Fragen & Antworten zur Risikolebensversicherung

Auf Experte24 finden Sie umfangreiche Informationen zum Thema Risikolebensversicherung. Falls trotzdem noch Unklarheiten bestehen, haben wir hier noch einmal die häufigsten Fragen zusammengefasst und verständlich beantwortet.

Sollten dennoch noch Fragen offen sein, nehmen Sie gerne persönlich Kontakt mit uns auf.

Nachricht schickenZurück zur Themenseite

FAQ für Haftpflichtversicherungen

Welcher Personenkreis benötigt eine Risikolebensversicherung?

Die Risikolebensversicherung ist vorrangig eine sinnvolle Wahl für alle Versicherungsnehmer, die anderen Personen nach dem eigenen Todesfall eine zusätzliche, finanzielle Sicherheit bieten möchten. Vor allem innerhalb einer Familie ist der Abschluss der Risikolebensversicherung besonders verbreitet, besonders wichtig wird der Versicherungsschutz dann, wenn lediglich ein Erwerbstätiger für das finanzielle Wohl der Familie aufkommt. Auch alleinerziehende Mütter oder Väter treffen mit dem Abschluss einer Risikolebensversicherung eine gute Wahl, wobei der eigene Nachwuchs als Begünstigter eingetragen werden sollte. Grundsätzlich ist das Feld der Begünstigten eines Vertrags sehr weit gefächert, auch Eltern, Verwandte, Geschäftspartner oder Freunde können theoretisch mit den Leistungen dieser Versicherung bedacht werden. Wesentlich ist hierbei stets, dass der Begünstigte im Versicherungsvertrag explizit benannt wird.

Wer sind die Vertragsparteien einer Risikolebensversicherung?

Grundsätzlich ist zwischen vier Parteien bei einem Vertrag zur Risikolebensversicherung zu unterscheiden. Zunächst existiert der Versicherungsnehmer, der den Antrag auf Versicherungsschutz stellt und auch für die ordnungsgemäße Entrichtung der Beiträge zuständig ist. Als zweite Partei tritt die versicherte Person auf, ihr Todesfall löst die Leistungen des Vertrags aus. In der Praxis ist der Versicherungsnehmer und die versicherte Person meist der gleiche Mensch, grundsätzlich besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass ein entsprechender Vertrag für ein anderes Familienmitglied abgeschlossen wird. Als dritte Partei ist der Begünstigte zu nennen – dieser erhält die vertraglich zugesicherten Leistungen, sofern die versicherte Person verstirbt. Im Normalfall wird diese Person explizit im Versicherungsvertrag benannt, die Benennung eines Kreises von mehreren Personen ist prinzipiell möglich. Wurde die Benennung versäumt, aus absichtlichen Gründen nicht vorgenommen oder ist der Begünstigte selbst bereits verstorben, geht die Leistungssumme in das Erbvermögen des Verstorbenen über. Als viertes ist der Versicherer zu nennen, also der Versicherungskonzern, der die Leistungen nach dem Todesfall an den Begünstigten auszahlt.

Welche Versicherungssumme sollte bei der Risikolebensversicherung gewählt werden?

Die Höhe ist stets nach individuellen Bedürfnissen und Wünschen festzulegen, in der Versicherungspraxis sind hohe vierstellige bzw. niedrige fünfstellige Beträge für die Versicherungssumme üblich. Bei der Festlegung der Summe sollte im Vordergrund stehen, für welche Zwecke das Geld zum Einsatz kommen soll. Ist geplant, mit der Versicherungssumme der Risikolebensversicherung die Kosten des Begräbnisses zu decken, reichen meist wenige Tausend Euro. Viele Versicherungsnehmer wünschen sich jedoch einen zusätzlichen Schutz, um z. B. einer hinterbliebenen Familie in den ersten Monaten nach dem Todesfall eine zusätzliche Absicherung zu bieten. Steht diese Form der Absicherung im Vordergrund, sollte die Versicherungssumme entsprechend höher gewählt werden. Die Höhe der Summe kann in einem solchen Fall ruhig das Mehrfache des Jahresgehalts des Verstorbenen und Alleinverdieners der Familie betragen.

Kann die Versicherungssumme nachträglich erhöht werden?

