Glossar für die Pflegeversicherung

Im Versicherungsbereich gibt es zahlreiche Fachbegriffe und Ausdrucksweisen, die für den Laien oft schwer verständlich sind. Um im Versicherungsdschungel nicht den Überblick zu verlieren, haben wir Ihnen hier die wichtigsten Begriffe aus dem Bereich Pflegeversicherung zusammengestellt und anschaulich erklärt. Damit auch Sie zum Experten werden.
Sollte ein Begriff fehlen, schicken Sie uns bitte eine Nachricht.

Nachricht schickenZurück zur Themenseite

Haben Sie eine Frage?

Markus Hahn
Markus Hahn – Versicherungsexperte

Mein Team und ich beantworten sie gerne.
Sie erreichen uns montags bis freitags
von 09 Uhr bis 19 Uhr.

Kostenlose Experten-Beratung
089 / 45 206 79 0
Mo. – Fr. 09:00 – 19:00 Uhr

Sie haben eine Frage?
Ich helfe Ihnen gerne weiter!
Nutzen Sie einfach unseren E-Mail-Service:

Email schreiben

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
A

Ablehnung der Einstufung

Die Ablehnung der Einstufung erfolgt, wenn der unabhängige Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse im Rahmen seines Gutachtens feststellt, dass die gesundheitlichen Einschränkungen des Betroffenen nicht für eine Einstufung in die Pflegestufe I oder höher ausreichen und somit kein Anspruch auf gesetzliche Pflegeleistungen besteht. Binnen einer Frist von vier Wochen kann gegen die Ablehnung der Einstufung Widerspruch eingereicht werden.

Ablehnung der Höherstufung

Von einer Ablehnung der Höherstufung wird gesprochen, wenn ein Pflegebedürftiger bereits Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung bezieht und bei Stellung eines erneuten Gutachtens durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen keine Vergrößerung der Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde. Ähnlich wie bei der Ablehnung der generellen Einstufung in eine der drei Pflegestufen besteht für den Betroffenen eine Widerspruchsfrist von vier Wochen.

Aktivierende Pflege

Als aktivierende Pflege werden sämtliche Pflegemaßnahmen zusammengefasst, in die der Pflegebedürftige im Rahmen seiner körperlichen und geistigen Fähigkeiten mit einbezogen wird. Ziel dieser Form der unterstützten Selbsthilfe ist es, dem Betroffenen ein neues Selbstbewusstsein für die noch vorhandenen Fähigkeiten zu verschaffen und dafür zu sorgen, das diese Fähigkeiten weiterhin erhalten bleiben.

Alltagsbegleiter

Alltagsbegleiter kommen in der stationären und ambulanten Pflege zum Einsatz und bieten eine umfassende Betreuung, die über das Spektrum notwendiger Pflegeleistungen hinausgeht. Die Aufgaben der Alltagsbegleiter sind der psychosozialen Betreuung von alten oder behinderten Menschen zuzurechnen, zur Ausübung muss die Sonderausbildung zum sogenannten „Alltagsbegleiter in der Altenpflege“ absolviert werden.

Alltagskompetenz

Als Alltagskompetenz wird die geistige Fähigkeit eines Menschen bezeichnet, alltägliche Handlungen zu planen und miteinander koordinieren zu können. Liegt eine hohe Alltagskompetenz vor, kann dennoch die Notwendigkeit einer häuslichen oder stationären Pflege bestehen, da die körperliche Verfassung des Betroffenen eine Umsetzung der geistig planbaren, alltäglichen Tätigkeiten nicht mehr zulässt.

Altenheim/Altenwohnheim

Als Altenheim oder Altenwohnheim wird eine Einrichtung für Senioren bezeichnet, die durch eine umfassende Betreuung eine Erleichterung bei der Gestaltung ihres Lebensabends erhalten. Das Altenheim ist hierbei nicht mit einem Pflegeheim gleichzusetzen, da auch eine Unterbringung von nicht Pflegebedürftigen etabliert ist, die in einer solchen Einrichtung von der Nahrungsversorgung oder geselligen Unternehmungen profitieren.

Ambulante Pflegeeinrichtung

Als ambulante Pflegeeinrichtung werden und Unternehmen und Pflegedienste bezeichnet, die fachlich ausgebildete Pflegekräfte zum Einsatz bringen und Pflegebedürftige im Rahmen ihres gewohnten Umfeldes versorgen. Die ambulante Pflegeeinrichtung grenzt sich somit von stationären Trägern der Altenpflege wie Alters- und Pflegeheime ab.

Ambulanter Pflegedienst

Als ambulanter Pflegedienst wird ein Dienstleister bezeichnet, der sich in Haus oder Wohnung des Pflegebedürftigen um dessen Bedürfnisse kümmert und diesen ein- oder zweimal pro Tag besucht. Die Vermeidung der Unterbringung in einem Pflegeheim ist vielen älteren Menschen wichtig und kann durch den ambulanten Pflegedienst erfüllt werden, für den allerdings eine geringere Unterstützung durch die gesetzliche Pflegeversicherung gewährt wird.

