Fragen & Antworten zur Pflegeversicherung

Auf Experte24 finden Sie umfangreiche Informationen zum Thema Pflegeversicherung. Falls trotzdem noch Unklarheiten bestehen, haben wir hier noch einmal die häufigsten Fragen zusammengefasst und verständlich beantwortet.

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FAQ für Haftpflichtversicherungen

Wieso ist der Abschluss einer privaten Pflegeversicherung sinnvoll?

Die Leistungen der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen sowie eines Volltarifs der privaten Krankenversicherung fallen bei einer eingetretenen Pflegebedürftigkeit sehr gering aus. Zwar hat der Staat mit der Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung Mitte der 1990er Jahre einen grundlegenden Beitrag zur Absicherung dieses Risikos geleistet, nach praktischer Erfahrung reicht das gesetzliche Pflegegeld jedoch kaum aus, um die alltäglichen Kosten eines Pflegebedürftigen in vollem Umfang zu decken. Durch den zusätzlichen Abschluss einer privaten Pflegeversicherung lässt sich eine zusätzliche finanzielle Freiheit gewinnen, wobei die vertraglich vereinbarten Leistungen mit Sicherheit gewährt werden. Demgegenüber kann kaum sicher abgeschätzt werden, wie sich das Leistungsspektrum der gesetzlichen Pflegeversicherung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entwickeln wird.

Welche Varianten der privaten Pflegeversicherung gibt es?

Im Wesentlichen ist zwischen drei Vertragsvarianten zu unterscheiden. Mit der sogenannten Pflegetagesgeldversicherung kann der Versicherungsnehmer die Auszahlung eines festen Eurobetrags pro Tag seiner Pflegebedürftigkeit festlegen, wobei die Höhe des festen Tagesgeldes abhängig oder unabhängig von der vorliegenden Pflegestufe festgelegt werden kann. Ähnlich funktioniert die Pflegekostenversicherung, bei der üblicherweise ein prozentualer Anteil der entstehenden Pflegekosten durch den Versicherer übernommen werden. Als dritte Variante lässt sich eine Pflegerente abschließen, bei der nach Eintritt eines Pflegefalls monatlich eine Zusatzrente vom Versicherer gewährt wird. Die drei Varianten schließen einander nicht aus, Versicherungsnehmer können somit mehrere Formen der Absicherung für den individuellen Pflegefall abschließen.

Wie viele Pflegestufen gibt es?

Das gesetzliche Pflegeversicherungssystem in Deutschland kennt aktuell drei Pflegestufen, auf die auch in privaten Versicherungsverträgen Bezug genommen wird. Die Pflegestufe I stellt hierbei die Stufe mit der geringsten Einschränkung des Betroffenen dar, die von einem gesamten Pflegeaufwand von 90 Minuten bzw. 45 Minuten für die sogenannte Grundpflege der betroffenen Person ausgeht. Die Pflegestufe II sieht eine größere Pflegebedürftigkeit gegeben, in diesem Fall liegt der gesamte Pflegeaufwand bei drei Stunden, von denen zwei Stunden für die Grundpflege aufzubringen ist. In der höchsten Pflegestufe III wird davon ausgegangen, dass der Betroffene schwerst pflegebedürftig ist und wenigstens fünf Stunden Betreuung pro Tag benötigt, wobei drei Stunden auf die Grundpflege entfallen. An der vom Gutachter ermittelten Pflegestufe orientieren sich sowohl die Leistungen der gesetzlichen Pflegekasse wie die Auszahlungen aus einem privaten Versicherungsvertrag, z. B. bei der Pflegetagesgeldversicherung oder der Pflegekostenversicherung.

Was bedeutet überhaupt pflegebedürftig?

