Fragen & Antworten zur Privaten Krankenversicherung

Auf Experte24 finden Sie umfangreiche Informationen zum Thema Private Krankenversicherung. Falls trotzdem noch Unklarheiten bestehen, haben wir hier noch einmal die häufigsten Fragen zusammengefasst und verständlich beantwortet.

Sollten dennoch noch Fragen offen sein, nehmen Sie gerne persönlich Kontakt mit uns auf.

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FAQ für Haftpflichtversicherungen

Wer kann einen Volltarif der privaten Krankenversicherung abschließen?

Volltarife der PKV stehen nicht jedem Bundesbürger offen, grundsätzlich gibt es zwei Szenarien, die zu einer Vollmitgliedschaft in der privaten Krankenversicherung befähigen. Zum einen ist bestimmten Berufsgruppen die direkte Wechselmöglichkeit in die PKV unabhängig ihres Einkommens gegeben, zu nennen sind hier vorrangig Freiberufler und Selbstständige wie z. B. Ärzte, aber auch Beamte und andere Beihilfeberechtigte wie Richter und Politiker. Klassische Arbeiter und Angestellte haben ausschließlich dann die Möglichkeit zum Wechsel in einen Volltarif der PKV, wenn ihr Jahresbruttoeinkommen die sogenannte Versicherungspflichtgrenze überschreitet. Diese wird jedes Jahr aufs Neue vom Gesetzgeber festgelegt, im Jahr 2012 liegt sie bei 50.850 Euro. Sollte diese Einkommensgrenze durch einen angestellten Erwerbstätigen binnen eines Kalenderjahres erreicht werden, ist noch eine zusätzliche Wartefrist von einem Jahr abzuwarten, erst hiernach ist die freie Wahl eines Volltarifs der PKV möglich. Neben den genannten beiden Möglichkeiten werden als Sonderfall noch Einsteigertarife für Studenten geboten, die nicht mehr Teil der Familienversicherung eines Elternteils sind. Der Versicherungsschutz durch die PKV wird hier maximal bis zum 14. Semester respektive 30. Lebensjahr gewährt.

Was ist beim Einreichen der Rechnungen zu beachten?

Grundvoraussetzungen für die Rückerstattung von geleisteten Ausgaben in der privaten Krankenversicherung ist das Einreichen der Originale, Kopien der Rechnungen werden höchstens bei Verlust der Originale unter einer triftigen Begründung akzeptiert. Sollten Rezepte für Medikamente und andere Heilmittel ausgestellt worden sein, sind diese zusammen mit den Arztrechnungen einzureichen, aus denen die entsprechende Ausstellung hervorgeht. Im Regelfall behalten die Versicherungen die Originale auch nach der Kostenerstattung ein, im modernen Computerzeitalter ist auch das Einscannen sowie die Rücksendung der Originale etabliert, falls der Versicherte von der entsprechenden Option Gebrauch machen möchte. Viele Versicherungen nehmen Rechnungen erst ab einem gewissen Gesamtbetrag für die Rückerstattung an, in diesem Fall sollte genau auf die Einreichungsfristen des jeweiligen Versicherers geachtet werden. Maßgeblich ist hierbei nicht das Datum der Rechnungsstellung, sondern das Datum, an dem die in Rechnung gestellte Behandlungsmaßnahme in Anspruch genommen wurde.

Was ist bei Wartezeiten in der PKV zu beachten?

Der Versicherungsschutz aus einem Vertrag der PKV gilt nicht in vollem Umfang ab dem ersten Tag des Versicherungsbeginns, für verschiedene Behandlungen sind Wartezeiten zu akzeptieren. Die Versicherungen möchten auf diese Weise sicherstellen, dass der Neukunde nicht teure Behandlungsmaßnahmen in Anspruch nimmt, ohne hierfür erste Beiträge gezahlt zu haben. Viele Gesellschaften nutzen die ersten, leistungsfreien Beiträge auch zur Deckung der entstandenen Abschlusskosten. Bei den Wartezeiten ist zwischen der allgemeinen sowie der besonderen Wartezeit zu unterscheiden. Die allgemeine Wartezeit beläuft sich im Regelfall auf drei Monate und gilt für klassische Leistungen der ambulanten Medizin, also z. B. die Abrechnung von Medikamenten oder einfachen Honoraren des Hausarztes. Die besondere Wartezeit umfasst außergewöhnliche Behandlungsmaßnahmen, beispielsweise Eingriffe von Kieferorthopäden, Zahnärzten und Psychologen. Diese Wartezeit ist länger und beläuft sich bei den meisten Gesellschaften auf acht Monate. Von den Wartefristen ausgenommen sind akut zu erbringende Leistungen, z. B. nach einem Unfall des Versicherten oder bei einem stationären Aufenthalt.

Wie wird die Kostenerstattung in der PKV vorgenommen?

Die Erstattung der Kosten für Behandlungen und Medikamente erfolgt in der privaten Krankenversicherung in zwei Schritten. Zunächst hat der Versicherte sämtliche Kosten aus eigener Tasche an den Arzt bzw. Zahnarzt zu entrichten, wobei sich diese in der Abrechnung an der Gebührenordnung für Ärzte bzw. Gebührenordnung für Zahnärzte orientieren. Die ausgestellten Rechnungen werden als Belege im Original bei der Krankenversicherung eingereicht, diese überweist je nach Leistungsstärke des Tarifs und den gesetzlichen Leistungskataloge in voller oder eingeschränkter Höhe. Da viele Ärzte für die Begleichung der Rechnung bis zu drei Wochen gewähren, die privaten Krankenversicherungen jedoch oftmals schon binnen zwei Wochen die Kostenerstattung durch Überweisung auf das angegebene Girokonto vornehmen, muss der Versicherte nicht zwingend in Vorkasse gehen. Vorteil des Kostenerstattungsprinzips ist die einfache Möglichkeit für Versicherung und Patient, sämtliche in Rechnung gestellten Leistungen zu überblicken und so festzustellen, ob tatsächlich alle abgerechneten Maßnahmen und Behandlungen durchgeführt wurden. Wesentlicher Nachteil ist der entstehende Mehraufwand für den Versicherten sowie das Vorstrecken der Rechnungsbeträge, falls es nicht rechtzeitig zu einer Rückerstattung durch den Versicherer kommt.

Wovon hängt die Beitragshöhe in der PKV ab?