Änderung der Pflegeleistung

Als Änderung der Pflegeleistung wird entweder die Einstufung in eine neue Pflegestufe oder die Änderung der gewährten Pflege bei Beibehaltung der Pflegestufe bezeichnet. Letzteres ist z. B. der Fall, wenn der Pflegebedürftige nicht mehr häuslich versorgt werden kann und dauerhaft in einer stationären Einrichtung untergebracht wird. In diesem Fall steigen trotz gleicher Pflegestufe die finanziellen Ansprüche aus der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Antrag auf Erhöhung der Pflegestufe

Der Antrag auf Erhöhung der Pflegestufe kann bei der zuständigen Pflegekasse gestellt werden, falls sich absehbar eine Verschlechterung des gesundheitlichen oder geistigen Zustands des Pflegebedürftigen ergeben hat und die Einstufung in eine höhere Pflegestufe gewünscht wird. Ähnlich wie bei der erstmaligen Feststellung einer Pflegebedürftigkeit wird auf Antrag ein Gutachten durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen erstellt.

B

Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen

Bei der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) stellt ein Gutachter fest, ob die beantragte Ein- oder Höherstufung im Rahmen der gesetzlichen Pflegeversicherung der tatsächlichen Pflegebedürftigkeit entspricht. Bei der Begutachtung werden grundlegende Tätigkeiten des Antragsstellers in seinem häuslichen Umfeld überprüft, um an diesen Leistungen bemessen eine Einordnung in eine Pflegestufe oder die Attestierung einer fehlenden Pflegebedürftigkeit vorzunehmen.

Begutachtungsrichtlinien

Die Begutachtungsrichtlinien werden vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkasse festgelegt und orientieren sich am sechsten Sozialgesetzbuch. Anhand der Begutachtungsrichtlinien erhält der Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen eine klare Orientierung, wie verschiedene Tätigkeiten und Handgriffe zu bewerten sind, um abschließend eine einheitliche Einstufung in eine Pflegestufe des gesetzlichen Pflegeversicherungssystems vornehmen zu können.

Behandlungspflege

Die Behandlungspflege umfasst verschiedene Maßnahmen, die von einem Arzt oder Pflegedienst ausgeführt werden und alltägliche Handgriffe wie das Messen des Blutdrucks oder das Anlegen von Kompressionsstrümpfen umfassen. Auch wenn es sich bei der Behandlungspflege um Pflegeleistungen handelt, werden die Leistungen nicht über die Pflegekasse, sondern die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet.

Beihilfe für Beamte

Die Beihilfe für Beamte ist eine finanzielle Unterstützung durch den Dienstherr, sofern der Beamte nicht im gesetzlichen Sozialversicherungssystem pflichtversichert ist. Eine Beihilfe wird z. B. für Mitglieder der privaten Krankenversicherung gewährt, die einen größeren Anteil der anfallenden Behandlungskosten übernimmt, auch im Geburts- oder Pflegefall wird Beamten eine finanzielle Beihilfe gewährt.

Beitragssatz zur gesetzlichen Pflegeversicherung

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Pflegeversicherung liegt ab dem Jahr 2013 bei 2,30 % für alle Kinderlosen sowie bei 2,05 % in allen anderen Fällen bis zu einer gewissen Höchstgrenze. Der Beitrag ist von allen Bundesbürgern als pflichtversichertes Mitglied im gesetzlichen Sozialversicherungssystem zu entrichten und wird direkt auf das Bruttoeinkommen angerechnet.

Beratung in der eigenen Häuslichkeit

Die Beratung in der eigenen Häuslichkeit wird durch einen professionellen Pflegedienst durchgeführt und richtet sich an privat betreuende Personen. Durch die Beratung sollen eventuelle Probleme und Schwierigkeiten angesprochen und beseitigt werden. Die Kosten für die Beratung in der eigenen Häuslichkeit werden durch die Pflegekasse übernommen, durchzuführen ist das Gespräch halbjährlich (Pflegestufe I und II) oder vierteljährlich (Pflegestufe III).

Betreuungsleistungen

Als Betreuungsleistungen werden sämtliche Tätigkeiten und Handgriffe bezeichnet, die der pflegebedürftigen Person zur Bewältigung ihres Alltags dienen und nahestehende Betreuungspersonen überfordern. Betreuungsleistungen werden unabhängig von der ermittelten Pflegestufe gewährt und sind vorrangig dort etabliert, wo Pflegebedürftige im häuslichen Umfeld durch nahe Verwandte betreut werden.

Betreuungsverfügung

Die Betreuungsverfügung wird üblicherweise dann ausgestellt, wenn eine häusliche Pflege gewünscht wird, jedoch keine näheren Verwandte oder Freunde zur Durchführung der Pflegemaßnahmen bereit sind. In diesem Fall teilt das Vormundschaftsgericht einen Betreuer zu, dem die Betreuungsverfügung erteilt und der durch das Gericht regelmäßig in der gewissenhaften Durchführung seiner Tätigkeiten überprüft wird.

C
D

Dauernd Pflegebedürftige

Als dauernd Pflegebedürftige werden Personen bezeichnet, die alltägliche Tätigkeiten wie Körperhygiene, das Zubereiten von Nahrung oder das Waschen ihrer Wäsche nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. Wird regelmäßig zur Ausübung dieser Tätigkeiten eine fremde Hilfe benötigt, erfolgt für dauernd Pflegebedürftige nach Prüfung eine Einordnung in eine der gesetzlichen Pflegestufen.

Demenzbedingte Fähigkeitsstörungen

Als demenzbedingte Fähigkeitsstörungen gelten Veränderungen in der hirnorganischen Struktur des Betroffenen, die einen erheblichen Einfluss auf dessen Alltagskompetenz und die Ausführbarkeit gängiger Tätigkeiten nehmen. Zu den wichtigsten Fähigkeitsstörungen dieser Art sind Gedächtnisstörungen, die Neigung zum Fortlaufen, ein unangemessen aggressives Verhalten sowie andere Störungen geistiger und emotionaler Natur zu zählen.

