Fragen & Antworten zur Kfz-Versicherung

Auf Experte24 finden Sie umfangreiche Informationen zum Thema Kfz-Versicherung. Falls trotzdem noch Unklarheiten bestehen, haben wir hier noch einmal die häufigsten Fragen zusammengefasst und verständlich beantwortet.

Sollten dennoch noch Fragen offen sein, nehmen Sie gerne persönlich Kontakt mit uns auf.

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FAQ für Haftpflichtversicherungen

Welche Unterlagen und Daten werden für einen Vergleichsrechner benötigt?

Um einen fundierten Vergleich durchführen zu können, sollte der Fahrzeugbrief oder der Fahrzeugschein vorliegen. Aus diesen Dokumenten sind Kerndaten wie die genaue Bezeichnung des Fahrzeugs sowie die Schlüsselnummern des Fahrzeugtyps zu entnehmen. Falls diese Dokumente nicht vorliegen und lediglich Typ und Alter des Fahrzeugs grob abgeschätzt werden können, machen es viele Vergleichsrechner ihren Nutzern möglich, durch eine gezielte Fahrzeugsuche die Auswahl Schritt für Schritt einzuschränken. Da der Versicherungsbeitrag zudem von der Anzahl der schadenfreien Jahre abhängt, sollte beim rechnerischen Vergleich die jeweilige Schadenfreiheitsklasse korrekt eingegeben werden können, die beim Haftpflichtschutz sowie den Kaskoversicherungen nicht zwingend den gleichen Wert betragen muss. Die entsprechenden Daten lassen sich am ehesten aus der letzten Mitteilung oder Beitragsaufstellung der KFZ-Versicherung auslesen.

Warum lassen sich manche Fahrzeuge beim Kfz-Vergleich nicht finden?

Dass Fahrzeuge bei einem rechnerischen Vergleich nicht aufzufinden sind, liegt hauptsächlich an ihrem Alter. Die Grundlage sämtlicher Vergleichsrechner stellt eine Datenbank mit den aktuellen Tarifen und Einstufungen der einzelnen Versicherungen dar, besonders alte Baureihen und Fahrzeugtypen werden hier nicht mehr geführt. Wer heutzutage noch ein Fahrzeug mit einem Baujahr oder einer Erstzulassung in den 1980er Jahren versichern möchte, dürfte daher bei vielen Marken für den rechnerischen Vergleich kein Glück mehr haben. Auch der umgekehrte Fall ist möglich: Ein Fahrzeughersteller bringt eine brandneue Modellreihe auf den Markt, die aktuell noch nicht von den Versicherungstarifen erfasst wird und deshalb noch nicht bei einem rechnerischen Vergleich eingebunden werden kann. In letzterem Fall empfiehlt es sich, einfach die Vorgängerbaureihe im Vergleichsrechner einzustellen, um so einen groben Überblick über die verschiedenen Versicherungen mit ihren jeweiligen Tarifstrukturen zu erhalten.

Wie gewinne ich Sicherhiet, dass der angezeigte Beitrag tatsächlich das günstigste Angebot darstellt?

Die Qualität der Berechnungen eines KFZ Rechners hängt stark vor der Qualität der eingegebenen Daten über das zu versichernde Fahrzeug und den Versicherungsnehmer ab. Wer seine Eingaben sehr präzise vornehmen kann und Typschlüssel, Schadenfreiheitsklassen etc. richtig eingibt, erhält hierdurch die Sicherheit, auch bei den Ergebnissen des KFZ Vergleichsrechners präzise Aussagen zu erhalten. Mit einer korrekten Eingabe der Daten dürfte sich demnach kein Tarif finden lassen, der in seinen Konditionen die beim Vergleich angezeigten Beiträge unterschreitet.

Worum handelt es sich bei der sogenannten Schadenfreiheitsklasse (SF)?

Die Schadenfreiheitsklasse gehört zu den wichtigsten Faktoren bei der Berechnung eines individuellen KFZ-Tarifs. Die Einstufung in eine bestimmte Schadenfreiheitsklasse hängt von der Anzahl der unfallfreien Jahre des Versicherungsnehmers ab, noch präziser formuliert, über wie viele Jahre dieser seine Versicherung nicht um die Begleichung eines Schadens gebeten hat. Bislang war bei den meisten Versicherungen in Deutschland ein System mit insgesamt 25 Schadenfreiheitsklassen etabliert, ohne Schadensmeldung steigt jeder Versicherte zum nächsten Kalenderjahr um eine weitere Klasse auf. Sämtliche Schadenfreiheitsklassen sind mit einem bestimmten Prozentsatz verbunden, der sich auf die Höhe des erstmalig berechneten Versicherungsbetrags bezieht. Mit höherer Einstufung sinkt der Prozentsatz, d. h. der Versicherte erhält eine Vergünstigung in seinen Beiträgen. Die Eingabe der Schadenfreiheitsklasse ist somit auch bei einem rechnerischen KFZ Vergleich entscheidend, da diese Größe wesentlichen Einfluss auf die Beitragshöhe nimmt. Abhängig von Art und Anzahl der gemeldeten Schäden kann es zu Abweichungen in den Schadenfreiheitsklassen beim Haftpflichtschutz sowie den Kaskoversicherungen kommen, da eine Schadensmeldung mit einer Hochstufung in den Schadenfreiheitsklassen verbunden ist.

In welcher SF-Klasse findet die Einstufung in den Bereichen Haftpflicht und Kaskoschutz statt?