Die Höhe der Beiträge für einen Vollvertrag der privaten Krankenversicherung orientieren sich alleine an den individuellen Risiken, die der Versicherte mit in den Vertrag hineinbringt. Dies stellt einen wesentlichen Unterschied gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen dar, wo sich die Beiträge ausschließlich an der Höhe des Bruttoeinkommens orientieren. Mit der Beitragshöhe möchten die Versicherungen explizit auf die eigene gesundheitliche Situation eingehen, weshalb sämtliche Vorerkrankungen, Symptome und Behandlungen der letzten Jahre bei der Antragsstellung anzugeben ist. Auch das Alter spielt bei der Festlegung des Beitrags eine Rolle, da mit steigendem Lebensalter die gesundheitlichen Risiken steigen. Bis zum Ende des Jahres 2012 war auch das Geschlecht ein ausschlaggebender Faktor, ab Dezember 2012 werden von den Versicherungen allerdings Unisex-Tarife angeboten, die diesen Faktor herausnehmen. Unabhängig von dem individuellen Risikofaktor erhebt jede Versicherung allerdings pauschal kalkulierte Kosten- und Sparanteile, mit denen die fortlaufenden Geschäftskosten des Unternehmens zu decken sind, unabhängig vom jeweiligen Gesundheitszustand der einzelnen Versicherten. Natürlich spiegeln sich auch zusätzliche Premium-Leistungen, die individuell gewünscht werden, in einem höheren Beitrag wider.

Was ist der Selbstbehalt in der privaten Krankenversicherung?

Der Selbstbehalt wird in verschiedenen Versicherungssparten als Vertragsoption angeboten und neben der privaten Krankenversicherung z. B. auch in der KFZ-Versicherung anzutreffen. Wird ein Selbstbehalt vertraglich festgelegt, hat der Versicherungsnehmer die anfallenden Kosten bis zu einem gewissen Eurobetrag zunächst selbst aus der eigenen Tasche zu bezahlen. Erst wenn die Kosten den festgelegten Selbstbehalt übersteigen, springt die Versicherung mit ihren Leistungen ein und gewährt den ausstehenden Differenzbetrag, der über den Selbstbehalt hinausgeht. Grundsätzlich wird der festgelegte Selbstbehalt jedes Jahr wieder auf Null gesetzt, sollte der Wert innerhalb eines Jahres überschritten werden, leistet die Versicherung somit für sämtliche Kosten, die noch im Laufe des Restjahres anfallen. Die Höhe des Selbstbehalts kann von den Versicherungen selbst festgelegt werden, 100 Euro pro Jahr können somit ebenso wie 5.000 Euro Bestandteil eines Volltarifs sein. Wesentliches Ziel des Selbstbehalt ist es, die fortlaufenden, monatlichen Kosten für den PKV-Tarif gering zu halten, vorrangig jüngere Versicherungsnehmer mit eher seltenen Besuchen beim Arzt oder Ausgaben von Medikamenten profitieren von dieser finanziellen Regelung.

Welche Formen des Selbstbehalts in der PKV gibt es?

Einen Selbstbehalt in einen Volltarif der PKV einzurechnen, kann auf verschiedene Weisen erfolgen. Möglich wird dies z. B. im Rahmen der kompletten Selbstbeteiligung, d. h. für sämtliche Arten von ambulanten oder stationären Behandlungen hat der Versicherte zunächst seinen Selbstbehalt zu leisten, bevor Leistungen durch den Versicherer erstattet werden. Eine andere Möglichkeit stellt der Selbstbehalt in Teilbereichen dar, in diesem Fall werden die Kosten in manchen medizinischen Bereichen direkt durch die Versicherung übernommen, während in anderen der vereinbarte Selbstbehalt gilt. Eine dritte, etablierte Variante ist die sogenannte Quoten-Selbstbeteiligung, bei welcher der Selbstbehalt prozentual abgerechnet wird. Natürlich wird auch in diesem Fall eine Maximalgrenze festgelegt, damit der Versicherte nicht für alle Behandlungen eines Jahres stetig einen festen Prozentsatz hinzuzahlen muss. Sämtliche Formen des Selbstbehaltes lohnen sich vorrangig für jüngere Versicherte, die eher selten zum Arzt gehen und somit von der Reduktion des fortlaufenden Beitrags profitieren, die mit der Einrechnung eines Selbstbehalts verbunden ist.

Sind in der PKV Beitragserhöhungen möglich?

Eine Erhöhung der Beiträge zur privaten Krankenversicherung sind im Laufe der Jahre nicht nur möglich, sondern auch zu erwarten. Hierbei spiegeln sich verschiedene Faktoren in die Entscheidung der Versicherer wider, die Beiträge für einen Versicherungsnehmer zu erhöhen. Zum einen sorgt dieser mit seinem steigenden Lebensalter und einer schwächer werdenden Gesundheit für höhere Risiken, so dass alleine aufgrund der persönlichen Entwicklung höhere Beiträge einzurechnen sind. Auch der medizinische und technische Fortschritt verteuert Behandlungen und Medikamente über die Jahre und Jahrzehnte, so dass die Versicherungen mehr Geld zu entrichten haben und dies durch höhere Beitragseinnahmen kompensieren müssen. Erhöhungen der Beiträge sind nicht nur Mitgliedern der PKV vorbehalten, Beitragserhöhungen in den gesetzlichen Krankenkassen werden allerdings durch den Gesetzgeber beschlossen und direkt vom Bruttoeinkommen abgerechnet. Eine Kostenerhöhung betrifft nicht alleine den reinen Beitrag, sondern kann sich auch auf die festgelegte Selbstbeteiligung beziehen, die der Versicherer nach eigenem Ermessen verändern kann. Sollten die Beiträge zu hoch ausfallen, bleibt oftmals nur das Streichen von Leistungen oder der Wechsel in einen anderen Tarif übrig.

Warum erhöhen sich die Beiträge in der PKV?