Duschen

Das Duschen gehört zu den Grundfähigkeiten, die bei der Ermittlung der vorliegenden Pflegestufe eine Rolle spielen. Neben dem eigentlichen Duschen als Hygienemaßnahme sind hierbei auch das eigenständige Aus- und Ankleiden sowie Abtrocknen bei der Bemessung der Pflegebedürftigkeit zu berücksichtigen. Die Nutzung einer Duschtasse oder ähnlicher Hilfsmittel ist bei der Bewertung des freien Standes des Antragsstellers zu berücksichtigen.

E

Einstufung in eine Pflegestufe

Die Einstufung in eine Pflegestufe erfolgt dann, wenn der Antragsteller mehrmals pro Tag auf die Hilfe einer anderen Person zur Durchführung alltäglicher Tätigkeiten angewiesen ist und zudem mehr als 45 Minuten Bedarf an Grundpflege durch einen Pflegedienstleister besitzt. Je nach Grad der körperlichen oder geistigen Einschränkung findet die Einstufung in eine der Pflegestufen I, II oder III statt.

Erheblich pflegebedürftig

Als erheblich pflegebedürftig gelten Personen, die nach dem Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen in die Pflegestufe I eingestuft wurden. Eine erhebliche Pflegebedürfigkeit liegt vor, wenn mehrfach in der Woche die Hilfe bei der Haushaltsführung benötigt wird sowie einmal pro Tag eine Unterstützung bei zwei Grundfähigkeiten wie z. B. Waschen, Anziehen oder die Zubereitung von Speisen nötig ist.

Ernährung

Die Fähigkeit zur eigenen Ernährung muss bei der Überprüfung auf eine vorhandene Pflegebedürftigkeit berücksichtigt werden. Der Gutachter hat hierbei den Zeitaufwand einzuschätzen, den der Antragssteller für die Zubereitung von Speisen sowie zur Nahrungsaufnahme benötigt. Während das Kochen zur hauswirtschaftlichen Versorgung des Antragsstellers zählt, können sich Einschränkungen beim eigenständigen Essen durch das Fehlen anderer körperlicher Grundfähigkeiten ergeben.

Erstantrag auf Leistungen der Pflegeversicherung

Der Erstantrag auf Leistungen der Pflegeversicherung stellt den grundlegenden Pflegeantrag dar und lässt sich sowohl durch die Träger der Pflegeversicherung wie die gesetzlichen Krankenkassen anfragen. Der Antrag ist dabei als festes und einheitliches Formular aufgebaut, das postalisch zugestellt oder bei vielen Krankenkassen auch über die Internetseite heruntergeladen werden kann.

F

Formulargutachten des MDK

Das Formulargutachten des MDK stellt das führende Dokument bei der Festlegung der vorliegenden Pflegestufe dar, das durch den Gutachter ausgefüllt und ausgewertet wird. Anhand zahlreicher Unterpunkte wird über das Formulargutachten des MDK der anfallende Zeitaufwand für diverse, alltägliche Tätigkeiten ermittelt, hieraus ergeben sich resultierend der Pflegeaufwand und die Pflegestufe.

G

Ganzkörperwäsche

Die Ganzkörperwäsche oder Ganzwaschung gehört zu den Leistungen der professionellen Pflege, die in dieser Form über das XI. Sozialgesetzbuch des Gesetzgebers festgehalten wurde. Als Teil des Leistungskomplexes Hygiene findet die Ganzkörperwäsche eine Berücksichtigung bei der Erstellung eines Gutachtens durch den Medizinischen Dienst der Krankenkasse, ebenso wie in den professionellen Leistungen von Pflegediensten.

Geldleistungen

Als Geldleistungen werden Zahlungen der gesetzlichen Pflegeversicherung an einen Pflegebedürftigen bezeichnet, falls sich dieser zu einer Pflege im gewohnten Umfeld durch einen Angehörigen entscheidet. Da in diesem Fall keine Kosten für einen professionellen Pflegedienst oder ein Pflegeheim zu entrichten sind, werden die Geldleistungen direkt an den Pflegebedürftigen bzw. dessen Angehörige gewährt. Die Höhe der Geldleistungen hängt von der Pflegestufe ab.

Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen

Das Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen wird auf Antrag durchgeführt und dient der Überprüfung der generellen Pflegebedürftigkeit sowie der Festlegung der Pflegestufe. Durch das Gutachten wird eine Aussage über die Bedürftigkeit auf fremde Hilfe bei verschiedenen Tätigkeiten des Alltags getroffen, orientiert an einem Zeit- und Punkteplan findet abschließend eine Einstufung und folgend die Gewähr von finanziellen Pflegeleistungen statt.

H

Hauswirtschaftliche Versorgung

Die hauswirtschaftliche Versorgung im Sinne der gesetzlichen Pflegeversicherung fasst elementare Tätigkeiten wie Spülen, Staub wischen, Kochen oder Waschen zusammen. Neben den sogenannten Grundfähigkeiten spielt die hauswirtschaftliche Versorgung eine wesentliche Rolle bei der Einschätzung der Pflegebedürftigkeit, der Antragssteller sollte für die Gewähr der minimalen Pflegestufe I wenigstens einmal pro Woche auf Hilfe bei der Haushaltsführung angewiesen sein.