Sollte eine Person erstmalig als Versicherungsnehmer für eine KFZ-Versicherung auftreten, findet eine Einstufung in die SF-Klasse 0 statt, die mit einem Prozentsatz von 240 % des Grundbeitrags und somit einem sehr hohen Versicherungsbeitrag verbunden ist. Sollte im Laufe der Jahre die Versicherung gewechselt bzw. ein neues Fahrzeug angemeldet werden, wird die bisherige Schadenfreiheitsklasse mit in den neuen Vertrag übernommen. Mit jedem Kalenderjahr ohne Meldung eines Schadens an die Versicherung steigt der Versicherungsnehmer in die nächsthöhere Schadenfreiheitsklasse auf, umgekehrt sinkt die Einstufung im Schadensfall. Hierdurch können Abweichungen bei verpflichtenden Haftpflichtschutz sowie bei einer freiwilligen Kaskoversicherung entstehen. Sollte der Versicherungsnehmer über fünf Jahre hinweg keine Teil- oder Vollkaskoversicherung abgeschlossen haben und sich wieder für diesen Schutz entscheiden, findet nach der genannten Zeitspanne eine Einstufung auf dem selben Niveau wie beim Haftpflichtschutz statt. Um die hohen Beiträge der SF-Klasse 0 zu umgehen, werden Fahranfänger gerne beim Partner oder einem Elternteil mitversichert, wodurch sich der Einstieg mit einem Zweitwagen preiswerter gestaltet und die SF-Klasse des erfahreneren Versicherungsnehmers ausgenutzt werden kann.

Wie werde ich als Fahranfänger eingestuft?

Fahranfänger werden bei allen Versicherungen in der Schadenfreiheitsklasse 0 eingestuft, da sie noch nicht über Erfahrungen im Straßenverkehr verfügen. Genau aus diesem Grund sehen die Versicherungen auch ein erhöhtes Schadensrisiko bei frischen Verkehrsteilnehmern gegeben, so dass diese mit einem Beitragssatz von 240 % bezogen auf den kalkulierten Grundbeitrag sehr teures Geld für ihren Versicherungsschutz bezahlen müssen. Eine Alternative hierzu ist der Einstieg in die sogenannte Schadenfreiheitsklasse 0,5 sämtlicher Versicherungen, die mit einem Beitragssatz von 125 % deutlich niedriger ausfällt. Voraussetzung hierfür ist, dass beim gleichen Versicherer bereits ein Elternteil oder ein erfahrener Ehe- oder Lebenspartner versichert ist. In diesem Fall lässt sich von einer Familien- oder Partnerregel mit der Einstufung des Fahrzeugs als Zweitwagen profitieren.

In welcher Schadenfreiheitsklasse wird ein Zweitwagen eingestuft?

Die Einstufung eines Zweitwagens hängt sowohl von der Fahrerfahrung des Versicherungsnehmers wie von der jeweiligen Versicherungsgesellschaft ab. Sollte ein erfahrener Autofahrer mit einer hohen Schadenfreiheitsklasse und folglich einem niedrigen Beitragssatz einen Zweitwagen versichern wollen, findet bei den meisten Gesellschaften eine Einstufung auf dem selben Niveau wie der Erstwagen statt. In anderen Fällen findet eine pauschale Einstufung des Zweitwagens z. B. in der Schadenfreiheitsklasse 2 statt, da viele Versicherungsnehmer in Deutschland die Zweitwagenregelung ausnutzen, um einen Fahranfänger mit seinem ersten Fahrzeug preisgünstiger als in der Schadenfreiheitsklasse 0 abzusichern. Ein genauer Blick in die Vertragsbedingungen der einzelnen Versicherungen lohnt hier, da die Einstufung des Zweitwagens in eine bestimmte SF-Klasse auch mit zusätzlichen Bedingungen und Restriktionen einhergehen kann.

Warum weichen bei gleicher Schadenfreiheitsklasse die Beiträge bei unterschiedlichen Versicherungen voneinander ab?

Die Schadenfreiheitsklasse ist eine wichtige Berechnungsgrundlage für die Beiträge der KFZ-Versicherer, allerdings spielen noch viele weitere Faktoren in die jeweilige Beitragshöhe ein. Jede Versicherung führt umfassende Statistiken über die bei ihrem Unternehmen abgesicherten Fahrzeuge und den zugehörigen Schadensrisiken. Sollte der Wechsel der KFZ-Versicherung angestrebt oder zum Vergleich verschiedene Gesellschaften gegenübergestellt werden, orientieren sich diese bei ihren Berechnungen stets an der genannten Schadenfreiheitsklasse, nicht am bislang bezahlten Beitrag. Abhängig von Fahrzeugtyp, Fahrzeugalter, Schadensstatistiken und unterschiedlichen Bonusleistungen, z. B. bei einem Garagenplatz oder einer bestimmten Laufleistungen pro Jahr, errechnet jede Versicherungsgesellschaft einen individuellen Beitragssatz. Dieser kann aufgrund der Vielzahl von Faktoren auch bei gleicher Schadenfreiheitsklasse höher oder niedriger als der bisherige KFZ-Versicherungstarif ausfallen.

Kann die Schadenfreiheitsklasse auch auf eine andere Person übertragen werden?

Eine Übertragung der Schadenfreiheitsklasse ist bei vielen Versicherungen möglich, folgt aber bestimmten Einschränkungen. Je nach Versicherung ist die Übertragung des Schadenfreiheitsrabattes ausschließlich bei einem familiären Verhältnis möglich, in der Praxis üblich ist die Rabattübertragung von Eltern auf die Kinder oder auf einen Ehe- bzw. Lebenspartner. Hierbei kann nicht unbegrenzt von einem sehr niedrigen Beitragssatz profitiert werden, vielmehr gewährt die Versicherung höchstens die Schadenfreiheitsklasse, die der Begünstigte mit Dauer seines Führerscheinbesitzes selbst hätte erwerben können. Wer erst zwei oder drei Jahre seinen Führerschein besitzt, wird daher nicht einen Übertragungsrabatt von Vater oder Mutter in Höhe von 30 Prozent übernehmen können, in jedem Fall jedoch eine günstigere Einstufung als in der Schadenfreiheitsklasse 0 mit 240 Prozent erhalten.

Wann ist der Abschluss einer Kaskoversicherung sinnvoll?