Als pflegebedürftig gilt eine Person, die aus körperlichen, geistigen oder psychischen Gründen nicht mehr in der Lage ist, verschiedene Tätigkeiten und Bewegungsabläufe des Alltags ohne fremde Hilfe durchzuführen. Das System der Pflegestufen in Deutschland unterscheidet dabei zwischen den Pflegestufen I, II und III, die als pflegebedürftig, schwer pflegebedürftig sowie schwerst pflegebedürftig bezeichnet werden. Die Pflegebedürftigkeit tritt in einem Großteil der Fälle aufgrund von Altersschwäche ein, kann jedoch auch in einem Unfall, einer Behinderung oder einer Krankheit begründet liegen und somit auch jüngere Menschen treffen.

Wie ist der Begriff Pflegebedürftigkeit definiert?

Nach der deutschen Pflegeversicherung liegt eine Pflegebedürftigkeit dann vor, wenn ein Mensch aus körperlichen, psychischen oder geistigen Gründen nicht mehr imstande ist, alltäglich zu verrichtende Handlungen und Bewegungsabläufe eigenständig durchzuführen. Pflegebedürftigkeit bedeutet somit das Angewiesensein auf fremde Hilfe, die temporär oder dauerhaft in Fällen von Altersschwäche, nach einem Unfall oder einer schwerwiegenden Krankheit beansprucht wird. Liegt Pflegebedürftigkeit vor und wird diese von einem Gutachter bestätigt, gewährt die gesetzliche Pflegekasse Leistungen in Abhängigkeit zur ermittelten Pflegestufe, zudem bieten verschiedene Varianten von privaten Versicherungsverträgen eine zusätzliche finanzielle Unterstützung, wenn eine Pflegebedürftigkeit ermittelt wurde.

Was versteht man hinter dem Begriff Verhinderungspflege?

Die Verhinderungspflege spielt im deutschen Pflegesystem dann eine Rolle, wenn ein Pflegebedürftiger durch private Angehörige wie z. B. Familienmitglieder betreut wird. Sollten diese für die alltäglich durchzuführende Pflege einmal ausfallen, beispielsweise im Krankheitsfall oder bei einem Urlaub, kann die Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden. Diese ist auf einen Zeitraum von maximal vier Wochen begrenzt und bedeutet die Übernahme der alltäglichen Pflegeleistungen durch eine externe Pflegevertretung, z. B. einen professionellen Pflegedienst.

Bei welcher Pflegeversicherung werden zusätzliche Zahlungen gewährt?

Um im Fall einer Pflegebedürftigkeit ergänzende Leistungen zu erhalten, die nicht unmittelbar im Bezug zu den anfallenden Rentenkosten stehen, ist eine Pflegerentenversicherung abzuschließen. Diese gewährt im Leistungsfall eine feste, monatliche Zusatzrente, unabhängig von der Frage, ob durch andere Formen privater Pflegeverträge Kosten und Leistungen der Pflegebedürftigkeit abgesichert sind. Die Pflegerentenversicherung gewährt somit eine zusätzliche Monatseinnahme, die nicht zwingend für Behandlungs- und Betreuungsmaßnahmen im Rahmen der Pflegebedürftigkeit eingesetzt werden muss. Die Höhe der Pflegerente wird frei durch den Versicherungsnehmer festgelegt und kann somit losgelöst und von den Pflegesätzen der gesetzlichen Pflegeversicherung sowie den zu erwartenden Pflegekosten bemessen werden.

Welche Pflegeversicherung ist die richtige Wahl für eine professionelle Pflege?

Auf eine professionelle Pflege zu vertrauen, empfiehlt sich vorrangig bei einer umfassenderen Pflegebedürfigkeit. Bei dieser sollte die alltägliche Pflege durch einen häuslichen Pflegedienst oder eine stationäre Einrichtung vorgenommen werden, für die Finanzierung bietet sich hier am ehesten der Abschluss einer Pflegekostenversicherung an. Diese gewährt neben den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung eine zusätzliche Beteiligung an den Kosten, die in der Regel prozentual festgelegt wird. In welcher Höhe dieser Prozentsatz ansetzt, lässt sich beim Vertragsabschluss individuell durch den Versicherungsnehmer bestimmen.

