Fragen & Antworten zur Haftpflichtversicherung

Auf Experte24 finden Sie umfangreiche Informationen zum Thema Haftpflichtversicherung. Falls trotzdem noch Unklarheiten bestehen, haben wir hier noch einmal die häufigsten Fragen zusammengefasst und verständlich beantwortet.

Sollten dennoch noch Fragen offen sein, nehmen Sie gerne persönlich Kontakt mit uns auf.

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FAQ für Haftpflichtversicherungen

Warum lohnt sich der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung?

Die Privathaftpflichtversicherung ist ein elementarer Versicherungsschutz, der in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Versicherungsnehmer und dessen Familien vor dem privaten, finanziellen Bankrott bewahrt hat. Schuldhaft oder ungewollt herbeigeführte Sach-, Personen- und Vermögensschäden treten täglich und in den alltäglichsten Situationen auf, die Schadenswerte erreichen hierbei schnell mehrere Tausend Euro oder sogar die Millionengrenze.

Ohne eine Haftpflichtversicherung ist kaum ein Privathaushalt in Deutschland in der Lage, derartige Schadenssummen aus eigener Tasche zu bezahlen, schlimmstenfalls bleiben bis zum Lebensende finanzielle Verpflichtungen gegenüber dem Geschädigten bestehen. Durch den Haftpflichtschutz lässt sich dieses Risiko vermeiden, wobei in modernen Versicherungstarifen der Schutz nicht alleine für den Versicherungsnehmer selbst, sondern z. B. auch für dessen Kinder gilt, die viele Risiken noch nicht korrekt einschätzen und so schneller eine Schadenssituation herbeiführen können.

Können Kinder bei Schäden haftbar gemacht werden?

Grundsätzlich sind auch Kinder für schuldhaft von ihnen herbeigeführte Schäden nach der deutschen Rechtsprechung haftbar, das Bürgerliche Gesetzbuch sieht hierbei allerdings einige Ausnahmen vor. Grundsätzlich gelten Kinder bis zum 7. Lebensjahr als deliktunfähig, die Haftbarkeit ist in diesem Fall ausgeschlossen, sofern die Eltern nachweislich ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Bei Schadensdelikten im Straßenverkehr gewährt der Gesetzgeber noch eine längere Deliktunfähigkeit, die sich bis zum 10. Lebensjahr hin erstreckt. Für Eltern mit einem jungen Nachwuchs dürfte es dennoch sinnvoll sein, rechtzeitig einen Haftpflichtschutz abzuschließen, von dem auch der eigene Nachwuchs profitiert. Wie die praktische Erfahrung zeigt, ist der Nachweis der gegebenen, elterlichen Aufsichtspflicht nicht immer einfach und oftmals Auslegungssache des Gerichtes, so dass die Eltern für den Zweifelsfall auf einen umfassenden Haftpflichtschutz vertrauen sollten.

Was sind die sogenannten Vermögensschäden in der Haftpflichtversicherung?

Vermögensschäden gehören neben Personen- und Sachschäden zu den häufigsten Schadensarten im Bereich Haftpflicht und gehören daher zu vielen Standardverträgen dazu. Bei ihnen handelt es sich um finanzielle Schäden, die der Geschädigte in Folge eines Unfalls oder einer Schadenssituation erlitten hat, die jedoch nicht Personen- oder Sachschäden zuzuordnen sind. Ein klassisches Beispiel ist ein Selbstständiger oder Freiberufler, der nach einem Unfall über Wochen nicht in der Lage ist, dem eigenen Beruf nachzugehen. Hierdurch entsteht diesem ein Verdienstausfall, der jedoch weder einen Personen- noch einen Sachschaden darstellt. Die finanzielle Erstattung dieses Schadens durch die Versicherung ist daher sinnvoll, allerdings belaufen sich die Deckungssummen der meisten Haftpflichverträge auf deutlich niedrigere Eurobeträge als bei Sach- und Personenschäden.

Wie sollte sich der Versicherungsnehmer im Schadensfall verhalten?

Unmittelbar nach dem Schaden sollte der Kontakt zur eigenen Haftpflichtversicherung aufgenommen werden. Telefonisch und später schriftlich sollte die Entstehung des Schadens ebenso ausführlich wie präzise dargestellt werden, in vielen Fällen ist es hilfreich, Fotos von den geschädigten Objekten zu machen. Um die weiteren Schritte der Schadensregulierung kümmert sich anschließend die Versicherung, wobei die Entsendung eines Gutachters mit einer Überprüfung der entstandenen Personen- und Sachschäden nicht unüblich ist. Sollte die eigene Person selbst die geschädigte Partei sein, lohnt sich die Anfertigung einer Aufstellung, die einen Überblick über die entstandenen Schäden mit einer Angabe des jeweiligen Wertes bietet.