Im Vergleich zur KFZ-Haftpflichtversicherung, die zwingend für jedes Automobil im deutschen Straßenverkehr abzuschließen ist, ist ein Teilkasko- bzw. Vollkaskoschutz auf freiwilliger Basis abzusichern. Eine Teilkaskoversicherung mit Schutz vor Elementarschäden, Diebstahl oder Vandalismus ist letztlich für jeden Fahrzeughalter sinnvoll, der ein höheres Sicherheitsbedürfnis hat und nicht alleine für die Unfallsituation abgesichert sein möchte. Viele Versicherungen ermöglichen es mittlerweile, gezielt verschiedene Leistungselemente in den Teilkaskoschutz hineinzunehmen, um eine Absicherung nach Maß zu erhalten. Der Vollkaskoschutz ist hingegen vor allem für neue und hochwertige Fahrzeuge sinnvoll und kann mit steigendem Alter des Fahrzeugs in vielen Fällen ausgeschlossen werden. Grund hierfür ist, dass bei größeren Schäden am eigenen Fahrzeug ein wirtschaftlicher Totalschaden vorliegt, d. h. die Reparaturkosten übersteigen den Restwert des Autos. Um in diesem Fall nicht fortwährend Zusatzbeitrag in die KFZ-Versicherung zu zahlen, sollte über einen Ausschluss nachgedacht werden, der bei einer sehr hohen Schadenfreiheitsklasse sowie einem Erhalt der Teilkaskoversicherung allerdings nur einen geringen Beitragsunterschied mit sich bringt. Hier lohnt ein genauer Vergleich der verschiedenen Konditionen des Versicherers.

Was wird in der Teilkaskoversicherung als Sonderzubehör bezeichnet?

Als Sonderzubehör werden feste und bewegliche Teile bezeichnet, die zum Inventar zahlreicher Automobile gehören, jedoch keinen direkten Bezug auf das Fahrzeug und seine Funktionstüchtigkeit nehmen. Zum fest eingebauten Sonderzubehör gehören Radios, CD-Player und Navigationsgeräte, bewegliches Sonderzubehör ist z. B. das Handy oder Smartphone des Fahrers. Nicht zum Sonderzubehör gerechnet werden Komponenten, die bereits dem Neuwert des Kraftfahrzeugs zuzurechnen sind, z. B. die serienmäßig vorhandene Klimaanlage. Bei einer Beschädigung bzw. einem Diebstahl leistet die Teilkaskoversicherung für gewöhnlich Schadensersatz bis zu einer festgelegten Neuwertgrenze. Sollte der Versicherungsnehmer hierüber hinaus eine höhere Absicherung von Sonderzubehör wünschen, kann er dies mit seinem KFZ Versicherer vereinbaren, wofür allerdings ein etwas höherer Versicherungsbeitrag aufzubringen ist.

Wozu wird eine GAP-Deckung benötigt?

Die GAP-Deckung ist als Option in der KFZ Versicherung ausschließlich für Leasingfahrzeuge empfehlenswert und schützt den Versicherungsnehmer vor privaten Zusatzkosten, wenn das geleaste Fahrzeug in einen Totalschaden verwickelt ist. Beim Leasing ergibt sich die Besonderheit, dass der Vertragsnehmer monatlich eine feste Leasingrate bzw. letztmalig eine sehr große Abschlussrate zahlt, während über die Jahre der Fahrzeugnutzung dessen Wert sukzessive sinkt. Bei einem Totalschaden mit dem Leasingfahrzeug kann es daher passieren, dass der Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs geringer ausfällt als die ausstehenden Leistungen, die dem Leasingpartner noch zu zahlen sind. Es entsteht somit eine Lücke (engl. Gap) in der Finanzierung, für die der Fahrzeughalter aus privater Tasche aufkommen muss. Sollte die GAP-Deckung mit in die KFZ Versicherung eingeschlossen worden sein, übernimmt an dessen Statt die Versicherung den aussehenden Differenzbetrag.

Was bedeutet Rabattschutz und was ist der Unterschied zum Rabattretter?

Sowohl der Rabattschutz als auch der Rabattretter sind Vertragsoptionen, die eine Absenkung der Schadenfreiheitsklasse nach einem gemeldeten Schaden und somit einen Anstieg des Versicherungsbeitrags vermeiden sollen. Wesentlicher Unterschied zwischen beiden Modellen ist der Zeitpunkt, ab dem ein solcher Rabattschutz abgeschlossen werden kann. Der Rabattretter wird von Versicherungen lediglich treuen Kunden gewährt, die sich bereits in einer der höchsten Schadenfreiheitsklassen befinden und somit über viele Jahre hinweg schadenfrei gefahren sind. Sollte es nach dieser Zeit zu einer Schadensmeldung kommen, sorgt der Rabattretter für einen Erhalt der hohen Schadenfreiheitsklasse, die Versicherungsbeiträge bleiben so auch im nächsten Versicherungsjahr auf einem niedrigen Niveau. Im Vergleich hierzu lässt sich der Rabattschutz bereits bei sehr niedrigen Schadenfreiheitsklassen abschließen, viele Versicherungen ermöglichen den Abschluss dieser Option ab der SF 4 oder SF 5. In diesem Fall muss der Versicherungsnehmer für diese Option allerdings mit einem höheren Zusatzbeitrag rechnen, da die letzte Schadensmeldung erst wenige Jahre zurückliegt bzw. der Führerschein erst seit wenigen Jahren besessen wird.

Gilt der Versicherungsschutz auch für Fahrer, die nicht explizit im Versicherungsvertrag benannt werden?

Grundsätzlich besteht der Versicherungsschutz weiterhin, was vor allem für Unfallpartner eines nicht berechtigten Fahrers wichtig ist. Sind am eigenen Fahrzeug Schäden entstanden und die gegnerische Partei war laut Versicherungsvertrag nicht zum Führen des Fahrzeugs berechtigt, darf trotzdem mit der Begleichung der entstandenen Schäden durch den gegnerischen Versicherer gerechnet werden. Der betroffene Versicherungsnehmer hat allerdings gegen den geltenden Versicherungsvertrag verstoßen und muss mit einer Vertragsstrafe rechnen, die im Regelfall einen gesamten Jahresbeitrag umfasst. Zudem hat es sich bei vielen Versicherern eingebürgert, den Selbstbehalt in Kaskoverträgen zu erhöhen, damit bei zukünftigen Schadensfällen der Versicherungsnehmer einen höheren Anteil an den Schadenskosten aus eigener Tasche zu bezahlen hat.

Wann ist der Wechsel der Kfz-Versicherung möglich?