Heimnotwendigkeitsbescheinigung

Die Heimnotwendigkeitsbescheinigung wird für die Gewähr der vollen Unterstützung aus der gesetzlichen Pflegekasse für einen beantragten oder bereits durchgeführten Heimaufenthalt benötigt. Die Ausstellung der Bescheinigung kann aus der besonders schweren Pflegebedürftigkeit des Betroffenen resultieren oder wird dann vorgenommen, wenn keine Angehörigen zur Durchführung von Pflegemaßnahmen im häuslichen Umfeld bereitstehen.

Hotelkosten

Als Hotelkosten werden im Rahmen der Pflegeversicherung die Kosten für die Unterbringung eines stationären Aufenthaltes, z. B. als Dauerunterbringung in einem Pflegeheim bezeichnet. Zahlungen wie die Miete in einer solchen Einrichtung zählen nicht zu den Pflegekosten und werden somit nicht von der gesetzlichen Pflegeversicherung übernommen, können aber z. B. über einen privat abgeschlossenen Vorsorgevertrag finanziert werden.

I
J
K

Klage beim Sozialgericht

Eine Klage beim Sozialgericht stellt eine letzte Option für den Antragssteller auf Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung dar, falls diese im Rahmen eines erstellten Gutachtens abgelehnt werden. Gegen dieses Gutachten kann zunächst binnen vier Wochen Widerspruch eingelegt werden, sollte dieser erfolglos bleiben, ist die Klage beim Sozialgericht die letzte Option.

Kombinationsleistungen

Als Kombinationsleistungen werden Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung verstanden, falls es zu einer privaten Betreuung des Pflegebedürftigen und Ergänzung zur Leistungserbringung durch einen professionellen Pflegedienst kommt. In diesem Fall werden vom Gesamtbetrag des gewährten Pflegegelds feste Beträge als sogenannte Sachleistungen abgezogen, hiernach werden der privat betreuenden Pflegeperson anteilig die noch zustehenden Geldleistungen ausgezahlt.

Körperpflege

Als Körperpflege fasst der Gesetzgeber im Rahmen der Pflegeversicherung sämtliche Tätigkeiten zusammen, die das Waschen, Baden oder sonstige Körperhygiene des Pflegebedürftigen umfassen. Neben dem reinen Waschen oder Duschen gehören zur Körperpflege auch das Kämmen der Haare, die Rasur sowie das Absetzen von Urin und Stuhl bzw. der Wechsel von Windeln oder das Entleeren und Entsorgen zugehöriger Auffangbeutel.

Kriterien für die Einstufung in eine Pflegestufe

Die Kriterien für die Einstufung in die Pflegestufe I, II und III orientieren sich sowohl an den generellen, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, ebenso wie am Zeitaufwand für die Durchführung alltäglicher Aufgaben. Mit höherer Pflegestufe ist eine steigende Zahl an Kriterien der Pflegebedürftigkeit erfüllt, in der Pflegestufe III wird von einer Bedürftigkeit rund um die Uhr ausgegangen.

Kosten eines Pflegedienstes

Die Kosten eines Pflegedienstes lassen sich nicht pauschal bemessen, sondern hängen vom regionalen Umfeld ebenso wie der Anzahl der Pflegekomplexe ab, in denen eine Betreuung durch den Pflegedienst benötigt wird. Aus der Erfahrung heraus sind die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht ausreichend, so dass eine ergänzende Finanzierung über einen oder mehrere, private Pflegeverträge anzuraten ist.

Kurzzeitpflege

Die Kurzzeitpflege löst ebenfalls Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung aus und wird maximal für einen Zeitraum von vier Wochen innerhalb eines Kalenderjahres gewährt. Für alle pflegebedingten Aufgaben übernimmt die gesetzliche Pflegekasse dabei maximal einen Betrag von 1.550 Euro (Stand: 2012). In Anspruch genommen wird die Kurzzeitpflege üblicherweise nach schweren Erkrankungen und Unfällen im Rahmen einer Rehabilitationsphase.

L

Leistungskomplexe

Als Leistungskomplex wird im System der gesetzlichen Pflegeversicherung eine Zusammenfassung von Tätigkeiten bezeichnet, die bei der Erstellung eines Gutachtens über die Pflegebedürftigkeit des Antragsstellers zu berücksichtigen sind. Jedem Leistungskomplex wie z. B. der Ganzwaschung oder der Mobilität werden verschiedene Untertätigkeiten zugeordnet, zudem besitzt jeder Komplex eine bestimmte Punktzahl, an deren Wertigkeit sich die Einordnung in eine Pflegestufe orientiert.

M

Medizinischer Dienst der Krankenkassen

Als Medizinischer Dienst der Krankenkassen oder kurz MDK wird ein Dienstleister bezeichnet, der auf Antrag an die Pflegekasse bzw. die gesetzliche Krankenversicherung ein Gutachten über die Pflegebedürftigkeit des Antragsstellers erstellt. Für Versicherte in der privaten Krankenversicherung ist die MDK nicht zuständig, das Gutachten wird hier durch die privatwirtschaftliche Compass Private Pflegeberatung GmbH übernommen.

Mobilität

Die Mobilität ist ein grundlegender Leistungskomplex, der neben der Hygiene sowie der Ernährung des Pflegebedürftigen ein wichtiges Spektrum bei der Bewertung der vorliegenden Pflegebedürftigkeit darstellt. Zu den Unterpunkten, die im Rahmen der Überprüfung der Mobilität betrachtet werden, gehören z. B. die freie Bewegung im Haus, das An- und Auskleiden, das Treppe steigen sowie das Verlassen und Betreten der eigenen Wohnung.