Die Entscheidung zu einer Beitragserhöhung trifft eine private Krankenversicherung aus verschiedenen Gründen. Hierbei können nicht alle Faktoren alleine am Vertrag eines einzelnen Versicherungsnehmers festgemacht werden, wirtschaftliche und demographische Entwicklungen spielen ebenso ein und sorgen für einen schleichenden Anstieg der Beiträge. Als wesentliche Gründe zu nennen sind die wachsende Überalterung der deutschen Gesellschaft, wodurch sich für die Versicherung das Risiko ergibt, immer ältere und potenziell anfälligere Versicherungsnehmer abzusichern. Auch der Anstieg von Ärztehonoraren, Preisen für Medikamente oder die Durchführung teurerer Behandlungsmethoden schlägt bei den Versicherungen zu Buche und wird im Laufe der Zeit durch höhere Beiträge an den einzelnen Versicherungsnehmer weitergegeben. Letztlich wird eine Erhöhung auch dadurch fällig, dass bestimmte Tarifmodelle vom Versicherer nicht mehr angeboten werden und die sogenannte Tarifvergreisung eintritt. Durch das Fehlen von jüngeren und nachrückenden Versicherungsnehmern haben die älter werdenden Versicherten des jeweiligen Tarifs die Kosten alleine zu tragen, was sich lediglich durch langsam steigende Beiträge realisieren lässt.

Was soll man gegen zu hohe Beiträge in der PKV tun?

Da die Versicherungsbeiträge in der PKV in den letzten Jahren faktisch bei allen Versicherten erkennbar gestiegen sind, ist die Suche nach preiswerten Alternative für immer mehr Versicherte relevant geworden. Eine Rückkehr zu einer gesetzlichen Krankenkasse ist nicht zwingend möglich, gelegentlich entscheiden sich Krankenkassen jedoch dazu, auf freiwilliger Basis junge und gesunde Versicherte wieder in die eigenen Tarifstrukturen einzugliedern. Da dies nicht der Regelfall ist, bleiben meist nur zwei Alternativen. Zum einen kann sich der Wechsel zu einem anderen Versicherer anbieten, der die gleichen bzw. vergleichbare Leistungen zu einem günstigeren Beitrag zu bieten hat. Ein solcher Wechsel ist seit wenigen Jahren auch deshalb von Vorteil, da die erworbenen Anwartschaften beim alten Versicherer einfach zum neuen Versicherer mitgenommen werden können. Die andere Alternative ist der Verbleib beim alten Versicherer und die Abänderung der Vertragsbedingungen. Dies kann z. B. bedeuten, gezielt einzelne Leistungselemente aus dem Schutz des Vertrags herauszunehmen und somit einen geringeren Beitrag zu zahlen. In extremen Fällen kann sich der Wechsel in den Basistarif mit seinen Leistungen auf Grundversorgungsniveau entschieden werden.

Welche Bedeutung hat die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze?

Die Beitragsbemessungsgrenze ist eine wichtige Rechengröße, die verstärkt für Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung eine Rolle spielt. Bei dieser Form der Krankenversicherung wird der monatlich zu zahlende Beitrag alleine am Bruttoeinkommen des Versicherten orientiert, wobei dies nicht in einem unbegrenzten Maße erfolgt. Um die persönlichen Ausgaben für die gesetzliche Gesundheitsversorgung zu begrenzen, gilt die Beitragsbemessungsgrenze als wesentlicher Grenzbetrag. Die Grenze wird jedes Jahr aufs Neue durch den Gesetzgeber festgelegt und liegt im Jahr 2012 bei 45.900 Euro. Erzielt ein gesetzlich Versicherter ein höheres Bruttojahreseinkommen, wird von diesem nicht prozentual der volle Anteil an Beiträgen zur Krankenversicherung abgezogen, sondern weiterhin mit der Obergrenze von 45.900 Euro gearbeitet. Von der Beitragsbemessungsgrenze ist die Versicherungspflichtgrenze zu unterscheiden, wobei beide Werte bis zum Jahr 2002 die gleiche Höhe besaßen. Mit Übersteigen der Versicherungspflichtgrenze von aktuell 50.850 Euro haben auch Angestellte die Möglichkeit, freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenkasse zu bleiben oder stattdessen in einen Volltarif der PKV zu wechseln.

Muss der Arbeitgeber einen Arbeitgeberanteil bei der PKV zahlen?

Ähnlich wie bei der Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse wird auch bei Volltarifen der privaten Krankenversicherung ein Arbeitgeberanteil gewährt. Dieser ist anders als beim gesetzlichen System allerdings in der Höhe beschränkt, die Grenze lag im Jahr 2012 bei knapp 280 Euro monatlich. Der Arbeitgeberanteil ist dabei nicht auf ein bestimmtes Leistungsspektrum beschränkt, auch für den stationären Aufenthalt oder Premium-Leistungen der Versicherer hat der Arbeitgeber seinen Anteil am Versicherungsschutz mit zu erbringen. Nicht an den Arbeitgeber weitergegeben werden kann ein vereinbarter Selbstbehalt, dieser ist stets vom Versicherten selbst aus eigener Tasche zu bezahlen. Die Ansprüche auf Unterstützung durch den Arbeitgeber sind an die Lohnzahlung des selbigen gekoppelt, bei einem Aussetzen der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall wird folglich auch nicht mehr der Arbeitgeberanteil durch den eigenen Arbeitgeber übernommen.

Wie hoch ist das Einsparpotential bei einer privaten Krankenkasse?

Die Einsparungen, die ein Mitglied einer privaten Krankenkasse gegenüber dem gesetzlichen Krankenversicherungssystem erzielen kann, können schnell den drei- oder vierstelligen Bereich erreichen, gelegentlich sind jährliche Einsparungen von bis zu 2.500 Euro möglich. Ein derartiges Potenzial ergibt sich allerdings nicht für sämtliche Versicherungsnehmer, die in einen Volltarif wechseln. Profitieren können vorrangig junge und gesunde Arbeitnehmer, die bei ihrer individuellen Risikobewertung nur sehr wenige Gründe mitbringen, einen erhöhten Preis für die Absicherung durch die PKV zu zahlen. Auch das Einkommen spielt natürlich eine wichtige Rolle, da der Beitrag zur gesetzlichen Krankenkasse mit höheren Einnahmen ebenfalls steigt. Wer über ein hohes Gehalt verfügt und in die PKV wechselt, dürfte daher eine Einsparung gegenüber dem prozentualen Anteil von 15,5 Prozent des Bruttoeinkommens erzielen, der vom Lohn in das gesetzliche Krankenversicherungssystem abgeführt wird. Da die Tarife der privaten Versicherungen sehr vielfältig gestaltet sind und jeder Anbieter eine eigene Einschätzung gesundheitlicher Risiken vornimmt, ist die Durchführung eines Tarifvergleichs anzuraten. Bei diesem lässt sich individuell ermitteln, wo das größte Einsparpotenzial für den jeweiligen Versicherten erzielt wird.