Grundsätzlich ist eine Erhöhung der Versicherungssumme zu einem späteren Zeitpunkt immer möglich, die Frage ist lediglich, ob die Versicherung hierfür eine erneute Gesundheitsprüfung verlangt. Diese hat die versicherte Person bereits bei der Antragsstellung zu beantworten, damit die Versicherung orientiert am Alter und dem Gesundheitszustand der Person eine Sterbewahrscheinlichkeit einschätzen kann. Zu einem späteren Zeitpunkt kann diese Wahrscheinlichkeit z. B. durch ein höheres Lebensalter gestiegen sein, der Anstieg der Versicherungssumme dürfte nach einer erneuten Gesundheitsprüfung daher mit einem Anstieg der Beiträge einhergehen. Immer mehr Versicherungen bieten allerdings eine Ausnahme von dieser Regelung, indem Sie die Erhöhung der Versicherungssumme zu bestimmten Anlässen ohne eine erneute Gesundheitsprüfung ermöglichen. Zu diesen Anlässen gehören z. B. die Hochzeit der versicherten Person oder die Geburt eines Kindes des Versicherten.

Wann lässt sich eine Risikolebensversicherung kündigen?

Grundsätzlich wird die Kündigung einer Risikolebensversicherung nur zum Ende eines Versicherungsjahres möglich, wobei die Kündigung schriftlich mit einer Frist von drei Monaten vor Ende des Versicherungsjahres dem Versicherer zugestellt werden muss. Wird diese Frist nicht erfüllt, verlängert sich der Schutz der Risikolebensversicherung um ein weiteres Jahr und bringt entsprechende Beitragszahlungen mit sich. Findet eine monatliche Ratenzahlung der Beiträge statt, bieten viele Versicherungen auch eine Kündigung im Versicherungsjahr mit einer Frist von vier Wochen. Bei vielen Verträgen ist es üblich, dass der Versicherungsnehmer den Schutz nicht im ersten Versicherungsjahr oder einer anderen Zeitspanne zu Beginn des Versicherungsverhältnisses aufkündigen kann.

Wann findet eine Gesundheitsprüfung für die Risikolebensversicherung statt?

Die Gesundheitsprüfung ist bei Abschluss einer Risikolebensversicherung faktisch bei allen Versicherungen etabliert und lässt sich nur schwer umgehen. Durch die Gesundheitsprüfung macht sich die Versicherung ein Bild vom aktuellen Gesundheitszustand der versicherten Person, hieran orientiert sich der zu zahlende Beitrag in erheblicher Weise. Der Abschluss einer Risikolebensversicherung ergibt so in einem jungen Lebensalter besonders viel Sinn, da junge und gesunde Menschen geringe Risiken bei der Gesundheitsprüfung mitbringen und so der Beitrag noch preisgünstig gestaltet werden kann. Wird durch die Versicherung eine sehr hohe Versicherungssumme im sechsstelligen Bereich abgesichert, kann die Versicherung sogar eine zusätzliche, ärztliche Untersuchung anordnen. Die Kosten hierfür hat der Antragsteller vorzustrecken, bei einem Zustandekommen des Vertrags werden diese Kosten allerdings durch die Versicherung zurückerstattet bzw. mit den Beiträgen verrechnet.

Was haben unverheiratete Paare bei der Risikolebensversicherung zu beachten?

Sollte kein direkter Verwandtschaftsgrad zwischen der versicherten und der begünstigten Person bei einer Risikolebensversicherung bestehen, ist je nach Höhe der Auszahlungssumme die Erbschaftssteuer zu beachten. Bei Ehepartnern sorgt diese normalerweise für keine Probleme, da hier Beträge bis zu 500.000 Euro von der Erbschaftssteuer befreit sind. Ist jedoch ein Lebenspartner, ein Geschwister oder ein Geschäftspartner als Begünstigter eingetragen, sinkt der Freibetrag der Erbschaftssteuer auf 20.000 Euro – viele Verträge zur Risikolebensversicherung bieten allerdings eine höhere Auszahlung. Das Problem der Erbschaftssteuer lässt sich umgehen, wenn Versicherungsnehmer und Begünstigter die gleiche Person sind. In diesem Fall empfiehlt es sich z. B. bei einem Lebenspaar ohne Trauschein, dass eine Person als Versicherungsnehmer und zugleich als begünstigte Person des Vertrags auftritt, der Partner hingegen die Rolle der versicherten Person einnimmt.