N

Notfallkarte für pflegende Angehörige

Die Notfallkarte für pflegende Angehörige ist ein praktischer Vordruck für alle Personen, die auf privater Basis einen Pflegebedürftigen betreuen. Sollte der Betreuer selbst durch einen Unfall nicht in der Lage sein, die alltäglichen Pflegeaufgaben zu verrichten, bietet die Notfallkarte Informationen und Kontaktdaten weiterer Ansprechpartner, die in dieser Situation zu Gunsten des Pflegebedürftigen zu informieren sind.

O

Orientierungswerte zur Pflegezeitbemessung

Die Orientierungswerte zur Pflegezeitbemessung sind eine Hilfestellung für den Gutachter bei der Einschätzung, ob dem Antragssteller bestimmte Tätigkeiten in einer angemessenen Zeit gelingen. Die Orientierungswerte liegen für sämtliche der zu überprüfenden Tätigkeiten bei der Gutachtenerstellung vor und umfassen z. B. 20 bis 25 Minuten für eine Ganzkörperwäsche oder fünf Minuten für die Zahnpflege.

P

Pflegeantrag

Pflegeantrag ist die umgangssprachliche Bezeichnung für den Erstantrag auf Leistungen der Pflegeversicherung. Der Pflegeantrag kann als vorgedrucktes Formular bei der zuständigen Pflegekasse oder der gesetzlichen Krankenkasse angefragt werden bzw. ist kostenlos von den Webseiten der Dienstleister herunterzuladen. Nach Ausfüllen und Einreichen des Antrags wird in einer angemessenen Zeitspanne der Termin für die Gutachtenerstellung vereinbart.

Pflegebedürftigkeit (Gesetz)

Pflegebedürftigkeit nach Definition des Gesetzgebers (Sozialgesetzbuch XI, §14 Abs. 1) liegt dann vor, wenn der Betroffene aufgrund von körperlichen, psychischen oder geistigen Gründen nicht mehr fähig ist, wiederholte Tätigkeiten und Abläufe seines alltäglichen Lebens ohne fremde Hilfe auszuführen. Hierzu zählen das eigenständige Zubettgehen, das An- und Auskleiden sowie die Nahrungsaufnahme, ebenso wie verschiedene Handgriffe der Körperhygiene sowie die freie Bewegung im Raum. Für die Inanspruchnahme einer Hilfe bei diesen Tätigkeiten können Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung sowie einem privaten Pflegezusatztarif eingefordert werden.

Pflegebedürftigkeit (Risiko)

Die Pflegebedürftigkeit stellt das wesentliche Risiko in der gesetzlichen und privaten Pflegeversicherung dar. Die Pflegebedürftigkeit kann sich aufgrund von geistigen, psychischen oder körperlichen Gründen ergeben und verhindert, dass der Betroffene alltägliche und wiederkehrende Tätigkeiten und Abläufe ohne fremde Hilfe durchführen kann. Ohne eine private Zusatzversicherung kann ein Pflegefall sehr teuer und damit zu einer hohen finanziellen Belastung für die ganze Familie werden.

Pflegeberatung

Die Pflegeberatung ist eine neutrale Informationsmöglichkeit rund um alle Themen der gesetzlichen und privaten Pflegeversicherung, die sich z. B. über eine bundeseinheitliche, kostenlose Hotline wahrnehmen lässt. Im Rahmen der Pflegeberatung lassen sich grundlegende Fragen zu Themen wie Antragstellung, Gutachten und Pflegestufen stellen, zudem lassen sich Auskünfte über die aktuellen Leistungshöhen der gesetzlichen Pflegeversicherung einholen.

Pflegedienste

Als Pflegedienste werden im Regelfall ambulante Dienstleister bezeichnet, die mit der professionellen Ausführung von Pflegetätigkeiten betreut sind. Angestellte der Pflegedienste verfügen über eine entsprechende Ausbildung und kommen im heimischen Umfeld des Pflegebedürftigen zum Einsatz, falls dieser trotz seiner Einschränkungen in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben möchte.

Pflegeeinrichtungen

Unter dem Begriff Pflegeeinrichtungen werden sämtliche Dienstleister zusammengefasst, die unter Leistung einer professionell ausgebildeten Pflegefachkraft ihre Dienste anbieten. Der Begriff umfasst somit ambulante Pflegedienste für die Betreuung zu Hause ebenso wie stationäre Pflegeeinrichtungen, z. B. Pflegeheime.

Pflegefachliche Begründung

Die pflegefachliche Begründung ist ein ergänzendes Dokument, dass der Pflegebedürftige im Rahmen eines Widerspruchs gegen die gestellte Diagnose auf Pflegebedürftigkeit eines Gutachtens bei seiner Pflegekasse einreichen kann. Durch die pflegefachliche Begründung wird einer professionellen Pflegekraft die Möglichkeit gegeben, die vorhandene Pflegebedürftigkeit aus ihrer Perspektive zu schildern und so im Gutachten vermeintlich falsch vorgenommene Bewertungen sachlich und fachlich anzusprechen.

Pflegefall

Der Begriff Pflegefall ist ein formeller Ausdruck für den Eintritt einer Pflegebedürftigkeit. Dass ein Pflegefall vorliegt, kann bereits vor einer erheblichen Bedürftigkeit der Fall sein, die eine Einstufung in die Pflegestufe I und Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung mit sich bringt. Die betroffene Person wird selbst nie als Pflegefall, sondern stets als Pflegebedürftiger bezeichnet.