Wie erfolgt die Kündigung meiner Haftpflichtversicherung?

Bei der Kündigung eines Versicherungsvertrags sind die ordentliche sowie die außerordentliche Kündigung voneinander zu unterscheiden. Eine ordentliche Kündigung kann stets jährlich zum Ende eines Versicherungsjahres ausgesprochen werden, wird dies nicht getan, verlängert sich der Versicherungsvertrag um ein weiteres Jahr. Die Kündigung muss mit einer Frist von drei Monaten zum Ablaufdatum des Vertrags eingereicht werden und hat schriftlich und vom Versicherungsnehmer unterschrieben zu erfolgen. Die genannte Frist kann zu Beginn des Versicherungsschutzes eventuell nicht genutzt werden, da schriftlich eine Mindestvertragsdauer von z. B. fünf Jahren festgelegt wurde. Hierneben gibt es die außerordentliche Kündigung, die bei Veränderung der Vertragsbedingungen oder im Schadensfall ausgesprochen werden kann. Sollte der Versicherer z. B. eine Beitragserhöhung ankündigen oder das Leistungsspektrum des Haftpflichtvertrags ändern, setzt dies ein Sonderkündigungsrecht in Kraft, das innerhalb von vier Wochen auch mitten im Versicherungsjahr genutzt werden kann. Auch nach der Schadensregulierung tritt diese Frist in Kraft, wobei neben dem Versicherungsnehmer auch die Versicherung das Recht hat, das zukünftige Vertragsverhältnis aufzukündigen.

Welche Deckungssumme sollte gewählt werden?

Grundsätzlich ist bei allen Haftpflichtverträgen eine möglichst hohe Deckungssumme für Personen- und Sachschäden anzuraten. Eine Erhöhung der Deckungssumme um mehrere Millionen Euro spiegelt sich nur in einem geringfügig höheren Beitrag wider, kann im Ernstfall jedoch den Versicherungsnehmer vor dem privaten Bankrott und einer langjährigen, finanziellen Verpflichtung gegenüber dem Geschädigten bewahren. Nach der praktischen Erfahrung in der Haftpflichtversicherung raten Experten für Personen- und Sachschäden zu einer Deckungssumme zwischen drei und fünf Millionen Euro, nach Möglichkeit sollte dieser Betrag nicht unterschritten werden. Viele Versicherungen bieten für Privatkunden einen noch weiterführenden Schutz bis zu zehn Millionen Euro, der günstig mit einem geringen Aufschlag auf den Jahresbeitrag zu finanzieren ist und deshalb für jeden Versicherungsnehmer eine Option darstellen sollte.

Kann ein Schlüsselverlust bei der Haftpflichtversicherung mitversichert werden?

Die Absicherung von verlorenen Schlüsseln gehört nicht zum Standardspektrum an Leistungen einer Haftpflichtversicherung, viele Versicherer bieten diese Leistung allerdings gegen einen geringen Aufschlag auf den Jahresbeitrag an. Diese Form der Absicherung ergibt hauptsächlich für Mieter in einem größeren Mietshaus Sinn, da bei Verlust des Schlüssels aus Sicherheitsgründen das Schloss austauscht wird und sämtliche Mietparteien mit einem neuen Schlüssel auszustatten sind. Je mehr Mieter es gibt, umso kostspieliger wird der Schlüsselverlust für die eigene Person, die meisten Versicherungen bieten hier ein Leistungsspektrum von 250 bis zu 30.000 Euro. Für das eigene Haus bzw. eine Eigentumswohnung ist die Absicherung des Schlüsselverlustes nicht durch die Haftpflichtversicherung möglich und sollte demnach auch nicht unnötig als Vertragselement hinzugenommen werden.

Worum handelt es sich bei der Forderungsausfalldeckung?