Was ist mit der Budgetierung im Gesundheitswesen gemeint?

Die Budgetierung ist vorrangig ein Problem der gesetzlichen Krankenversicherung und nicht für wenige Versicherte ein Grund gewesen, die eigene Gesundheit über einen privaten Volltarif abzusichern. Grundsätzlich besagt die Budgetierungs-Regelung, dass jedem Kassenarzt nur ein bestimmtes finanzielles Budjet zur Verfügung steht, dass er für Behandlungsmaßnahmen innerhalb eines Quartals oder Jahres ausgeben darf. Eingeführt wurde diese Regelung im Jahr 1993, um die wachsenden Kosten im gesetzlichen Gesundheitssystem zu beschränken. Da durch die steigenden Kosten im deutschen Gesundheitswesen viele Ärzte immer größere Schwierigkeiten damit haben, ihre Patienten in einem angemessenen Umfang mit dem bereitgestellten Budget zu versorgen, ergeben sich zwei wesentliche Problemfelder. Zum einen verhalten sich zahlreiche Ärzte zu Beginn eines Quartals sehr zurückhaltend mit der Verschreibung von Behandlungsmaßnahmen und Medikamenten, um nicht zu früh das Budget aufzubrauchen. Umgekehrt kann gegen Ende eines Quartals das Budgets bereits aufgebracht sein, in diesem Fall kann der Arzt seinen Patienten überhaupt nichts mehr verschreiben, außer er übernimmt die Kosten aus eigener Tasche. Ein Verschieben auf einen späteren Zeitpunkt ist in vielen Fällen die einzige Alternative.

Welche Bedeutung hat die Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze)?

Der Wechsel in die private Krankenversicherung steht nicht sämtlichen Bundesbürgern offen, stattdessen ist er an die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe bzw. an das Bruttojahresgeldgehalt gekoppelt. Während Selbstständige, Freiberufler oder Beamte unabhängig von ihrem Einkommen zu jeder Zeit in die PKV wechseln können, haben Arbeiter und Angestellte ein bestimmtes Mindestgehalt vorzuweisen, um die umfangreichen Leistungen der PKV in Anspruch nehmen zu können. Die hierfür zu erfüllende Gehaltsgrenze wird als Versicherungspflichtgrenze bzw. Jahresarbeitsentgeltgrenze bezeichnet, wobei diese Messgröße jedes Jahr aufs Neue durch den Gesetzgeber festgelegt wird. Im Jahr 2012 lag die Höhe der Versicherungspflichtgrenze bei 50.850 Euro, dieses Bruttogehalt muss somit von einem Angestellten mit Pflichtversicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse überstiegen werden, um in einen Volltarif der PKV wechseln zu können. Bis es endgültig zu einem Wechsel kommen kann, hat der Wechselwillige zudem eine Frist von einem Jahr abzuwarten. Die Versicherungspflichtgrenze ist nicht mit der Beibetragsbemessungsgrenze gleichzusetzen, auch wenn beide Größen bis zum Jahr 2003 gleich groß waren – mittlerweile fällt die Beitragsbemessungsgrenze der GKV um einige Tausend Euro billiger aus.

Wie wird das Jahresarbeitsentgelt für den Wechsel in die PKV berechnet?

Um die Versicherungspflichtgrenze zu überschreiten und so die Möglichkeit zum Wechsel in die PKV zu erwerben, wird zunächst das regelmäßig gewährte Jahresbruttoeinkommen, besser gesagt der monatliche Bruttolohn – mit zwölf multipliziert – herangezogen. Ebenfalls zum Jahresarbeitsentgelt werden sämtliche Sonderzulagen, Tantiemen, Bereitschaftszulagen sowie das Urlaubs- und Weihnachtsgeld hinzugezählt. Genauso zu zählen sind Vermögenswirksame Leistungen sowie das Arbeitseinkommen, das neben der eigentlichen Berufstätigkeit im Rahmen einer Nebenbeschäftigung erzielt wird. Nicht als Zuzahlungen zum Jahresarbeitsentgelt werden Zahlungen in Abhängigkeit vom eigenen Familienstand wie z. B. das Kindergeld angerechnet. Eine Neuberechnung des Jahresarbeitsentgeltes ist jedes Jahr aufs Neue üblich, da sich z. B. Veränderungen durch einen Wechsel des Arbeitgebers bzw. eine Lohnerhöhung ergeben können. Für Berufstätige mit einem unregelmäßiger erzielten Einkommen wie Selbstständige und Freiberufler spielt das Jahresarbeitsentgelt im Rahmen der privaten Krankenversicherung keine Rolle, da diese Berufsgruppen unabhängig von den jährlichen Bruttoeinnahmen stets die Wechselmöglichkeit zu einem Anbieter der PKV besitzen.

Wie hoch ist die Jahresarbeitsentgeltgrenze (Versicherungspflichtgrenze)?

Die Versicherungspflichtgrenze wird vom deutschen Gesetzgeber jedes Jahr auf Neue festgelegt und ist in den letzten Jahrzehnten bis auf wenige Ausnahmen in jedem Jahr angestiegen. Im Jahr 2012 betrug der Grenzbetrag 50.850 Euro. Alleine wenn dieser Betrag mit dem eigenen Bruttojahreseinkommen überschritten wird, besteht für einen Arbeiter oder Angestellten die Möglichkeit, in einen leistungsstarken Volltarif der privaten Krankenversicherung zu wechseln, ansonsten bleibt die Pflichtversicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse bestehen.

Was unterscheidet die allgemeine und die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze?