Im regulären Fall ist die Kündigung der KFZ Versicherung nur jährlich zum Ende des Versicherungsjahres möglich, der bei den meisten Versicherern auch auf das Ende des Kalenderjahres fällt. Die Kündigung ist wie bei anderen Versicherungssparten ebenfalls üblich mit einer Frist von drei Monaten schriftlich einzureichen. Eine Ausnahme bietet das Sonderkündigungsrecht, bei dem der Versicherte sowie die Versicherung unter gewissen Voraussetzungen mit einer kürzeren Frist von vier Wochen auch mitten im Versicherungsjahr kündigen können. Das Sonderkündigungsrecht tritt bei wesentlichen Änderungen des Versicherungsvertrags ein, z. B. bei einer Anpassung der Leistungen oder des Beitrags. Auch ein Schadensfall löst das Sonderkündigungsrecht aus und legt z. B. dann eine Kündigung nahe, wenn die Versicherung oder der Versicherungsnehmer nicht mit der Abwicklung des Schadens zufrieden ist. Unabhängig von dieser Kündigung bleibt der eingetretene Schaden allerdings weiterhin zu begleichen.

Wer muss den alten Versicherungsvertrag kündigen?

Wenn eine günstigere oder in anderen Belangen bessere KFZ Versicherung gefunden wurde, muss vor dem Wechsel der alte Versicherungsvertrag gekündigt werden. Dies kann alleine durch den Versicherungsnehmer des alten Vertrags selbst durchgeführt werden, wobei bei einer regulären Kündigung eine Frist von drei Monaten zum Ende des Versicherungsjahres zu beachten ist. Die neue Versicherungsgesellschaft kann also nicht an dessen Statt kündigen, allerdings bieten viele Versicherer oder Dienstleister hierbei eine Unterstützung, z. B. in der Bereitstellung vorgefertigter Formulare, um die Kündigung nicht selbst ausformulieren zu müssen.

Kann ich auch zum Stichtag 30. November kündigen, wenn mein Jahresbeitrag im März abgebucht wird?

Im genannten Fall kann der Versicherungsvertrag nicht zum Stichtag 30. November gekündigt werden, da bei diesem Versicherer Kalenderjahr und Versicherungsjahr nicht übereinstimmen. Bei den meisten Versicherungen in Deutschland hat es sich eingebürgert, das Versicherungsjahr parallel zum Kalenderjahr auszurichten und die Beitragsanpassung für das kommende Kalenderjahr Anfang November anzukündigen. In diesem Fall macht der Versicherungsnehmer von seinem Sonderkündigungsrecht mit einer Frist von vier Wochen Gebrauch, kündigt seinen Vertrag bis zum 30. November und erhält ab dem nächsten Jahr den Schutz durch eine andere Versicherung. Bei einer Abbuchung des Jahresbeitrags im März verschieben sich diese Fristen allesamt um drei Monate. Die Versicherung dürfte hier Anfang Februar die Konditionen für das neue Versicherungsjahr nennen, der Versicherungsnehmer profitiert dann bis Ende Februar von seinem Sonderkündigungsrecht und scheidet zum 31. März aus dem Versicherungsschutz aus. Sämtliche Überlegungen gelten ausschließlich für den Fall, dass die Versicherung eine Beitragsanpassung vornimmt, was allerdings üblich ist und nur in Ausnahmefällen keine Änderungen der Tarifkonditionen mit sich bringt.

Ist der Versicherungswechsel der zuständigen Kfz-Zulassungsstelle zu melden?

Nein, für die KFZ-Zulassungsstelle ist lediglich bei der erstmaligen Anmeldung eines Fahrzeugs wichtig, dass dieses überhaupt über einen Versicherungsschutz verfügt. Sollte sich der Fahrzeughalter bzw. Versicherungsnehmer im Laufe der Jahre dazu entscheiden, zu einem anderen Versicherer zu wechseln, meldet der neue KFZ Versicherer automatisch die Übernahme des Kunden bei der KFZ-Zulassungsstelle, der Versicherte selbst muss sich hierbei also um nichts kümmern.

Welche Möglichkeiten habe ich, wenn Neukunden meiner Versicherung weniger für ihren Kfz-Schutz zahlen als Bestandskunden?

Immer wieder locken die Versicherungen in Deutschland neue Kunden mit reizvollen Tarifen an, die in vielen Fällen günstiger ausfallen als die Tarife für Bestandskunden, die dabei jedoch das gleiche oder ein noch besseres Leistungsspektrum bieten. Wer dies als Kunde einer Versicherung bemerkt, hat in den allermeisten Fällen die Möglichkeit einer Tarifanpassung, d. h. auch als Bestandskunde wechselt man in den neu angebotenen Tarif. Bei manchen Versicherungen erfolgt dieser Wechsel relativ formlos, andere fordern hingegen den Kunden zu einer Kündigung des alten Tarifs und einer neuen Antragsstellung auf. Sollte ein Tarifwechsel nicht möglich sein und der Bestandskunde die Konditionen seines alten Versicherungsvertrags nicht mehr akzeptieren wollen, besteht nur die Möglichkeit der generellen Kündigung mit anschließendem Wechsel zu einer anderen KFZ Versicherung. Zu beachten sind hierbei die Kündigungsfristen, im Regelfall drei Monate vor Ende des Versicherungsjahres bzw. Kalenderjahres.

Wann und von wem wird die sogenannte eVB-Nummer ausgestellt?

Die eVB-Nummer hat die grüne Versicherungskarte nahezu vollständig ersetzt und wird immer dann ausgestellt, wenn ein neues Fahrzeug bei einem Straßenverkehrsamt angemeldet bzw. ein Fahrzeugwechsel angezeigt werden soll. Die eVB-Nummer wird auf Anfrage von der Versicherung ausgestellt und dem potenziellen Versicherungsnehmer entweder in einer Filiale vor Ort ausgehändigt bzw. von einem Direktversicherer im Internet binnen 24 Stunden übermittelt. Manche der Direktversicherer ermöglichen mittlerweile eine unmittelbare Übermittlung per SMS, hierfür ist bei der Antragstellung online allerdings die Handynummer anzugeben. Sollte ein Versicherungswechsel für das gleiche Fahrzeug angestrebt werden, wird die vom Versicherer ausgestellte eVB-Nummer direkt an die zuständige KFZ-Zulassungsstelle übermittelt.