Was sind technisch einjährig kalkulierte Beiträge?

Bei den sogenannten technisch einjährig kalkulierten Beiträgen werden die Kosten des Versicherungsvertrags jedes Jahr aufs Neue berechnet und dem Versicherungsnehmer somit in immer neuer Höhe in Rechnung gestellt. Die Option ist beliebt bei Versicherungsnehmern, die sich schwer damit tun, eine sinnvolle Vertragslaufzeit festzulegen. In den meisten Fällen wird die Laufzeit zu kurz angesetzt, zu einem späteren Zeitpunkt des Lebens wird eine Verlängerung der Risikolebensversicherung um einige Jahre gewünscht. Dies führt im Regelfall zu einer erheblichen finanziellen Belastung, da bislang alle Beiträge konstant in gleicher monatlichen Höhe gezahlt wurden. Da mit steigendem Lebensalter auch das Risiko des Versterbens steigt und dies bei den ursprünglich konstanten Beiträgen anderweitig verrechnet wurden, ist mit einem erheblichen Beitragssprung zu rechnen, um die Beiträge der letzten Jahre und Jahrzehnte nach der Neukalkulation gegenzufinanzieren. Dieses Risiko ist nicht gegeben, wenn direkt auf die technisch einjährige Kalkulation vertraut wird. In diesem Fall setzen die Versicherungsbeiträge im ersten Jahr des Versicherungsschutzes besonders niedrig an und steigen im Laufe der Zeit nur sehr langsam.

Welchen Zweck erfüllt eine Risikolebensversicherung?

Die Risikolebensversicherung stellt eine finanzielle Absicherung für den Todesfall des Versicherungsnehmers dar. Verstirbt dieser, wird durch die Risikolebensversicherung ein vertraglich festgelegter Betrag an die im Vertrag benannten Begünstigten ausgezahlt – in der Versicherungspraxis oftmals der Lebens- oder Ehepartner bzw. die Kinder des Versicherungsnehmers. Eine Risikolebensversicherung erbringt ihre Leistungen sowohl im Falle eines natürlichen Todes, ebenso wie in Fällen eines Unfalls oder einer schweren Erkrankung in jüngeren Lebensjahren. Mit dem Auszahlungsbeitrag finanzieren viele Begünstigte das Begräbnis des Versicherungsnehmers, bei einer höheren Dotierung des Vertrags stehen den Hinterbliebenen zudem weitere finanzielle Mittel für die finanzielle Gestaltung des Alltags zur Verfügung, um sich an die neue Lebenssituation ohne existenzielle Nöte zu gewöhnen.

Welche Varianten der Risikolebensversicherung werden angeboten?

Grundsätzlich verfolgen alle Risikolebensversicherung das gleiche Ziel, konkret dem Begünstigten des Vertrags in der Leistungsphase eine finanzielle Leistung zu erbringen. Hierbei haben sich allerdings Varianten etabliert, wie die Versicherungsleistung zur Auszahlung kommt. Besonders etabliert ist die einmalige Auszahlung, d. h. die gesamte Versicherungssumme wird direkt an den Begünstigten ausgezahlt. Ergänzend hierzu werden auch Varianten mit einer linear oder annuitätisch fallenden Versicherungssumme geboten, die Auszahlung der Leistungen erfolgt demnach über Monate oder sogar Jahre hinweg. Diese Variante wird dann gerne gewählt, wenn die versicherte Person noch Verpflichtungen in Form eines Darlehens zu tilgen hat – der Versicherungsschutz deckt in diesem Fall durch die besondere Variante der Auszahlung die bestehenden Verpflichtungen optimal ab. Unabhängig von dieser Regelung werden Varianten der Risikolebensversicherung geboten, die nicht alleine von einer einzigen versicherten Person ausgehen. Diese Form der Absicherung ist im privaten wie geschäftlichen Bereich etabliert und soll auf die Situation vorbereiten, dass zum selben Zeitpunkt verschiedene Personen als Versicherte versterben.

Was passiert mit den eingezahlten Beiträgen im Erlebensfall?

