Glossar für die Private Krankenversicherung

Im Versicherungsbereich gibt es zahlreiche Fachbegriffe und Ausdrucksweisen, die für den Laien oft schwer verständlich sind. Um im Versicherungsdschungel nicht den Überblick zu verlieren, haben wir Ihnen hier die wichtigsten Begriffe aus dem Bereich Private Krankenversicherung zusammengestellt und anschaulich erklärt. Damit auch Sie zum Experten werden.
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Markus Hahn
Markus Hahn – Versicherungsexperte

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A

Ambulante Leistungen

Ambulante Leistungen stellen neben zahnärztlichen und stationären Leistungen das wichtigste Kostenfeld in der privaten Krankenversicherung dar. Zu den ambulanten Leistungen zählen sämtliche Behandlungs- und Pflegemaßnahmen, die von einem Arzt in dessen Praxis durchgeführt werden, wobei neben allgemein- und fachmedizinischen Behandlungen auch die Tätigkeiten von Krankengymnasten, Psychologen oder Logopäden diesem Leistungsbereich zugerechnet werden.

Anrechnung von Wartezeiten

Die Anrechnung von Wartezeiten in der privaten Krankenversicherung wird dann möglich, wenn ein nahtloser Übergang zwischen altem und neuem Tarif erfolgt und seit Beendigung der Vorversicherung höchstens zwei Monate vergangen sind. Durch die Anrechnung wird verhindert, dass der Versicherte bei seiner neuen Versicherung erneut Wartezeiten zu erdulden hat, um direkt das volle Leistungsspektrum des Tarifs nutzen zu können.

Anrechnungszeiten

Die Anrechnungszeiten sind in der gesetzlichen Krankenversicherung etabliert und bezeichnen Zeiträume, in denen der Versicherte keine eigenständigen Beitragszahlungen für seine gesetzliche Absicherung einzahlte. Zu den wichtigsten Gründen, warum es zu Anrechnungszeiten anstelle der obligatorischen Beitragszeiten kommen kann, zählen der Mutterschutz, Ausbildungszeiten oder Phasen der Arbeitslosigkeit.

Anwartschaftsversicherung

Die Anwartschaftsversicherung ist eine Vertragsalternative für gesetzlich Versicherte, die in naher Zukunft den Abschluss eines Volltarifs der privaten Krankenversicherung planen. Durch die Anwartschaftsversicherung wird das aktuelle Alter sowie der Gesundheitszustand versicherungstechnisch konserviert, so dass bei späterem Abschluss des Volltarifs keine erneute Gesundheitsprüfung und somit keine höheren Beiträge gefürchtet werden müssen. Echte Versicherungsleistungen werden während der Laufzeit der Anwartschaftsversicherung nicht geboten.

AOK

AOK steht als Abkürzung für Allgemeine Ortskrankenkassen. Bei diesen handelt es sich um einen Zusammenschluss verschiedener Krankenkassen aus sämtlichen Bundesländern, die gemeinschaftlich eine der größten, gesetzlichen Krankenversicherungen in der Bundesrepublik darstellen.

Arbeitseinkommen

Das Arbeitseinkommen ist wie bei Arbeitern und Angestellten auch bei pflichtversicherten Selbstständigen und Freiberuflern die Grundlage für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge. Ähnlich wie bei der Einkommensteuer wird als Grundlage des Arbeitseinkommens der ermittelte Gewinn aus der selbstständigen Tätigkeit herangezogen.

Arbeitsentgelt

Das Arbeitsentgelt ist für Arbeiter und Angestellte die Berechnungsgrundlage der Pflichtversicherungsbeiträge, z. B. für die gesetzliche Renten- und Krankenversicherung. Zum Arbeitsentgelt werden dabei nicht alleine fortlaufende Lohn- und Gehaltszahlungen gezählt, sondern auch Provisionen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Gratifikationen für besondere Leistungen und sonstige Sachbezüge.

Arzneimittel

Für Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Zuzahlung für Arzneimittel bei sämtlichen Erwachsenen obligatorisch, die Höhe der Zuzahlung richtet sich dabei nach dem Kaufpreis des jeweiligen Medikaments. In der privaten Krankenversicherung lässt sich die Zuzahlung für Medikamente je nach Tarifwahl individuell gestalten, so dass im Idealfall eine nahezu vollständige Kostendeckung durch die private Krankenversicherung erfolgen kann.