Auch wenn in den Medien und im Versicherungsjargon meist nur generell von der Jahresarbeitsentgeltgrenze gesprochen wird, sind streng genommen zwei Varianten zu unterscheiden. Die allgemeine sowie besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze wurde im Jahr 2003 eingeführt und stellte eine Besonderheit in der Festlegung einer Versicherungpflicht bzw. Versicherungsfreiheit im deutschen Gesundheitssystem dar. Im genannten Jahr fand eine abrupte Anhebung der Versicherungspflichtgrenze um mehr als 5.000 Euro statt, um den Wechsel in die PKV zu erschweren und so das System der gesetzlichen Krankenversicherung finanziell durch eine geringere Zahl an Wechselkandidaten zu stärken. Durch die immense Anhebung des Grenzbetrags passiert es, dass ein nicht geringer Anteil der deutschen Erwerbstätigen plötzlich wieder unter die Versicherungspflicht fielen, obwohl einige Jahre zuvor durch ein ausreichend hohes Gehalt eine Versicherungsfreiheit erzielt wurde. Um genau dies zu vermeiden, wurde die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze eingeführt – diese setzte auf dem Niveau der Versicherungspflichtgrenze im Jahr 2002 an und beläuft sich heute weiterhin auf die Höhe der Beitragsbemessungsgrenze. Wer bislang noch nicht wechseln konnte, hat sich alleine an der höheren, allgemeinen Jahresarbeitsentgeltgrenze zu orientieren.

Ist ein Wechsel von der privaten Krankenversicherung in eine gesetzliche Kasse möglich?

Ein Recht auf die Rückkehr in den Schutz einer gesetzlichen Krankenkasse besteht für Mitglieder der PKV nicht, allerdings kann eine verpflichtende Rückkehr dann eintreten, wenn das regelmäßig bezogene Einkommen nicht mehr die Versicherungspflichtgrenze übersteigt. In diesem Fall wird sogar noch im fortlaufenden Kalenderjahr eine Versicherungspflicht erkannt, der Betroffene hat sich unmittelbar um eine Krankenkasse für seine gesundheitliche Absicherung zu bemühen. Ohne einen Verzicht auf Teile des Einkommens ist der Wechsel zurück in die GKV erschwert, für Selbstständige und Freiberufler ohne Bindung der Mitgliedschaft an das Einkommen ergeben sich noch größere Schwierigkeiten bei der Rückkehr. Eine Pflicht zur Übernahme durch eine gesetzliche Krankenkasse besteht nicht, gelegentlich findet diese jedoch auf freiwilliger Basis statt. Letzteres allerdings meist nur, wenn der Versicherte durch ein hohes Einkommen hohe Beitragseinnahmen in Aussicht stellt und zugleich mit einer gesunden Disposition kein hohes Kostenrisiko darstellt. In bestimmten Fällen ist die Rückkehr in die GKV sogar gänzlich unmöglich, dies gilt vor allem für Versicherte ab dem 55. Lebensjahr, die fünf Jahre oder länger privat krankenversichert waren.

Worauf sollte beim Wechsel in die PKV geachtet werden?

Die Tarifierung in der privaten Krankenversicherung erfolgt auf einer deutlich individuelleren Basis als die Mitgliedschaft bei einer gesetzlichen Krankenkasse, weshalb vor dem Wechsel verschiedene Angebote von unterschiedlichen Versicherungen zu überprüfen sind. Der monatlich zu zahlende Beitrag orientiert sich alleine an der individuellen Risikobewertung, jede Versicherung dürfte den eigenen Gesundheitszustand und die hiermit verbundenen Versicherungsrisiken jedoch anders einschätzen, so dass sich ein vielfältiges Beitragsspektrum ergibt. Beim Wechsel sollte zudem der wichtige Unterschied beachtet werden, dass die Familienversicherung in der PKV nicht existiert, für den Ehepartner sowie sämtliche Kinder sind daher eigenständige Verträge beim privaten Krankenversicherer abzuschließen. Genau von diesem Umstand sollte eventuell auch der Wechsel in die PKV abhängig gemacht werden, da sich gerade kinderreiche Familien finanziell mit einem Verbleib in der gesetzlichen Krankenversicherung besserstehen können. Da Faktoren wie das Alter und die gesundheitliche Disposition für die Tarifierung und die Beitragshöhe eine entscheidende Rolle spielen, sollte generell möglichst früh im Leben über den Wechsel in die PKV nachgedacht werden, sofern dies abhängig von Berufsgruppe oder Jahresgehalt überhaupt möglich wird.

Lohnt sich eine private Krankenversicherung auch für Beamte?

Ähnlich wie Selbstständige und Freiberufler haben auch Beamte die Möglichkeit, jederzeit in den Schutz der privaten Krankenversicherung zu wechseln, da für sie die gesetzliche Krankenversicherungspflicht nicht gilt. Viele Beamte bevorzugen daher vorrangig aus finanziellen Gründen die Mitgliedschaft in der PKV, da durch steigende Bezüge im Laufe der Dienstjahre auch die Beiträge für den gesetzlichen Gesundheitsschutz steigen, was bei der PKV in diesem Maße nicht der Fall sein muss. Zudem müssen Beamte berücksichtigen, dass sie beihilfeberechtigt sind und hierdurch bei Mitgliedschaft in der GKV der klassische Arbeitgeberanteil entfällt. Der Wechsel in die private Krankenversicherung kann sich vornehmlich deshalb lohnen, weil die Versicherungen nicht auf die Gehaltshöhe bei der Tarifierung eingehen und zudem spezielle Tarifvarianten bereithalten, bei denen die Beihilfeberechtigung bereits berücksichtigt ist. Die private Krankenversicherung übernimmt hierbei den ausstehenden Anteil, der nicht durch die Beihilfe abgedeckt ist, so dass der Beamte als Mitglied der PKV stets eine umfassende Absicherung zu einem fairen Beitrag erwarten kann. Die Mitgliedschaft in der PKV zeichnet sich zudem durch die tendenziell besseren Leistungen eines Volltarifs aus.

Können Ausländer Mitglied in der PKV werden?

Grundsätzlich besteht auch für ausländische Mitbürger die Möglichkeit, sich über eine private Krankenversicherung abzusichern, allerdings sind je nach Einzelfall bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Besonders mühelos erfolgt die Aufnahme in die PKV, wenn sich ein Ausländer seit mehr als zwei Jahren in Deutschland aufhält und hier einen festen Wohnsitz hat, noch einfacher wird der Abschluss eines PKV-Tarifs bei einer festen Berufstätigkeit in Deutschland. In diesem Fall gilt genauso wie für einheimische Bundesbürger die Krankenversicherungspflicht, die abhängig von Berufsgruppe und Einkommen bei einer gesetzlichen Krankenkasse oder in der PKV zu erfüllen ist. Für einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland ist zu beachten, dass die Ausstellung eines Visums an einen Krankenversicherungsschutz gekoppelt ist, bei entsprechenden Plänen sollte also rechtzeitig ein Vertrag mit einem Krankenversicherer abgeschlossen werden. Besteht ein Schutz durch die PKV, muss dieser übrigens nicht für Aufenthalte des Ausländers in seinem Heimatland gelten – in diesem Fall sollte ein Zusatztarif abgeschlossen werden, der einer Absicherung der Auslandskrankenversicherung für Inländer entspricht.