Pflegegeld für selbst beschaffte Pflegehilfen

Pflegegeld für selbst beschaffte Pflegehilfen wird dann gewährt, wenn durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen eine Einstufung in eine der drei gesetzlichen Pflegestufen erfolgt ist und der Betroffene von privater Seite aus, z. B. durch Angehörige betreut wird. Das Pflegegeld wird in diesem Fall als reine Geldleistung gewährt, unter Umständen erfolgt anteilig die Auszahlung sogenannter Sachleistungen.

Pflegegeld und Sachleistungen

Pflegegeld und Sachleistungen sind die beiden grundlegenden Formen, durch die eine Unterstützung im Rahmen der gesetzlichen Pflegeversicherung erfolgt. Hierbei wird Pflegegeld im Regelfall an privat betreuende Angehörige ausgezahlt, während die Gewähr von Leistungen eher bei der Beauftragung eines professionellen Pflegediensts bzw. bei der Unterbringung in einem Pflegeheim eine Rolle spielen.

Pflegegutachten

Das Pflegegutachten wird gemäß der gesetzlichen Vorgaben nach dem XI. Sozialgesetzbuch durchgeführt und dient der Feststellung einer Pflegebedürfigkeit sowie der Einstufung in eine der drei Pflegestufen. Die Erstellung des Pflegegutachtens wird dabei auf Auftrag durch einen Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen vorgenommen.

Pflegeheime

Als Pflegeheime werden sämtliche stationären Einrichtungen bezeichnet, die sich mit der professionellen Durchführung von Pflegemaßnahmen befassen. Das Pflegeheim muss dabei in Hauptverantwortung von einer professionell ausgebildeten Pflegekraft geführt werden und eine vollstationäre Aufnahme ermöglichen, d. h. Pflegebedürftige erhalten in einem Pflegeheim 24 Stunden am Tag die benötigte Betreuung.

Pflegekassen

Die Pflegekassen fungieren als Träger der gesetzlichen Sozialversicherung und sind so der zentrale Ansprechpartner für die Beantragung von Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Als Körperschaften des öffentlichen Rechts gewähren die Pflegekassen nach einer Prüfung der Pflegebedürftigkeit nicht nur Geld- und Sachleistungen, sondern sind auch der richtige Ansprechpartner für Schulungsmaßnahmen, Pflegekurse und ähnliche Formen der Unterstützung.

Pflegekosten

Als Pflegekosten wird ein Beitrag aus der gesetzlichen Pflegeversicherung verstanden, der abhängig von der vorliegenden Pflegestufe gewährt wird und dem Versicherten die Finanzierung einer Hilfe bei seiner Pflegebedürftigkeit zusichern soll. Neben der Pflegestufe spielt auch die Art der Pflege in die Pflegekosten mit ein, beispielsweise durch die Betreuung eines ambulanten Pflegedienstes oder die Unterbringung in einem Pflegeheim.

Pflegekräfte/Pflegefachkräfte

Pflegekräfte sowie Pflegefachkräfte zählen zu den professionellen Dienstleistern, die mit der Ausführung von Tätigkeiten für pflegebedürftige Menschen betraut sind. Sowohl Pflegekräfte als auch Pflegefachkräfte kommen im ambulanten und stationären Umfeld zum Einsatz und unterscheiden sich in ihrer Berufsbezeichnung durch die unterschiedliche, fachliche Ausbildung.

Pflegepersonen

Als Pflegepersonen werden sämtliche Ausführende von Pflegeleistungen für einen als pflegebedürftig eingestuften Menschen bezeichnet. Neben professionell ausgebildeten Pflegekräften bzw. Pflegefachkräften umfasst der Begriff Pflegepersonen auch die sogenannte Laienpflege, bei der Angehörige oder Bekannte mit der Durchführung der pflegenden Tätigkeiten betraut sind. Zur Auszahlung von Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung ist wenigstens eine Pflegeperson im Antrag zu benennen.

Pflegerelevante Vorgeschichte

Die pflegerelevante Vorgeschichte ist ein Bestandteil des Gutachtens durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen. Im Rahmen ihrer Auswertung soll ermittelt werden, wie lange bereits körperliche oder geistige Einschränkungen bestehen, wie der allgemeine Gesundheitszustand des potenziell Pflegebedürftigen ausfällt und ob dieser bereits in der jüngeren Vergangenheit auf Pflege- oder Rehabilitationsmaßnahmen zurückgreifen musste.

Pflegerentenversicherung, selbstständige

Die selbstständige Pflegerentenversicherung ist ein Vorsorgeprodukt, das gezielt zur privaten Absicherung der Pflegebedürftigkeit abgeschlossen wird und im Leistungsfall eine feste, monatliche Rentenzahlung abhängig von der diagnostizierten Pflegestufe zur Auszahlung bringt. Auch Todesfallleistungen lassen sich bei dieser Tarifart absichern. Als selbstständige Pflegerentenversicherung ist der Tarif nicht an andere Versicherungsprodukte, z. B. eine Lebensversicherung oder einen Berufsunfähigkeitsschutz gekoppelt.

Pflegerenten-Zusatzversicherung PRZ

Die Pflegerenten-Zusatzversicherung oder kurz PRZ ist eine Vertragsart zur privaten, finanziellen Absicherung des Pflegefalls. Sollten durch den Gesetzgeber die Einstufung in eine der drei gesetzlichen Pflegestufen erfolgen und somit Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung fällig werden, leistet die Pflegerenten-Zusatzversicherung ebenfalls, für gewöhnlich in Höhe einer fest vereinbarten, monatlichen Rentenzahlung.