Wann wird die Versicherungspolice ausgestellt?

Sollte ein Versicherungswechsel innerhalb des Kalenderjahres stattfinden, wird die neue Versicherungspolice üblicherweise in wenigen Tagen postalisch übermittelt. Findet der Wechsel hingegen zum Jahresende statt, sollte sich der Versicherungsnehmer auf einige Wochen Wartezeit einstellen, bis er die neue Police in den Händen hält. Grund hierfür ist, dass ein wesentlicher Teil der Versicherungswechsel zum Ende des Versicherungsjahres durchgeführt wird, der bei den meisten Versicherern auf das Jahresende fällt. Hierdurch ist die Anzahl der zum Jahreswechsel zu bearbeitenden Anträge besonders hoch, so dass Verzögerungen bei der endgültigen Ausstellung der Versicherungspolice nicht zu vermeiden sind. Natürlich hat eine spätere Zusendung der Police keine direkten Auswirkungen auf die Gültigkeit des Versicherungsschutzes.

Wann wird die grüne Versicherungskarte ausgestellt?

Die Ausstellung der grünen Versicherungskarte für den Versicherungsschutz im Ausland erfolgt zunächst zeitgleich mit der Police und wird mit ihr auch postalisch zugesandt. Bei einem Versicherungswechsel zum Jahresbeginn kann es somit einige Monate dauern, bis die grüne Karte zugestellt wird. Sollte eine neue Karte benötigt werden oder die grüne Karte nicht mit der Police zugestellt worden sein, kann diese explizit noch einmal bei der Versicherung beantragt werden. In diesem Fall wird sie binnen weniger Tage postalisch zugestellt.

Welche Unterlagen werden für die Fahrzeugzulassung benötigt?

Um ein Fahrzeug bei der KFZ-Zulassungsstelle anmelden zu können, wird zunächst der Fahrzeugbrief als Dokument benötigt, der den Besitz des Fahrzeuges nachweist. Sollte das Fahrzeug in der Vergangenheit bereits schon zugelassen worden sein, muss zusätzlich auch der Fahrzeugschein präsentiert werden. Zum Nachweis eines vorhandenen Versicherungsschutzes ist die eVB-Nummer vorzulegen, zudem muss eine erfolgreiche Hauptuntersuchung sowie Abgas-Untersuchung nachgewiesen werden. Abschließend ist noch ein Identitätsnachweis der anmeldenden Person zu erbringen, im Regelfall erfolgt dies durch den Personalausweis oder Reisepass. Übernimmt eine andere Person die Anmeldung bei der KFZ-Zulassungsstelle, muss eine schriftliche Vollmacht vorgelegt werden, zudem muss die Einverständniserklärung der Eltern bei der Anmeldung von Kraftfahrzeugen durch Minderjährige präsentiert werden können.

Wie geht das neue Kfz-Zulassungsverfahren vonstatten?

Seit wenigen Jahren wird in Deutschland nicht mehr die grüne Versicherungskarte ausgestellt, stattdessen erhält der Versicherungsnehmer die sogenannte eVB-Nummer (elektronische Versicherungsbestätigungs-Nummer) durch seine Versicherung ausgestellt. Im Moment der Beantragung einer solchen eVB-Nummer macht die Versicherung zugleich eine Meldung an eine zentrale Datenbank, auf die auch die zuständige KFZ-Zulassungsstelle zugreifen kann. Wird mit den restlichen Unterlagen die Zulassungsstelle aufgesucht, ist hier lediglich die zugeteilte eVB-Nummer zu nennen, alle weiteren Daten lassen sich bei der Sachverarbeitung dem elektronischen System entnehmen. Ein Nachweis über den vereinbarten Versicherungsschutz in Papierform muss demnach nicht mehr vorgelegt werden.

Muss die Versicherung bei einer Fahrzeugabmeldung informiert werden?

Bei der Abmeldung eines Fahrzeugs ist zwischen einer kurzfristigen Stilllegung sowie der dauerhaften Abmeldung des Fahrzeugs, z. B. aufgrund eines Verkaufs zu unterscheiden. In beiden Fällen macht die Zulassungsstelle eine Meldung an den Versicherer, sollte es lediglich zu einer temporären Abmeldung kommen, hat der Versicherungsnehmer nichts weiter zu unternehmen. In den anderen Fällen sollte ein direkter Kontakt mit der Versicherung aufgenommen werden, damit der bestehende Versicherungsvertrag aufgehoben werden kann. Sollte der Versicherungsnehmer bereits einen kompletten Jahresbeitrag für das laufende Versicherungsjahr gezahlt haben, kann er nach der Fahrzeugabmeldung noch mit einer anteiligen Rückzahlung des Versicherungsbeitrags rechnen.

In welchen Fällen lohnt sich das Saisonkennzeichen?

Ein Saisonkennzeichen ist die richtige Wahl für Fahrzeuge, die nicht über das gesamte Kalenderjahr hinweg genutzt werden, z. B. für Sportwagen oder Cabriolets in den Sommermonaten. Beim Vertragsabschluss ist zu beachten, dass die Dauer der vertraglich festgelegten Saison wenigstens sechs Monate beträgt, da ansonsten im folgenden Versicherungsjahr keine Hochstufung in die nächsthöhere Schadenfreiheitsklasse stattfindet. Zu beachten ist ebenfalls, dass sich die Verträge zu Saisonkennzeichen ebenfalls auf ein komplettes Versicherungsjahr beziehen, d. h. eine fristgerechte Kündigung hat auch für den 31. Dezember zu erfolgen, damit zum 1. Januar der Versicherungsschutz eines anderen Anbieters in Anspruch genommen werden kann. Ausnahmen von dieser Regel lassen sich bei einzelnen Versicherungen explizit vertraglich festlegen, so dass z. B. zum Ende der festgelegten Saison auch das Versicherungsjahr endet.

Wie und wo lässt sich ein Kurzzeitkennzeichen beantragen?