Welche Bedeutung hat die Anwartschaftversicherung in der PKV?

Der Wechsel in die PKV wird von vielen Bundesbürgern gewünscht, selbst wenn aktuell noch nicht die Voraussetzungen für einen solchen Wechsel erfüllt werden. Ein klassisches Beispiel ist ein Arbeitnehmer, der aktuell mit seinem Einkommen noch nicht die Versicherungspflichtgrenze überschreitet, dies jedoch aufgrund seiner Karriere in den nächsten Jahren voraussichtlich schaffen wird. In diesem Fall kann es sich lohnen, eine sogenannte Anwartschaftsversicherung abzuschließen, die von sehr vielen privaten Krankenversicherern in Deutschland angeboten wird. Mit einer solchen lässt sich das Alter sowie der Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers versicherungstechnisch konservieren, dieser muss bei einem Eintritt in die PKV in einigen Jahren daher nicht mit höheren Beiträgen durch sein fortgeschrittenes Lebensalter rechnen. Die Anwartschaftsversicherung wird auch dann als Option genutzt, wenn über einen bestimmten Zeitraum die Dienste des Versicherungsvertrags nicht benötigt werden. Anstelle einer Kündigung des Vertrags und einem späteren Einstieg zu weniger günstigen Konditionen lohnt es sich auch hier, die Anwartschaftsversicherung abzuschließen und später wieder zu den gleichen Konditionen wie beim Moment der Ruhestellung aufzunehmen.

Für wen ist eine Anwartschaft sinnvoll?

Sinnvoll ist der Abschluss einer Anwartschaftsversicherung vor allem für Versicherte, die über einen absehbaren Zeitraum wieder unter die gesetzliche Versicherungspflicht fallen, sich jedoch die Option auf einen Wechsel in die PKV in naher Zukunft aufrechterhalten möchten. Dies kann z. B. für die Phase einer Arbeitslosigkeit gelten, in der ein Versicherter zwingend wieder unter die gesetzliche Versicherungspflicht fällt, nach einigen Monaten allerdings wieder eine neue Anstellung mit einem entsprechend hohen Gehalt findet. Sollte die Aussicht hierauf bestehen und eine höhere Einstufung zu ungünstigeren Konditionen vermieden werden wollen, sollte eine Anwartschaft abgesichert werden. Auch für gesetzlich Versicherte, die bislang noch nicht Mitglied in der PKV waren, kann die Absicherung der Anwartschaft sinnvoll sein. Dies gilt vorrangig dann, wenn in absehbarer Zukunft die Möglichkeit zum Wechsel in die PKV gegeben ist, z. B. durch Aufnahme einer selbstständigen Berufstätigkeit oder durch Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze. Da sich Alter und Gesundheitszustand im Laufe der Zeit ungünstiger auf die Vertragsbedingungen auswirken, lässt sich mit der Anwartschaftsversicherung ein früherer Zustand einfach versicherungstechnisch konservieren.

Wie unterscheiden sich große und kleine Anwartschaft in der PKV?

Die erneute Einstufung in die PKV nach Monaten oder Jahren der Nichtmitgliedschaft wird von Versicherten vor allem aus zwei Gründen gefürchtet. Zum einen kann sich das steigende Lebensalter negativ auf den Beitrag auswirken, zum anderen kann die erneute Gesundheitsprüfung ein höheres Gesundheitsrisiko und somit höhere Beiträge nahelegen. Die beiden Faktoren werden beim Abschluss einer Anwartschaftsversicherung unterschiedlich behandelt, weshalb zwischen kleiner und großer Anwartschaft differenziert wird. Die kleine Anwartschaft ist dabei eher für kurze Phasen der Nichtmitgliedschaft gedacht, beispielsweise für wenige Monate der Arbeitslosigkeit, eines Jobwechsels oder einem kurzen Aufenthalt im Ausland. Bei der kleinen Anwartschaft besteht kein Anrecht auf die Beibehaltung des Alters des Versicherten, mit ihr wird lediglich eine erneute Gesundheitsprüfung umgangen. Anders verhält es sich bei der großen Anwartschaft, bei der sowohl das Eintrittsalter wie die gesundheitliche Disposition versicherungstechnisch konserviert werden. Diese Variante ist eher für längerfristige Wartezeiten bis zum erstmaligen oder erneuten Eintritt in die PKV geeignet, z. B. wenn ein gesetzlich Versicherter in absehbarer Zukunft die Versicherungspflichtgrenze übersteigen oder selbstständig tätig werden wird.

Was versteht man in der PKV unter dem Standardtarif?

Beim Standardtarif handelt es sich um ein Tarifmodell der privaten Krankenversicherung, das über ein eher eingeschränktes Leistungsspektrum verfügt. Der Standardtarif kann seit der Gesundheitsreform 2009 nicht mehr von Neukunden abgeschlossen werden und wurde durch den sogenannten Basistarif ersetzt, beide Tarifmodelle besitzen dabei einige grundlegende Gemeinsamkeiten. Der Standardtarif orientiert sich weitestgehend an den Leistungen, die aktuell durch den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung geboten werden. Ursprünglich stellte der Standardtarif eine Option für Mitglieder der PKV dar, die sich nicht mehr in der Lage sahen, einen teuren, individuellen Tarif mit vielen Zusatzleistungen zu finanzieren. Der Tarif stellt somit eine soziale, medizinische Grundversorgung sicher und ist mit günstigeren Beiträgen zu finanzieren als ein umfassender Volltarif. Einige Unterschiede zum Schutz durch eine gesetzliche Krankenkasse sind dennoch bestehen geblieben, z. B. bietet der Standardtarif einen umfassenden Gesundheitsschutz bei Behandlungen im europäischen Ausland. Ältere Mitglieder der PKV stehen sich bei finanziellen Schwierigkeiten besser, vom Standardtarif Gebrauch zu machen als in den Basistarif zu wechseln, da letzterer z. B. keine Deckelung der maximalen Beitragszahlung kennt.

Worum handelt es sich beim Basistarif der PKV?