Welche Pflegeversicherung ist für die privat organisierte Pflege die richtige Wahl?

Wenn sich Familienmitglieder dafür entscheiden, die Betreuung einer pflegebedürftigen Person zu übernehmen, ist das Pflegetagesgeld eine sinnvolle Form der Absicherung. Bei diesem Modell der privaten Pflegeversicherung besteht die Möglichkeit, frei über den Einsatz des Geldes zu entscheiden und so Schwerpunkte bei der Betreuung und Lebensführung des pflegebedürftigen Menschen in seinem gewohnten Umfeld zu setzen. Das Pflegetagesgeld wird für jeden Tag der Pflegebedürftigkeit gewährt und beläuft sich stets auf den gleichen Eurobetrag. Üblicherweise kommt das vereinbarte Tagesgeld alleine bei der Pflegestufe III in vollem Umfang zur Auszahlung. Bei den Pflegestufen II und I wird lediglich ein Anteil des Tagessatzes gewährt, bei vielen Versicherungen in Deutschland haben sich prozentuale Werte von 60 bis 70 Prozent bei Pflegestufe II sowie 20 bis 50 Prozent bei Pflegestufe I etabliert.

Wie wird die Hilfe durch die Pflegeversicherung beantragt?

Die Auszahlung von Leistungen einer privaten Pflegeversicherung ist eng an die Gewähr gesetzlicher Pflegeleistungen verbunden. Im diese zu erhalten, muss ein Antrag bei der Pflegekasse der jeweiligen Krankenversicherung gestellt werden, die vor der Entscheidung über einen Pflegefall ein Gutachten über die Pflegebedürftigkeit des Antragsstellers erstellen lässt. Als Gutachter wird dabei eine neutrale Person des Sozialmedizinischen Dienstes bzw. des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung herangezogen, der nicht alleine über die Pflegebedürftigkeit entscheidet, sondern zugleich die vorliegende Pflegestufe festlegt. Wurde wenigstens die Pflegestufe I durch den Gutachter attestiert, werden Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung ausgezahlt, die sich an der Art der Betreuung des Antragsstellers orientieren, also z. B. an einer häuslichen Pflege oder der Unterbringung in einem Pflegeheim. Die festgelegte Pflegestufe sowie das zugehörige Gutachten ist abschließend der privaten Versicherungsgesellschaft vorzulegen, die hieraufhin die vertraglich vereinbarten Leistungen aus dem Pflegeversicherungsvertrag erbringt.

Welche Aufgaben erfüllt die Pflegekasse?

Die Pflegekassen unterstehen den einzelnen Krankenversicherungen und sind für die Verwaltung und Organisation sämtlicher Abläufe rund um das gesetzliche Pflegesystem zuständig. Die Pflegekasse übernimmt das Einziehen sowie die Verwaltung der Beiträge aus der gesetzlichen Pflegeversicherung, zudem gewährt sie Pflegebedürftigen Geld- oder Sachleistungen. Auch für die Antragstellung auf gesetzliches Pflegegeld sowie für allgemeine Informationen rund um das Thema Pflege steht die Pflegekasse allen gesetzlich Versicherten mit Rat und Tat zur Seite. Durch regelmäßige Kontrollen überprüft jede Pflegekasse den Umgang mit den bereitgestellten Mitteln und die Wirtschaftlichkeit ihres Einsatzes, so dass sie ein zentraler, politischer Ansprechpartner für die zukünftigen Herausforderungen des gesetzlichen Pflegesystems ist. Abschließend führt und verwaltet sie das Verzeichnis der Mitglieder der jeweiligen Pflegekasse und erstellt Statistiken über sie.

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Markus Hahn – Versicherungsexperte

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