Ein Kurzzeitkennzeichen und der hiermit verbundene Versicherungsschutz kann bei jeder Versicherung in Deutschland beantragt werden. Üblicherweise wird die Versicherungsbestätigung von dem Versicherer gewährt, den sich der Versicherungsnehmer nach Einsatz des roten Kurzzeitkennzeichens für die Folgeversicherung ausgewählt hat. Das zuständige Straßenverkehrsamt stellt nach Vorlage der Versicherungsbestätigung das Kurzzeitkennzeichen aus, das eine Gültigkeit von fünf Tagen besitzt. Schließt eine Folgeversicherung an, wird der Versicherungsbeitrag für das Kurzzeitkennzeichen hiermit verrechnet, ansonsten bieten zahlreiche Versicherungen in ihren Filialen und Außenstellen den Kurzzeitschutz auch für einen festen Versicherungsbetrag an. Üblich ist es hierbei allerdings, sich nur für einen Haftpflichtschutz zu entscheiden, selbst wenn beim Folgevertrag ein Kaskoschutz gewünscht wird.

Was muss beim Abschluss eines Saisonkennzeichens beachtet werden?

Beim Saisonkennzeichen gilt ein dauerhafter Versicherungsschutz für das entsprechende Fahrzeug, auch wenn dieses außerhalb der Saison nicht bewegt und z. B. in einer Garage abgestellt wird. Aus diesem Grund erstrecken sich Verträge zu Saisonkennzeichen auch über ein gesamtes Versicherungsjahr, was in den meisten Fällen dem Kalenderjahr entspricht. Bei der Kündigung eines Vertrags zu einem Saisonkennzeichen sind somit die gängigen Fristen wie bei einem gewöhnlichen Kennzeichen zu beachten, eine vorschnelle Kündigung zum Ende der Saison ist folglich nicht möglich. Um Versicherungsbeiträge sowie die KFZ-Steuer anteilig einzusparen, lohnt sich eine kluge Kalkulation der Saisondauer, die allerdings nicht sechs Monate unterschreiten sollte. Wird eine kürzere Saison gewählt, findet keine Erhöhung der Schadenfreiheitsklasse für das nächste Versicherungsjahr statt, folglich ist auch nicht mit einer Absenkung des Versicherungsbeitrags im Folgejahr zu rechnen.

Wie erfolgt die Zurückstufung nach einem Schadensfall?

Die Rückstufung in eine niedrigere Schadenfreiheitsklasse wird stets zum nächsten Versicherungsjahr vollzogen, was bei den meisten Versicherungen gleichbedeutend mit dem nächsten Kalenderjahr ist. Jede Versicherung unterhält eigene Rückstufungstabellen, die dem Versicherten bereits beim Vertragsabschluss bekannt sind oder online bei der Versicherung als PDF-Dokument heruntergeladen werden kann. Aus diesem Tabellen lässt sich eindeutig erkennen, in welcher Schadenfreiheitsklasse gelandet wird, wenn sich der Versicherte in einer bestimmten SF-Klasse befindet und hiernach einen Schaden meldet. Da gerade bei höheren SF-Klassen der Prozentsatz des Beitrags über einige Jahre hinweg gleich bleibt, muss eine Hochstufung nicht zwangsläufig mit einem höheren Beitrag verbunden sein. Konzept wie der Rabattschutz oder Rabattretter sorgen zudem dafür, dass selbst bei einem gemeldeten Schaden in der bisherigen SF-Klasse verblieben werden kann und im Folgejahr die nächsthöhere SF-Klasse erreicht wird.

Wie lässt sich die Rückstufung nach einem Schadensfall vermeiden?

Grundsätzlich bestehen zwei Optionen, wie eine Rückstufung bei einem Schaden oder Unfall vermieden werden kann. Zum einen kann der Versicherungsnehmer den Schaden aus eigener Tasche bezahlen, ohne hierfür Leistungen des Versicherers in Anspruch zu nehmen. Dies dürfte sich gerade bei Bagatellschäden mit einem Schadenswert von wenigen 100 Euro lohnen. Bei der Entscheidung für oder gegen die eigene Kostenübernahme lohnt es sich durchzurechnen, in welche SF-Klasse die Rückstufung stattfindet und mit welchen zusätzlichen Versicherungsbeiträgen über die nächsten Jahre zu rechnen ist. Fällt die Differenz größer aus als der entstandene Schaden, sollte dieser besser aus privater Tasche gezahlt werden. Zum anderen bieten viele Versicherungen mittlerweile Konzepte wie den Rabattschutz bzw. den Rabattretter an. Für diesen muss zwar fortlaufend ein minimal höherer Versicherungsbeitrag gezahlt werden, bei einer Schadensmeldung sorgen diese Konzepte jedoch dafür, dass die SF-Klasse erhalten bleibt. Die finanzielle Regulierung des Schadens wird also durch die Versicherung übernommen, dennoch findet keine Rückstufung statt und der Versicherungsnehmer kann im nächsten Jahr in die nächsthöhere SF-Klasse wechseln.

Welche Leistungen bietet der sogenannte Schutzbrief?

Der Schutzbrief ist als Ergänzung zur KFZ Haftpflicht bzw. einer Kaskoversicherung zu verstehen und wird von den meisten Versicherungen in Deutschland kostenlos oder mit einem geringen Zusatzbeitrag pro Jahr angeboten. Der Schutzbrief umfasst dabei Leistungen im Umfeld von Unfällen oder Schäden, die nicht direkt durch einen KFZ Versicherungsvertrag abgedeckt werden. Hierzu zählen beispielsweise die Bergung eines Fahrzeugs und seiner Insassen, das Abschleppen des Autos bis zur nächsten Werkstatt, die Bereitstellung eines Mietwagens oder die Kostenübernahme für die Unterkunft, falls das Fahrzeug jenseits der Heimat länger repariert werden muss. Der Schutzbrief ist gerade auch wegen seiner geringen Zusatzkosten eher zu empfehlen, lediglich Mitglieder von Automobilclubs können auf ihn Dank eines noch größeren Leistungsspektrum dieser Dienstleister verzichten.

Sollte ich eine Insassenunfallversicherung abschließen?