Der Basistarif der privaten Krankenversicherung wurde mit der Gesundheitsreform im Jahr 2009 eingeführt, durch ihn wurde der bislang etablierte Standardtarif ersetzt. Der Basistarif ist als versicherungstechnische Grundversorgung anzusehen, der sich komplett am Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkassen orientiert. Sollte es in Zukunft zu einer Erweiterung oder Kürzung von Leistungen im gesetzlichen Gesundheitssystem kommen, ist daher auch im Basistarif der PKV mit einer entsprechenden Änderung zu rechnen. Der Basistarif steht jedem Bundesbürger offen, der die Voraussetzungen für einen Wechsel in die private Krankenversicherung erfüllt, eine Ablehnung durch den Versicherer durch zu hohe gesundheitliche Risiken darf demnach nicht erfolgen. Die Beiträge für den Basistarif sind gesetzlich gedeckelt und können somit auch nicht durch den Versicherer nach freien Stücken angehoben werden. Seit einigen Jahren wird der Basistarif vor allem von Versicherungsnehmern der PKV ausgewählt, denen die Kosten für einen leistungsstärkeren Volltarif zu hoch sind und denen der Wechsel zu einem gesetzlichen Anbieter verwehrt ist. Durch das Missverhältnis zwischen gesundheitlichen Risiken und zu leistenden Beiträgen gehört der Basistarif zu den unbeliebten Tarifvarianten der privaten Krankenversicherer.

Welche Leistungen werden in der PKV geboten?

Die Leistungen eines Vertrags in der privaten Krankenversicherung sind je nach Tarif sehr vielfältig zu gestalten, im Durchschnitt wird jedoch ein deutlich höheres Leistungsspektrum als bei der Versorgung durch eine gesetzliche Krankenkasse geboten. Die meisten Tarife deutscher Versicherer setzen sich nach dem Baukastenprinzip zusammen, d. h. der Versicherte kann vor dem Vertragsabschluss individuell Leistungselemente zusammenstellen, die er sich für die Absicherung seiner Gesundheit wünscht und die über die medizinische Grundversorgung des gesetzlichen Systems hinausgehen. Beliebt sind hierbei z. B. der Einschluss von Behandlungen bei Spezialisten, die Chefarztbehandlung oder die Übernachtung in einem Einzelzimmer beim stationären Aufenthalt oder die Übernahme der Kosten für Inlays und hochwertigen Zahnersatz bei Kieferchirurgen und Zahnärzten. Auch die Kostenerstattung für Brillen, Kontaktlinsen, Hörgeräte und anderer Hilfsmittel kann je nach Tarifvariante vereinbart werden. Jede Form von Zusatzleistung spiegelt sich natürlich im Beitrag wider, der individuell nach den eigenen Risiken sowie dem gewünschten Leistungsspektrum berechnet wird.

Welche ambulanten Leistungen werden durch die PKV geboten?

Ein wesentlicher Vorteil bei der ambulante Behandlung ist die freie Arztwahl, die ein Mitglied der privaten Krankenversicherung genießt. Während Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse alleine auf sogenannte Kassenärzte angewiesen sind, können Mitglieder der PKV ihren behandelnden Arzt frei wählen und mühelos innerhalb eines Quartals wechseln. Neben der klassischen Behandlung von Krankheiten aller Art fallen auch Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen unter die ambulanten Leistungen, die von einem PKV-Tarif im Regelfall übernommen werden. Teure und spezielle Behandlungsmaßnahmen, für die gesetzlich Versicherte Zuzahlungen aus eigener Tasche leisten müssen, werden in vielen Tarifen der privaten Versicherer ohne Zuzahlungen durch den Versicherungsnehmer übernommen. Auch die Zahlung der Praxisgebühr von zehn Euro pro Quartal entfällt für Mitglieder der PKV. Zuzahlungen gibt es zudem bei Behandlungsmaßnahmen, die den Einsatz von medizinischen Hilfsmitteln nach sich ziehen, z. B. Brillen oder Hörgeräte. Während gesetzlich Versicherte hier einen wesentlichen Teil der Kosten selbst zu übernehmen haben, können diese bei einem Volltarif der PKV auf Wunsch des Versicherten ebenfalls mit eingeschlossen werden.

Welche stationären Leistungen werden in der PKV geboten?

Als stationäre Leistungen werden solche bezeichnet, die beim Aufenthalt in einem Krankenhaus oder einer Klinik erbracht werden. Auch hier steht sich ein Mitglied der privaten Krankenversicherung oftmals günstiger als ein gesetzlicher Kassenpatient, sofern entsprechende Leistungselemente in den Volltarif mit eingeschlossen wurden. Zu den wichtigsten, stationären Leistungen mit Kostenübernahme durch die PKV zählen die Behandlung durch den Chefarzt sowie das Anrecht auf ein Ein- oder Zweibettzimmer. Sollte es aus Gründen der Belegung nicht möglich sein, ein solches Zimmer bereitzustellen, erhält der Versicherte für jeden Tag des Aufenthaltes eine zuvor vereinbarte Pauschale als Entschädigung. Die Wahl des behandelnden Arztes sowie der Klinik bzw. des Krankenhauses ist in der PKV ebenfalls frei und fällt wie bei ambulanten Behandlungen unter die freie Arztwahl. Der Krankenhausaufenthalt im Ausland wird in seinen Kosten ebenfalls übernommen, zudem beinhalten sehr leistungsstarke Tarife noch ein ergänzendes Krankenhaustagegeld. In sehr wenigen Leistungspunkten ist der gesetzliche Schutz die bessere Wahl, beispielsweise erwerben Mitglieder der PKV kein Anrecht auf einen dreiwöchigen Kuraufenthalt, das sich alle vier Jahre erneuert.

Was leistet die PKV im dentalen Bereich?