Arztanordnungsklausel

Die Arztanordnungsklausel ist vorrangig in Tarifen der Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden und stellt eine Benachteiligung des Versicherungsnehmers dar. Durch die Klausel behält sich die Versicherung die Option vor, die Aus- oder Fortzahlung einer Berufsunfähigkeitsrente zu untersagen, sofern sich der Versicherungsnehmer gegen eine angeordnete Behandlungs- oder Therapiemaßnahme des zuständigen Arztes verweigert.

Außergewöhnliche Belastung

Als außergewöhnliche Belastung lassen sich verschiedene Kosten steuerlich begünstigend geltend machen, sofern diese Krankheitskosten durch den Steuerpflichtigen selbst getragen werden. Hierbei kommt es allerdings nicht zur vollständigen steuerlichen Anrechnung, sondern ausschließlich von Teilen, die als jeweils zumutbare Belastung gewertet werden.

B

Basistarif

Als Basistarif wird eine grundlegende Tarifvariante der privaten Krankenversicherung bezeichnet, die sich in ihrem Leistungsspektrum grob an den Regelleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung orientieren. Der Basistarif steht unabhängig von einer Gesundheitsprüfung jedem Bundesbürger offen, der die Voraussetzungen in den Wechsel eines Volltarifs der PKV erfüllt. Für privat Versicherte stellt der Basistarif eine Alternative zu den deutlich teureren Volltarifen dar.

Beamte

Beamte zählen wie Selbstständige und Freiberufler als freiwillig Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung, die bei einer Mitgliedschaft den kompletten Beitragsanteil selbst zu finanzieren haben. Durch den Wechsel in die private Krankenversicherung werden Beamte beihilfeberechtigt, in diesem Fall übernimmt der Dienstherr einen größeren Anteil der Kosten, der um Leistungen eines privaten Volltarifs ergänzt wird.

Beamtenanwärter

Für Beamtenanwärter und Referendare hält die private Krankenversicherung spezielle Tarifvarianten bereit, die etwas geringere Leistungen als Volltarife für Beamte zu etwas geringeren Kosten zu bieten haben. Ebenso wie bei langjährigen Beamten besteht auch für Beamtenanwärter das Anrecht auf Beihilfe, sofern der Wechsel in einen Volltarif der privaten Krankenversicherung vollzogen wird.

Beamter

Ein Beamter erhält durch seine Beihilfeberechtigung nicht nur bei Volltarifen in der privaten Krankenversicherung gesonderte Tarifvarianten, auch in anderen Versicherungssparten wie z. B. der Rechtsschutzversicherung stehen eigenständige Tarifmodelle für diese Berufsgruppe bereit. Der Versicherungsschutz gilt sowohl während der Ausübungszeit des Berufs als auch in späteren Jahren als Pensionär.

Beitragsanpassung

Sowohl die gesetzliche als auch die private Krankenversicherung behält sich die Möglichkeit vor, eine Beitragsanpassung vorzunehmen, um so die gesundheitlichen Risiken ihrer Mitglieder besser finanzieren zu können. Während eine Beitragsanpassung in der GKV alleine durch einen politischen Beschluss erfolgen kann, ergibt sich für die Unternehmen der PKV zum Ende eines jeden Versicherungsjahres die Möglichkeit, eine Beitragserhöhung für bestehende Versicherungsverträge vorzunehmen.

Beitragsbemessungsgrenze

Die Beitragsbemessungsgrenze existiert sowohl in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung und begrenzt bei höheren Einkommensbezügen den anrechenbaren Anteile, an dem sich die Sozialversicherungsabgaben des Erwerbstätigen orientieren. Sollte das jährliche Bruttoeinkommen die jährlich neu festgelegte Beitragsbemessungsgrenze überschreiten, wird für die genannten Sozialversicherungssparten lediglich der Wert der Beitragsbemessungsgrenze für die Kalkulation der individuellen Versicherungsbeiträge herangezogen.

Belegarzt

Als Belegarzt wird ein Mediziner bezeichnet, der über eine gewöhnliche Praxis oder Niederlassung verfügt, jedoch auch Betten in einem naheliegenden Krankenhaus anmietet. Der Belegarzt besitzt zudem die Möglichkeit, auf die Mittel des Krankenhauses zurückzugreifen und diese bei seinen eigenen Behandlungsmaßnahmen einzusetzen, die im Regelfall auf privater Basis abgerechnet werden.