Die Forderungsausfalldeckung ist eine Zusatzoption, die bei vielen Versicherungen im Rahmen eines Haftpflichtvertrags gegen einen etwas höheren Jahresbeitrag abgesichert werden kann. Die Option spielt dann eine Rolle, wenn der Versicherungsnehmer selbst Opfer eines Schadens wird. Nicht immer verfügt die schädigende Seite über eine Haftpflichtversicherung oder ist hierüber hinaus in der Lage, den entstandenen Schaden aus dem privaten Vermögen zu finanzieren. Damit die geschädigte Person nicht auf dem entstandenen Schaden sitzenbleibt, übernimmt in dieser Situation die eigene Versicherung den Schadensersatz. Unter welchen Umständen dies erfolgt und welche Voraussetzungen die schädigende Seite für die Forderungsausfalldeckung zu erfüllen hat, ist explizit in den Vertragsbedingungen des eigenen Versicherers nachzulesen.

Wie sind Mietsachschäden in der Haftpflichtversicherung definiert?

Bei vielen Haftpflichtversicherungen besteht die Möglichkeit der Absicherung sogenannter Mietsachschäden, die in allen Versicherungsverträgen genau definiert sind. Üblicherweise ist die Kostenübernahme für Sachschäden in gemieteten Wohnungen durch die Vertragsbedingungen ausgeschlossen, was z. B. für den Aufenthalt in einem Hotel oder einem Ferienhaus relevant ist. Mietsachschäden, die von den Versicherungen übernommen werden, sind hingegen Schäden an Objekten, die fest mit dem angemieteten Haus verbunden sind, also z. B. Schäden an Türen und Fenstern oder an der Bausubstanz. Auch ein vom Vermieter fest angebrachter Teppich oder sonstiger Bodenbelag gehört zum Leistungsspektrum im Bereich Mietsachschäden. Für alle Formen der hiermit verbundenen Schäden ist abschließend wichtig, dass die Schadenssituation akut herbeigeführt wurde. Ein über Jahre entstandener Verschleiß an Türen, Fußböden oder Wänden kann der eigenen Haftpflichtversicherung demnach nicht in Rechnung gestellt werden.

Ist bei der Haftpflichtversicherung eine Wartezeit üblich?

Anders als bei der Absicherung von gesundheitlichen Risiken, bei denen der Versicherungsnehmer bei der Antragsstellung bekannte Schwächen verschweigen könnte oder eventuelle Leistungsfälle bereits abzusehen sind, ist dies für einen drohenden Haftpflichtschaden natürlich nicht möglich. Aus diesem Grund verzichten sämtliche Versicherungen in Deutschland auf eine Wartezeit beim Haftpflichtschutz, das in der Police eingetragene Datum des Versicherungsbeginns ist somit ausschlaggebend.

Ist ein Wohnungseigentümer durch die Versicherung ausreichend geschützt?

Das gesetzliche Haftpflichtrisiko bei einer privaten Haftpflichtversicherung wird nicht alleine nur für Mieter eines fremden Wohneigentums übernommen. Sollte der Versicherungsnehmer stattdessen Inhaber einer Wohnung sein oder ein Einfamilienhaus bewohnen, gilt für dieses Wohnverhältnis ebenfalls der Schutz einer Privat-Haftpflichtversicherung. Über einen ergänzenden Versicherungsschutz für weitere Risiken, z. B. eine Gebäudeversicherung, sollte in diesem Fall allerdings nachgedacht werden.

Worum handelt es sich bei Gefälligkeitsschäden und sind diese auch abgesichert?

Bei Gefälligkeitsschäden handelt es sich um eine besondere Schadensform, die im Regelfall von Haftpflichtversicherungen nicht übernommen wird. Schäden dieser Art treten dann ein, wenn der Geschädigte und die schädigende Person in einem engen Verhältnis zueinander stehen, z. B. miteinander verwandt oder befreundet sind. In diesen Fällen werden zahlreiche Handlungen als Gefälligkeit ausgeführt, die zu einem Schaden führen können, ein Klassiker ist die Hilfe bei einem Umzug, bei dem Freunde oder Verwandte Teile des eigenen Wohneigentums zerstören. Da üblicherweise kein Entgelt für die privaten Umzugshelfer gezahlt wird und so eine echte Gefälligkeit vorliegt, verweigert die Versicherung im Regelfall die Kostenübernahme, da es sich prinzipiell auch um einen absichtlich herbeigeführten Schaden handeln könnte. Einzelne Versicherungen machen es möglich, gegen einen Zuschlag auf den Jahresbeitrag auch Gefälligkeitsschäden mit in den Schutz der Haftpflichtversicherung einzuschließen, allerdings sollte bei der Inanspruchnahme dieser Option mit einer sehr strengen Prüfung seitens des Versicherers gerechnet werden.

Übernimmt die Haftpflicht auch die Nutzung von Wasserfahrzeugen?