Der Abschluss einer Insassenunfallversicherung ist im Regelfall unnötig, da in einer Unfallsituation die KFZ Haftpflichtversicherung für entsprechende Personenschäden aufkommt. Faktisch jeder Versicherungsvertrag bezieht bei der Haftpflicht sämtliche Personen ein, die bei einem Unfall Schaden genommen haben, was somit auch für die Insassen des Fahrzeugs gilt. Für den Fahrer bleibt es allerdings zu überlegen, sich für eine private Unfallversicherung zu entscheiden, die Leistungen wie ein Krankentagegeld oder eine pauschale Vergütung bei Verlust eines Körperteils bietet. Eine solche Unfallversicherung bezieht sich nicht explizit auf das Führen eines Fahrzeugs, sondern bietet auch in anderen Lebenslagen einen umfassenden Schutz.

Sollte eine Fahrerunfallversicherung abgeschlossen werden?

Ansprüche für Schadenersatz aus einer Unfallsituation können von sämtlichen Personen, z. B. auch Insassen des eigenen Fahrzeugs geltend gemacht werden, lediglich für den Fahrer wird kein Schadenersatz gewährt. Aus diesem Grund bieten zahlreiche Versicherungen eine Fahrerunfallversicherung an, die z. B. Folgekosten eines Unfalls übernimmt oder den Verdienstausfall in der Rehabilitationsphase ausgleicht. Im Wesentlichen kann zu einer Fahrerunfallversicherung geraten werden, noch sinnvoller dürfte für die meisten Fahrer allerdings eine private Unfallversicherung sein. Diese kostet bei vielen Versicherungen zwar einen etwas höheren Jahresbeitrag, bietet ihren Schutz jedoch nicht alleine für die Teilnahme am Straßenverkehr, sondern rund um die Uhr und in allen Lebenslagen.

Was bedeutet der Auslandsschadenschutz in der Kfz-Versicherung?

Der Auslandsschadenschutz spielt dann eine Rolle, wenn der Fahrzeughalter bzw. Versicherungsnehmer mit seinem Automobil nicht alleine in der Bundesrepublik ist und z. B. auf Geschäfts- oder Urlaubsreisen andere Länder mit dem abgesicherten Auto durchfährt. Sollte es hier zu einem Unfall kommen, findet die Begleichung der Schäden lediglich orientiert an den Deckungssummen des jeweiligen Landes statt, die in vielen Fällen unter den deutschen Deckungssummen liegen. Schlimmstenfalls wird der eigenen Person als Unfallopfer daher nur ein geringer Schadenersatz im Vergleich zur deutschen Rechtsprechung gewährt. Mit einem Auslandsschadenschutz übernimmt die eigene Versicherung die Differenz, d. h. versicherungstechnisch wird das Fahrzeug des Unfallgegners so behandelt, wie wenn es bei der eigenen Versicherung abgesichert wäre. Für den Auslandsschadenschutz ist bei den meisten Versicherungen ein geringer Mehrbeitrag zu zahlen, einzelne Gesellschaften bieten diesen Schutz auch ohne Zusatzbeitrag an.

Was ist unter der ``Mallorca-Police`` zu verstehen?

Die Mallorca-Police bezeichnet umgangssprachlich einen Versicherungsschutz, der sich auf Mietwagen im Ausland bezieht. Ein Abschluss dieser Police ist somit für Geschäftsreisende und Privatpersonen zu empfehlen, die gelegentlich ins Ausland reisen und vor Ort einen Mietwagen nutzen. Der Schutz der Mallorca-Police gilt für den gesamten europäischen Raum sowie viele angrenzende Inseln als beliebte Reiseziele der Deutschen, vielerorts fallen die Deckungssummen der KFZ Haftpflichtversicherung allerdings niedriger als in Deutschland aus. Kommt es zu einem Unfall mit dem Mietwagen, reicht der geltende Versicherungsschutz vielfach nicht aus, um sämtliche Schäden zu begleichen, so dass der Fahrer einen Differenzbetrag aus der eigenen Tasche zuzahlen muss. Mit der Mallorca-Police wird genau dies vermieden, in diesem Fall übernimmt die Versicherung den ausstehenden Betrag. Versicherungstechnisch wird der Unfall vom Ausland nach Deutschland verlegt und der Versicherungsnehmer bekommt die Deckungssummen geboten, die bei einem einheimischen Unfall gelten würden.

Ist der asiatische Teil der Türkei mitversichert (grüne Karte)?

Der Auslandsschutz der meisten KFZ Versicherungen bezieht sich auf den europäischen Kontinent sowie einige Inselgruppen als klassische Reiseziele, z. B. die Kanaren und die Azoren. Die Türkei als beliebtes Reise- oder Herkunftsland deutscher Staatsbürger stellt eine Besonderheit dar, da der umfassende Versicherungsschutz zunächst nur für den kleinen, europäischen Teil des Landes gilt. Ob die grüne Versicherungskarte auch in diesem Teil der Türkei gilt und das gesamte Land durch den Versicherungsschutz abgedeckt ist, ist von Versicherung zu Versicherung verschieden. Bei manchen Versicherungen wird es möglich, ganz gezielt den Versicherungsschutz zu erweitern, um so in der Türkei oder anderen Ländern einen ähnlichen Schutz zu genießen wie in Europa. Auch der Ausschluss bestimmter Regionen und Reiseziele ist bei manchen Versicherungen möglich.

Was bedeutet die Werkstattbindung in der Kfz-Versicherung?

Bei der Werkstattbindung verzichtet der Versicherungsnehmer einer KFZ Versicherung im Falle eines Unfalls darauf, die entstandenen Schäden bei einer beliebigen KFZ-Werkstatt beseitigen zu lassen. Stattdessen bekommt er durch seine Versicherung eine oder mehrere Werkstätten im näheren Umfeld des Unfallortes bzw. seines Wohnsitzes genannt, die er für die Beseitigung der Schäden anzusteuern hat. Viele Versicherungen unterhalten enge Partnerschaften mit verschiedenen Werkstätten im gesamten Bundesgebiet, wovon diese durch eine sichere Auftragslage in Zusammenarbeit mit der Versicherungsgesellschaft profitieren. Damit sich die Werkstattbindung auch für den Versicherungsnehmer lohnt, wird diese mit Rabatten beim Beitrag der KFZ Versicherung verbunden. Neben der reinen Reparatur eines beschädigten Fahrzeugs gehören zur Werkstattbindung im Regelfall auch ein Hol- und Bringdienst für das Unfallfahrzeug, eine Fahrzeugreinigung sowie weitere, individuell im Versicherungsvertrag festgehaltene Dienstleistungen.