C

Chip-Karte für privat Versicherte

Die Chip-Karte für privat Versicherte wird jedem Mitglied nach Abschluss eines Tarifs zur privaten Krankenversicherung ausgestellt. Die Karte kommt hauptsächlich bei einem Aufenthalt im Krankenhaus zum Einsatz und verdeutlicht dem Krankenhausbetreiber, welche Leistungen des Versicherungsnehmers in dessen jeweiligem Tarif abgeschlossen wurden. Die Karte ist dabei formal als Kostenübernahmeerklärung durch die private Versicherungsgesellschaft zu werten.

D
E

Ehegattennachversicherung

Die Ehegattennachversicherung in der privaten Krankenversicherung sollte spätestens zwei Monate nach der Eheschließung erfolgen, sofern der ursprüngliche Versicherungsnehmer bereits länger als drei Monate vollversichertes Mitglied in der PKV war. In diesem Fall entfallen für die Kostenübernahme durch den Versicherer die sonst üblichen Wartezeiten für den neu versicherten Ehepartner.

Eigenanteile

Als Eigenanteile werden die Kosten für medizinischen Behandlungsmaßnahmen oder Heilmittel bezeichnet, die der Patient selbst zu entrichten hat. Hierbei ist es sowohl bei gesetzlichen wie privaten Versicherten obligatorisch, Eigenanteile an den Gesamtkosten für eine Maßnahme zu zahlen, die durch private Voll- und Zusatztarife allerdings reduziert werden können.

Erzeihung mehrerer Kinder

Grundsätzlich steht Frauen seit dem Jahr 1991 für jedes Neugeborene eine Anrechnung von Pflichtbeiträgen über einen Zeitraum von 36 Monaten zu. Sollte es während dieser Zeitspanne zu der Geburt eines weiteren Kindes kommen, verlängert sich die genannte Frist um die Monatszahl, die parallel in die Erziehung mehrerer Kinder investiert wird.

F

Freie Heilfürsorge

Als freie Heilfürsorge wird die medizinische und gesundheitliche Fürsorgepflicht des Dienstherrn in der Bundesrepublik bezeichnet, die vorrangig für Polizisten, Soldaten und Angestellte des Bundesgrenzschutzes gewährt wird. Die freie Heilfürsorge steht für die genannten Berufsgruppen kostenlos bereit, Träger ist entweder der Bund oder das Bundesland, mit dem das Beschäftigungsverhältnis eingegangen wurde.

Freiwillig Versicherte

Als freiwillig Versicherte werden Personen bezeichnet, die aufgrund von Berufsgruppe oder Einkommen nicht Pflichtmitglied im gesetzlichen Krankenversicherungssystems sind. Hierzu zählen die meisten Selbstständigen und Freiberufler, Beamte sowie jeder Erwerbstätiger, der unabhängig von seiner Berufsgruppe die Versicherungspflichtgrenze mit seinem Bruttojahreseinkommen übersteigt. Die genannten Personengruppen können frei zwischen der Mitgliedschaft in einer Krankenkasse oder bei einer privaten Krankenversicherung wählen.

G

Gebührenordnung

Als Gebührenordnung wird eine einheitliche Grundlage zur Abrechnung von Leistungen der Ärzte und Zahnärzte in Deutschland bezeichnet, die den gesetzlichen Krankenkassen eine Sicherheit über die Abrechnung aller Behandlungsmaßnahmen und weiterer Leistungen der Ärzte bietet. Im Gegensatz zu Vertragsärzten können Privatärzte Leistungen außerhalb der Gebührenordnung abrechnen, die je nach Tarifwahl von einer privaten Krankenversicherung übernommen werden.

Geisteskranke

Als Geisteskranke werden Personen bezeichnet, die aufgrund ihres gesundheitlichen Zustands fortwährend Störungen in ihren kognitiven Fähigkeiten sowie im Ausleben ihres Emotions- und Trieblebens aufweisen. Als eine der wenigen Personengruppen sind Geisteskranke grundsätzlich von einer Absicherung in vielen Sparten der privaten Versicherungsunternehmen ausgeschlossen, der Abschluss einer privaten Unfall- oder Haftpflichtversicherung wird somit für Geisteskranke nicht möglich.

Genesungsgeld

Das Genesungsgeld ist Bestandteil vieler Versicherungsverträge der privaten Unfallversicherung. Durch diese Vertragsoption erhält der Versicherte für jeden Tag Aufenthalt in einem Krankenhaus einen vertraglich festgelegten Betrag ausgezahlt, der ihm zur freien Verfügung steht. Grundsätzlich wird es möglich, auch nach Verlassen des Krankenhauses die Fortzahlung des Genesungsgeldes über einen bestimmten Zeitraum hinweg zu vereinbaren.

