, dennoch sollte bei einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung beachtet werden, ob hierdurch vielleicht die Leistungen der fortlaufenden BU-Rente versagt werden.

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