Bei den meisten Versicherungsverträgen ist die Absicherung von Wasserfahrzeugen standardmäßig gegeben, allerdings muss die Voraussetzung erfüllt sein, dass diese Fahrzeuge nicht über einen eigenständigen Motor verfügen. Zu den abgesicherten Wasserfahrzeugen gehören somit z. B. Surfbretter sowie Segel- und Ruderboote. Sollte ein motorisiertes Wasserfahrzeug abgesichert werden, bieten die meisten Versicherungen in Deutschland zusätzlich Vertragselemente oder Versicherungstarife an, die gegen eine gesonderte Beitragszahlung abzuschließen sind.

Wird der Schutz auch während eines Auslandsaufenthalts gewährt?

Grundsätzlich schützen zahlreiche Haftpflichttarife der deutschen Versicherungen auch auf Geschäfts- und Urlaubsreisen im Ausland, allerdings ist hier mit räumlichen oder zeitlichen Einschränkungen zu rechnen. Viele Versicherungsverträge bieten einen Auslandsschutz ausschließlich für das europäische Gebiet sowie die angrenzenden Urlaubsinseln an, bei einem Besuch anderer Kontinente ist der Schutz nicht mehr gegeben. Zeitlich bestehen je nach Vertragsart und Versicherung Fristen zwischen einem Vierteljahr und drei Jahren, die als Aufenthaltsdauer im Ausland akzeptiert werden. Da jede Versicherung hier andere Vertragskonditionen verfolgt, sollten vor einer Auslandsreise die Tarifbedingungen noch einmal genau studiert werden. Sollte der Wohnsitz des Versicherungsnehmers dauerhaft ins Ausland verlegt werden, ist die Kündigung des deutschen Versicherungsvertrags und eine Absicherung in der neuen Heimat anzuraten.

Gilt der Haftpflichtschutz auch für gemietete oder geliehene Sachen?

Ein Versicherungsschutz für gemietete oder geliehene Objekte ist durch die Haftpflichtversicherung nicht gegeben, zudem besteht auch nicht die Möglichkeit, diese durch einen Zusatztarif abzusichern. Die Versicherungen in Deutschland gehen davon aus, dass gemietete oder geliehene Objekte ähnlich sorgfältig behandelt werden wie Objekte, die dem Eigentum des Versicherungsnehmers zuzurechnen sind. Versicherungstechnisch werden Leih- oder Mietobjekte folglich als persönliches Eigentum gewertet, ein entstehender Schaden kommt daher einem Eigenschaden gleich. Da ein selbst zugefügter Schaden nicht von der Haftpflichtversicherung übernommen wird, gilt dies folglich auch bei gemieteten oder geliehenen Sachen.

Ist der Ehe- oder Lebenspartner automatisch mit haftpflichtversichert?

Grundsätzlich wird ein Ehepartner oder Lebenspartner ohne Trauschein vom Haftpflichtschutz des Versicherungsnehmers mit berücksichtigt, hierfür ist kein gesonderter Beitrag zu entrichten. Voraussetzung hierfür ist lediglich, dass sich der Partner mit dem Versicherungsnehmer einen Haushalt teilt und polizeilich auch an diesem Wohnsitz gemeldet ist. Die allermeisten Versicherungen verlangen zudem, dass der Name des Lebenspartners explizit in den Versicherungsvertrag mit aufgenommen wird. Für die Versicherungen in Deutschland spielt dabei das Geschlecht von Versicherungsnehmer und Lebenspartner keine Rolle, gleichgeschlechtliche Partnerschaften werden daher von dieser Regelung ebenfalls umfasst.

Sind Kinder des Versicherungsnehmers automatisch mit haftpflichtversichert?

Die Kinder eines Versicherungsnehmers werden ähnlich wie der Ehe- oder Lebenspartner vom Haftpflichtschutz mit umfasst, auch für sie ist kein zusätzlicher Versicherungsbeitrag zu zahlen. Wesentliche Voraussetzung ist hierbei, dass die Kinder im gleichen Haushalt wie der Versicherungsnehmer leben sowie minderjährig sind. Für volljährige Kinder besteht der Haftpflichtschutz fort, sofern sich diese noch in der Ausbildung einer Schule oder eines Studiums befinden, weiterhin zu Hause wohnen und hierbei kein eigenes Einkommen erzielen. Wird eine der letzteren Voraussetzungen nicht erfüllt, hat der Nachwuchs einen eigenen Haftpflichtschutz abzuschließen.

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Markus Hahn – Versicherungsexperte

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