Was passiert bei der Reparatur des Fahrzeugs in einer Werkstatt, die nicht der Werkstattbindung angehört?

Sollte die Regelung der Werkstattbindung durch den Versicherungsnehmer umgangen werden, stellt dies einen Verstoß gegen den geltenden Versicherungsvertrag dar. Ein Verlust des Versicherungsschutzes ist hiermit zwar nicht verbunden, allerdings hat der Versicherungsnehmer eine Vertragsstrafe zu entrichten, die als Festbetrag oder als Anteil des Reparaturwertes vertraglich festgelegt wurde. Außerdem übernimmt die Versicherung nun nicht mehr die gesamten Kosten für die Begleichung der Schäden, der Versicherungsnehmer hat einen Anteil des Fahrzeugschadens somit aus der privaten Tasche zu zahlen.

Gilt mein Versicherungsschutz ab dem 1. Januar, selbst wenn ich noch keine Police erhalten habe?

Auch wenn die Police zum Beginn eines neuen Versicherungsjahres noch nicht übermittelt wurde, gilt der Versicherungsschutz dennoch ab dem ersten Tag, üblicherweise also dem 1. Januar. Die Versicherung stellt meist wenige Tage nach Eingang der Antragsstellung eine Eingangsbestätigung aus, im selben Schritt wird der zuständigen KFZ Zulassungsstelle eine Meldung über die zukünftige Absicherung zugesandt. Da gerade zum Jahreswechsel zahlreiche Anträge bearbeitet werden und deshalb die Ausstellung der Police einige Wochen dauern kann, muss folglich ab Jahresbeginn nicht um den Versicherungsschutz gebangt werden, selbst wenn die Police noch nicht vorliegt.

Ab wann gilt ein neuer Versicherungsschutz bei einem Fahrzeug- und Versicherungswechsel?

Beim Wechsel auf ein neues Fahrzeug ist dieses ab dem Moment abgesichert, ab welchem das KFZ bei der KFZ Zulassungsstelle angemeldet wurde. Zu diesem Zeitpunkt wird beim Versicherungswechsel vorerst eine vorläufige Deckung ausgesprochen, d. h. der Versicherungsnehmer kann sich zunächst nur auf die Kostendeckung durch den Haftpflichtschutz verlassen. Sollte bereits vom Moment der Anmeldung an auch der Kaskoschutz in vollem Umfang gewährt werden, ist für diesen Zweck separat eine vorläufige Deckung durch den Versicherer auszusprechen.

Kann ich auch ohne Zulassung mit meinem Fahrzeug zur Kfz-Zulassungsstelle fahren?

Sobald eine eVB-Nummer durch eine Versicherung ausgestellt wurde, genießt das Fahrzeug eine vorläufige Deckung, für das Fahrzeug gilt somit ein Haftpflichtschutz. Hierdurch lässt sich mit dem Fahrzeug die Strecke zur KFZ-Zulassungstelle zurückzulegen, ohne dass das KFZ zugelassen wurde. Weitere Strecken sollten mit der vorläufigen Deckung bis zur Zulassung des Fahrzeugs allerdings nicht zurückgelegt werden.

An wen muss ich mich im Schadensfall wenden?

Sollte es zu einem Schaden gekommen sein, sollte unmittelbar Kontakt zur eigenen KFZ Versicherung aufgenommen werden. Die meisten Versicherungen unterhalten für diesen Zweck eine zentrale Schadenshotline, die alleine für die Meldung von Schäden und Unfällen zuständig ist und deren Mitarbeiter kompetente Hilfe in allen Schadenssituationen telefonisch bieten können. Im Regelfall liegt der Police oder anderen Versicherungsunterlagen ein Dokument mit der Schadenshotline bei, viele Versicherungen verteilen zudem kostenlos Formulare und Vordrucke für den Unfallbericht, auf denen ebenfalls die Nummer der Hotline aufgedruckt ist. Zwar kann auch der telefonische oder persönliche Kontakt zur vertrauten Filiale gesucht werden, allerdings wird diese für die Schadensmeldung ebenfalls auf die eingerichtete Hotline verweisen.

Was muss im Schadensfall beachtet werden?

Um Leistungen aus dem Versicherungsvertrag erwarten zu können, ist vor allem eine zeitnahe Meldung des eingetretenen Schadens unerlässlich. Der Versicherte hat hierzu im Regelfall bis zu sieben Tage nach Eintreten des Unfalls bzw. Schadenfalls Zeit. Sollte es sich um einen Schadensfall mit einem Personenschaden im eigenen Fahrzeug gehandelt haben, ist hierüber die gesetzliche oder private Krankenversicherung in Kenntnis zu setzen. Bei einem ungeklärten Unfallhergang ist es empfehlenswert, die Polizei noch direkt am Unfallort zu verständigen – dies gilt übrigens auch bei der Meldung von Wildunfällen, falls die Nummer des regionalen Forstamtes nicht bekannt sein sollte. Am Unfallort sollte sowohl gegenüber der anderen Partei wie auch der Polizei kein Schuldeingeständnis geäußert werden – die Frage nach Schuld und Unschuld wird alleine durch die Versicherungen geklärt. Ist die Schuldfrage nicht geklärt, sollte hierüber die Verkehrsrechtsschutzversicherung in Kenntnis gesetzt werden, falls eine solche besteht. Abschließend ist eine umfassende Dokumentation hilfreich, um den Unfall später leichter rekonstruieren zu können. Dies umfasst Fotos am Unfallort ebenso wie das schriftliche Festhalten der Ereignisse in eigenen Worten.

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Markus Hahn
Markus Hahn – Versicherungsexperte

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