In nahezu allen Volltarifen der privaten Krankenversicherung sind sämtliche gängigen Behandlungen eines Zahnarztes mit inbegriffen. Hierzu zählen die Behandlung von Karies, Parodontose und Zahnstein, das Einsetzen von Füllungen oder die Durchführung von Wurzelbehandlungen. Im Vergleich zur gesetzlichen Krankenkasse geht die Absicherung der PKV in den Einzelleistungen deutlich weiter, beispielsweise kann der Versicherte hier standardmäßig auf Füllungen aus Kunststoff oder Keramik bestehen, während die gesetzlichen Krankenkassen standardmäßig nur Amalgam-Füllungen finanzieren. Je nach Stärke des Volltarifs werden für derartige Leistungsaspekte 75 bis 100 Prozent vom Versicherer übernommen, im Idealfall hat der Versicherte also keinen Zuschuss aus der privaten Geldbörse zu leisten. Auch im dentalen Bereich bleibt für alle Versicherten die frei Arztwahl bestehen, in kurzer Zeit können somit die Dienste von verschiedenen Zahnärzten in Anspruch genommen werden. Je nach Tarifstärke werden auch kieferorthopädische Behandlungen zu einem großen Teil oder in vollem Umfang finanziert, hierbei ist auch der Abschluss von speziellen Tarifen für Kinder und Jugendliche möglich. Auf einem hohen Niveau liegen zudem die Erstattungskosten für Brücken, Kronen und andere Prothesen.

In welcher Weise gewährt die private Krankenversicherung Krankentagegeld?

Mit dem sogenannten Krankengeld wird es jedem Versicherten möglich, auch im Falle einer mehrwöchigen Krankheit keine Einbußen beim fortlaufenden Bezug der Lohnersatzleistungen hinnehmen zu müssen. Wer als Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse Krankengeld über eine Dauer von bis zu sechs Wochen bezieht, muss sich genau auf diese Einbußen einstellen, da das Niveau des Krankengeldes normalerweise 70 Prozent des letzten Bruttoeinkommens beträgt. Bei einem Volltarif der PKV kann der Versicherungsnehmer hingegen gegen einen geringfügig höheren Montagsbeitrag eine höhere Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bis hin zu 100 Prozent beziehen, mehr als das übliche Nettogehalt wird allerdings nicht durch den Versicherer ausgezahlt. Krankentagegeld, das auf dieser Basis freiwillig abgeschlossen wird, unterliegt nicht der Steuerpflicht und auch nicht dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Auch die zeitliche Beschränkung für die Auszahlung des Krankengeldes muss nicht wie im gesetzlichen System auf 78 Wochen für ein bestimmtes Krankheitsbild beschränkt sein, hier lassen sich beim Abschluss eines Volltarifs individuelle Regelungen für den Bezug von Krankentagegeld mit den meisten Versicherungen aushandeln.

Ist eine Leistungskürzung in einem Tarif der PKV möglich?

Eine private Krankenversicherung ist nicht berechtigt, eigenmächtig Leistungen in einem abgeschlossenen Vertrag zu kürzen. Der Versicherer ist somit stets an den Vertrag gebunden und hat die Pflicht, die Leistungen im hierdurch vereinbarten Maße zu erbringen, sofern der Versicherungsnehmer regelmäßig seine Beiträge dotiert hat. Selbst bei einer drohenden Insolvenz des Versicherers ist der Versicherte weiterhin berechtigt, sämtliche Leistungen in der vereinbarten Form in Anspruch zu nehmen. Im Rahmen einer Auffanggesellschaft sind diese Ansprüche finanziell gesichert, durch Solidarbeiträge sämtlicher privater Krankenversicherer in Deutschland wird für eine solche Situation vorgebeugt. Umgekehrt hat der Versicherungsnehmer allerdings die Möglichkeit, auf Leistungen aus dem abgeschlossenen Vertrag zu verzichten und so selbst eine Kürzung des Leistungsspektrums herbeizuführen. Dies wird häufig aus finanziellen Gründen entschieden, um den Beitrag für den Versicherungsschutz durch den Verzicht auf einzelne Leistungen zu reduzieren.

Gibt es Auswirkungen der Budgetierung auf die Leistungen der PKV?

Die Budgetierung des gesetzliche Krankenversicherungssystems hat keinerlei direkte Auswirkung auf die Absicherung in der PKV, für die Abrechnung mit einer privaten Krankenversicherung müssen Ärzte somit keine Obergrenzen beachten. Für den einzelnen Patienten bedeutet dies, dass er in der PKV auch zum Ende eines Quartals noch eine volle Versorgung von seinen behandelnden Ärzten erwarten kann und nicht mit einem Verweigern von Leistungen aus finanziellen Gründen rechnen muss. Wesentlich für die gebotenen Leistungen und die Kostenübernahme ist alleine der abgeschlossene Versicherungsvertrag zwischen Patient und Versicherer. Für das Leistungsspektrum bedeutet dies, dass beispielsweise nicht mehr wirksame und teurere Medikamente verschrieben werden, um stattdessen auf billigere Generika zu verweisen. Die fehlende Budgetierung dürfte dazu beigetragen haben, dass Privatpatienten landläufig als beliebter bei Ärzten aller Art gelten als gesetzlich Versicherte. Schließen müssen Ärzte hier in keinem Fall um die Verweigerung einer Kostenübernahme fürchten, um so Ende des Monats Behandlungskosten aus der eigenen Tasche zu bezahlen.

Können gesetzlich Versicherte auch Leistungen der PKV in Anspruch nehmen?

Grundsätzlich stehen zahlreiche Leistungen der privaten Krankenversicherer auch Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse offen, selbst wenn diese nicht die Möglichkeit zum Wechsel in einen Volltarif der PKV besitzen. Die Rede ist von sogenannten Krankenzusatzversicherungen, die in den letzten zwei Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen haben und immer häufiger die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen ergänzen. Da sich die Volltarif der PKV bei vielen Versicherern nach dem Baukastenprinzip zusammensetzen, können einzelne dieser Bausteine auch von gesetzlich Versicherten hinzugekauft werden, hierfür werden eigenständige Zusatzverträge mit dem jeweiligen Versicherer abgeschlossen. Besonders beliebte Varianten sind aktuell die Zahnzusatzversicherung, die Zusatzpflegeversicherung oder die Zusatzabsicherung für stationäre Aufenthalte. Wesentlicher Nachteil dieser Regelung ist, dass die Zusatztarife auf privater Basis vom Nettoeinkommen bezahlt werden müssen. Der Vorteil ist, dass durch die rechtzeitige Absicherung verschiedener Risiken im Laufe des Lebens bares Geld eingespart werden kann, falls in den abgesicherten Bereichen später hohe Behandlungskosten drohen. Vor diesem Hintergrund ist es individuell genau zu überlegen, in welchen Bereichen eine Zusatzabsicherung bei einem privaten Krankenversicherer Sinn ergeben.

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Markus Hahn – Versicherungsexperte

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