Bei einer Risikolebensversicherung handelt es sich – wie der Name es bereits andeutet – um eine reine Risikoversicherung. Dies bedeutet, alleine das Risiko des Todesfalls wird durch die Versicherungsbeiträge abgesichert, mit zusätzlichen Leistungen kann der Versicherungsnehmer im Erlebensfall folglich nicht rechnen. Beliebt ist es daher, die Risikolebensversicherung mit anderen Produkten des modernen Versicherungswesens zu kombinieren, vorrangig mit Verträgen der privaten Altersvorsorge. Findet der Erlebensfall statt, werden nicht selten Beitrags- bzw. Überschussanteile aus der Risikolebensversicherung in den Vorsorgeschutz mit eingerechnet, was viele Versicherungsnehmer eher dazu motiviert, sich für den sinnvollen Schutz der Risikolebensversicherung zu entscheiden und dies nicht alleine aus Angst um die eigenen Beitragssummen zu unterlassen.

Wie unterscheiden sich Brutto- und Nettobeiträge in der Risikolebensversicherung?

Als Bruttobeitrag wird die Beitragssumme bezeichnet, mit der sich die Leistungen der Risikolebensversicherung garantiert finanzieren lassen. Der Bruttobeitrag wird exakt als Versicherungsbeitrag berechnet und sichert dem Versicherungsnehmer auch dann die versprochenen Leistungen zu, wenn sich die versicherungstechnischen Konditionen entscheidend verändern sollten. Dies kann z. B. durch die Veränderung der Sterblichkeit in Deutschland oder durch einen Anstieg der Verwaltungskosten des Versicherers geschehen. Bereinigt von derartigen Entwicklungen oder den Überschüssen, die eine Versicherung mit den eingezahlten Beiträgen zu erzielen versucht, ergibt sich der Nettobeitrag. Dieser ist keine garantierte Größe und von Faktoren wie der Überschussbeteiligung abhängig, sollte die Versicherung keine Rendite über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg erwirtschaften, besitzen Brutto- und Nettobeitrag den gleichen Wert.

Was bedeutet das Bezugsrecht bei einer Risikolebensversicherung?

Das Bezugsrecht bezeichnet das Recht einer Person, als Begünstigte eines Vertrags zur Risikolebensversicherung tatsächlich diese Leistungen zu beanspruchen. Um dieses Recht möglichst reibungslos durchsetzen zu können, ist bereits bei der Vertragsunterzeichnung die begünstigte Person mit vollem Namen und Geburtsdatum zu nennen. Durch das geltende Bezugsrecht und die Benennung der begünstigten Person wird der Vertrag über eine Risikolebensversicherung aus dem Erbvermögen des Verstorbenen herausgenommen, ein Erbschein oder ein Testament sind durch das Bezugsrecht somit nicht mehr notwendig.

Wird durch die Risikolebensversicherung auch das Risiko einer Berufsunfähigkeit abgedeckt?

Grundsätzlich sind Risikolebensversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung streng voneinander zu trennen, da sie unterschiedliche Lebensrisiken absichern. Die Risikolebensversicherung kommt ausschließlich bei einem Todesfall zur Auszahlung, die Leistungsphase bei einer BU Versicherung tritt hingegen ein, wenn der Versicherungsnehmer auf absehbare Zeit seinen vertraglich festgelegten Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausführen kann. Viele Versicherungen machen es allerdings mittlerweile möglich, verschiedene Risiken miteinander in einem Kombivertrag zu verbinden, die Kombination von Risikolebensversicherung und BU Schutz ist hierbei nicht unüblich. Weitere Versicherungsformen, mit denen die Risikolebensversicherung gerne verbunden wird, sind die Unfallversicherung sowie alle Formen der privaten Altersvorsorge.

Haben Sie eine Frage?

Markus Hahn
Markus Hahn – Versicherungsexperte

Mein Team und ich beantworten sie gerne.
Sie erreichen uns montags bis freitags
von 09 Uhr bis 19 Uhr.

Kostenlose Experten-Beratung
089 / 45 206 79 0
Mo. – Fr. 09:00 – 19:00 Uhr

Sie haben eine Frage?
Ich helfe Ihnen gerne weiter!
Nutzen Sie einfach unseren E-Mail-Service:

Email schreiben

Sie haben weitere Fragen?

Nutzen Sie unser Kontaktformular und schreiben Sie uns Ihre Fragen. Wir beantworten Sie gerne.