Pflegestufe

Die Pflegestufe nach der gesetzlichen Pflegeversicherung ist die wesentliche Kenngröße, welche finanzielle Unterstützung ein Pflegebedürftiger aus der gesetzlichen Pflegekasse maximal erwarten kann. Das gesetzliche System kennt hierbei drei Pflegestufen, die eine Einteilung je nach Grad der Pflegebedürftigkeit vornehmen und zwischen erheblich, schwer und schwerst pflegebedürftig unterscheiden.

Pflegestufe I

Die Pflegestufe I bezeichnet die unterste Stufe des Systems der gesetzlichen Pflegeversicherung, bei der Geld- oder Sachleistungen aus der Pflegekasse in Anspruch genommen werden können. Die Pflegestufe I attestiert dem Betroffenen eine erhebliche Pflegebedürftigkeit, so dass wenigstens einmal pro Tag eine Hilfe für die Durchführung grundlegende Tätigkeiten sowie wenigstens einmal pro Woche eine Hilfe zur Haushaltsführung benötigt wird.

Pflegetagebuch

Das Pflegetagebuch ist ein Dokument, das sowohl von privat Pflegenden wie professionellen Pflegediensten ausgefüllt werden kann. Durch das Pflegetagebuch soll ein Überblick über die tatsächlich benötigten Zeiten gegeben werden, die bei der Pflege einer bedürftigen Person anfallen. Etabliert ist das Pflegetagebuch als Dokument nach Einreichung eines Widerspruchs, falls eine generelle Ein- oder Höherstufung in der gesetzlichen Pflegeversicherung abgelehnt wurde.

Pflegeversicherung

Als Pflegeversicherung wird eine Form des Versicherungsschutzes bezeichnet, die dem Versicherten durch fortwährende Beitragszahlungen die Aussicht auf eine finanzielle Unterstützung im Falle einer festgestellten Pflegebedürftigkeit gewährt. In Deutschland existiert die gesetzliche Pflegeversicherung für alle Pflichtversicherten, die sich über Anteile des Bruttoeinkommens finanziert, ergänzend lassen sich private Versicherungsverträge, z. B. über eine Pflegerente oder Pflegekostenversicherung abschließen.

Pflegezeitgesetz

Das Pflegezeitgesetz wurde im Jahr 2008 eingeführt und schafft eine rechtliche Grundlage für Angehörige oder Bekannte, die sich für die Pflege einer bedürftigen Person im näheren Umfeld entschieden haben. Durch das Pflegezeitgesetz werden rechtliche und finanzielle Grundlagen gelegt, damit die Durchführung der Pflege über einen gewissen Zeitraum ohne Nachteile am Arbeitsplatz bzw. den Verlust der Anstellung erfolgen kann.

Q
R

Richtlinien zur Begutachtung der Pflegebedürftigkeit

Die Richtlinien zur Begutachtung der Pflegebedürftigkeit werden vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen ausgegeben und orientieren sich dabei an den Vorgaben des Gesetzgebers im XI. Sozialgesetzbuch. Die Richtlinien sollen ein einheitliches Rahmenwerk bei der Beurteilung der Pflegebedürftigkeit durch die Gutachter des MDK schaffen, um über Zeitrahmen und Punktesystemen eine Einstufung in einer der drei Pflegestufen zu erleichtern.

S

Sachleistungen

Als Sachleistungen werden die Zahlungen der privaten Pflegeversicherung bezeichnet, die unmittelbar an einen professionellen Pflegedienst für die Betreuung eines Pflegebedürftigen ausgezahlt werden. Von den Sachleistungen sind Geldleistungen abzugrenzen, die einer privat pflegenden Person, z. B. einem nahen Angehörigen, für seinen Einsatz für den Pflegebedürftigen gezahlt werden.

Schwerpflegebedürftigkeit

Die Schwerpflegebedürftigkeit liegt dann vor, wenn eine Pflegebedürftiger nach dem Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen in die Pflegestufe II eingeteilt wurde. Bei der entsprechenden Einstufung benötigt der Betroffene zu drei verschiedenen Tageszeiten eine Unterstützung bei den sogenannten Grundfähigkeiten sowie mehrmals pro Woche eine Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung.

Schwerstpflegebedürftigkeit

Die Schwerstpflegebedürftigkeit liegt bei Betroffenen vor, die durch das Gutachten des MDK in die Pflegestufe III und somit die höchste Stufe der gesetzlichen Pflegeversicherung eingegliedert wurden. In diesem Fall wird von einer durchgängigen Notwendigkeit bei der Betreuung elementarer Grundfähigkeiten wie Hygiene, Ernährung und Mobilität ausgegangen, die betreuende Person muss somit auch nachts für den Pflegebedürftigen erreichbar sein.

Sicherung der Qualität der häuslichen Pflege

Die Sicherung der Qualität der häuslichen Pflege ist Aufgabe der professionellen Pflegedienste, die in einer beratenden Funktion für Angehörige als private Pflegekräfte bereitstehen müssen. Im Abstand von sechs Monaten (Pflegestufe I und II) oder drei Monaten (Pflegestufe III) hat ein Beratungsgespräch stattzufinden, bei dem die betreuenden Angehörigen Fragen und Probleme bezüglich ihrer Tätigkeit mit den professionellen Anbietern durchsprechen können.

Soziale Pflegeversicherung

Die soziale Pflegeversicherung ist ein gesetzlicher Sozialversicherungsschutz, der seit dem 1. Januar 1995 für alle Pflichtversicherten in Deutschland gilt und anteilig über das Bruttoeinkommen der Versicherten finanziert wird. Die soziale Pflegeversicherung gewährt Pflegebedürftigen eine Kostenübernahme bei einem vorliegenden Pflegefall, die Höhe der Pflegekosten hängt von der Art der Pflege sowie der individuell vorliegenden Pflegestufe ab.

Stationäre Pflegeeinrichtungen

Als stationäre Pflegeeinrichtungen werden Unternehmen wie Pflegeheime und -dienstleister bezeichnet, die eine Betreuung von schwer und schwerst Pflegebedürftigen anbieten. Die stationäre Pflegeeinrichtung ist dabei von einer professionell ausgebildeten Pflegefachkraft verantwortlich zu leiten, abhängig von einer ergänzenden nächtlichen Unterbringung und Pflege wird von einer voll- oder teilstationären Betreuung der Pflegebedürftigen gesprochen.

T

Tages- oder Nachtpflege

Die Tages- oder Nachtpflege kann von pflegenden Angehörigen ergänzend in Anspruch genommen werden, falls die eigene Pflegekraft bei Schwerstpflegebedürftigen aus zeitlichen oder persönlichen Gründen nicht ausreicht. Eine derartige Pflege kann entweder für den Tag oder die Nacht in Anspruch genommen werden und bringt neben Sach- und Geldleistungen eine zusätzliche Unterstützung durch die gesetzliche Pflegeversicherung mit sich.

Teilwaschung

Die Teilwaschung wird zu den Pflegekomplexen gezählt, die bei der Begutachtung durch den Gutachter der MDK einfließt und vom Pflegepersonal durchzuführen ist. Zur Teilwaschung werden Tätigkeiten wie das Rasieren, das Zähne putzen, die Pflege von Lippen und Gesicht sowie das An- und Entkleiden des Pflegebedürftigen zusammengefasst.

Treppenlift

Als Treppenlift wird eine Hilfe für Pflegebedürftige und andere Personen bezeichnet, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und Treppen nicht mehr oder nur schwer eigenständig laufen können. Der Treppenlift kann dabei an vielen handelsüblichen Treppengeländern befestigt werden und besteht aus einem Sitz, der entlang einer Schiene über ein oder mehrere Stockwerke bewegt werden kann.

U
V

Verhinderungspflege

Die Verhinderungspflege wird durch einen professionellen Pflegebetrieb anstelle eines pflegenden Angehörigen durchgeführt, falls dieser z. B. aus Gründen von Krankheit oder Urlaub nicht die alltägliche Betreuung eines Pflegebedürftigen übernehmen kann. Nach der gesetzlichen Pflegeversicherung stehen jedem privat Betreuenden pro Kalenderjahr vier Wochen Verhinderungspflege zu, deren Kosten bis zu einem Maximalbetrag von der Pflegekasse übernommen werden.

Vollmacht

Als Vollmacht wird die schriftliche Willensbekundung einer Person bezeugt, die hiermit eine andere Person zur Erfüllung von Verpflichtungen des öffentlichen Lebens im Sinne des Beauftragenden bevollmächtigt. Die Ausstellung einer Vollmacht an eine pflegende Person ist bei schwer oder schwerst pflegebedürftigen Personen obligatorisch; sollte keine vertraute Person bereitstehen, teilt das Vormundschaftsgericht einen entsprechenden Betreuer zu.

Vollstationäre Pflege

Die vollstationäre Pflege stellt die umfassendste Variante der Pflege dar, die üblicherweise bei Schwerstpflegebedürftigen zum Einsatz kommt. Sollten diese in ihrem häuslichen Umfeld nicht mehr ausreichend gepflegt werden können, sollte eine Unterbringung in der vollstationären Pflege stattfinden, in der rund um die Uhr eine Betreuung des Pflegebedürftigen erfolgt.

W

Widerspruch nach Ablehnung der Pflegestufe

Der Widerspruch nach Ablehnung der Pflegestufe sollte spätestens 14 Tage nach Zustellung des Gutachtens durch den MDK bei der zuständigen Pflegekasse eingereicht werden. Um die Aussicht auf einen erfolgreichen Widerspruch zu steigern, sollte dieser nicht alleine in persönliche Worte gefasst werden, stattdessen empfiehlt sich eine sachliche Argumentation, z. B. über Nachweise wie ein regelmäßig geführtes Pflegetagebuch.

Widerspruchsverfahren

Ein Widerspruchsverfahren wird stets dann eingeleitet, wenn ein potenziell Pflegebedürftiger nicht mit dem erstellten Gutachten des MDK einverstanden ist und binnen der Monatsfrist nach Zustellung des Gutachtens Widerspruch eingelegt hat. Das Widerspruchsverfahren kann eine erneute Gutachtenstellung mit sich bringen, allerdings sollte eine ausführliche Begründung für den Widerspruch bestehen, der z. B. durch ein Pflegetagebuch noch sachlich untermauert wird.

Wohnumfeldberatung

Die Wohnumfeldberatung erfolgt durch den Gutachter des MDK, der für Betroffene mit einer wenigstens erheblichen Pflegebedürftigkeit Zuschüsse für verschiedene bauliche Maßnahme zur Verbesserung der häuslichen Pflege genehmigen kann. Zu den häufigsten Abänderungen, die nach einer erfolgreichen Wohnumfeldberatung genehmigt werden, zählen die Installation eines Treppenliftes, das Arbeiten auf höhenverstellbaren Arbeitsflächen oder der Umbau der Toilette in einer behindertengerechten Art und Weise.

X
Y
Z
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z