Gesundheitsprüfung

Die Gesundheitsprüfung ist als Ergänzung der Antragsstellung in der privaten Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherung obligatorisch. Im Rahmen der Gesundheitsprüfung gibt der Antragssteller einen Einblick in Vorerkrankungen, Behandlungen oder Aufenthalte in einem Krankenhaus, bezogen auf die letzten Jahre vor der Antragsstellung. Orientiert an der Gesundheitsprüfung findet eine individuelle Tarifierung statt, in welche die persönlichen, gesundheitlichen Risikofaktoren einfließen.

Gewinnanteile, Überschussanteile

Als Gewinnanteile oder Überschussanteile werden nicht garantierte Renditen bezeichnet, die dem Versicherungsnehmer in der privaten Altersvorsorge und anderen Versicherungssparten zum Ende eines Geschäftsjahres gewährt werden können. Die Gewinnanteile sorgen für eine Ergänzung des vertraglich zugesicherten Garantiezinses und werden vorrangig dann gewährt, wenn die Versicherung ein erfolgreiches Geschäftsjahr zu verzeichnen hatte und seine Mitglieder am erzielten Überschuss beteiligt.

H

Halbjahresmethode

Mit der Halbjahresmethode wird das versicherungstechnische Alter des Antragsstellers bei der Policierung festgelegt. Ausgehend vom Tag des Versicherungsbeginns wird geprüft, ob im Halbjahr vor oder nach diesem Datum der Geburtstag des Versicherungsnehmers liegt. Der zeitlich nähere Geburtstag wird als versicherungstechnisches Alter verwendet, das unter Umständen vom tatsächlich vorliegenden Alter um maximal ein Jahr abweichen kann.

Haushaltshilfe

Eine Haushaltshilfe kann während der Rehabilitationsphase nach bestimmten Voraussetzungen durch die private Unfall- oder Krankenversicherung finanziell übernommen werden. Grundlegend ist hierbei, dass kein anderes Familienmitglied den Haushalt des Rekonvaleszenten fortführen kann und sich in diesem pflegebedürftige Personen oder Kinder unter zwölf Jahren befinden.

Heilmittel

Als Heilmittel werden Maßnahmen und Objekte bezeichnet, die der Gesundung eines Patienten dienen, jedoch keine Medikamente im eigentlichen Sinne sind. Zu den Heilmitteln gehören beispielsweise Krücken und Sehhilfen, ebenso wie Behandlungen durch einen Masseur oder krankengymnastische Maßnahmen.

Heilpraktiker

Als Heilpraktiker wird ein Mediziner bezeichnet, der mit alternativen Heilmethoden zahlreiche Beschwerden und Symptome bekämpft und sich so von der klassischen Schulmedizin abgrenzt. Solange es sich um einen zertifizierten Heilpraktiker nach dem deutschen Heilpraktiker gesetzt handelt, der somit eine professionelle Ausbildung nachweisen kann, ist eine Kostenübernahme durch viele Tarife der privaten Krankenversicherung möglich.

I
J

Jahresentgeltgrenze (JAE-Grenze)

Als Jahresentgeltgrenze oder kurz JAE-Grenze wird ein jährlich vom Gesetzgeber neu festgelegter Betrag bezeichnet, der die Grenze zwischen Pflichtversicherung und freiwilliger Absicherung in der Krankenversicherung darstellt. Sollte ein Erwerbstätiger mit seinem Jahresentgelt die Grenze überschreiten, besteht für ihn nach einer einjährigen Wartefrist die Möglichkeit, in einen Volltarif der privaten Krankenversicherung zu wechseln.

K

Kennzahlenkatalog

Der Kennzahlenkatalog wird vom Bundesverband der Privaten Krankenversicherung erstellt und fasst sämtliche deutschen Versicherer mit ihren grundlegenden Unternehmenskennzahlen zusammen. Durch die Aufführung grundlegender Zahlen wie der Rückstellungs- oder Kostenquote lassen sich fundierte Aussagen über die wirtschaftliche Gesundheit der Unternehmen treffen, was mit dem Kennzahlenkatalog auf einer einheitlichen Vergleichsbasis erfolgt.

Kieferorthopädie

Behandlungskosten im Bereich Kieferorthopädie werden üblicherweise nur noch für Minderjährige durch die gesetzliche Krankenversicherung übernommen. Sollten Erwachsene ebenfalls auf diese Form der Behandlung angewiesen sein oder Kinder eine höherwertige Behandlung ohne Eigenanteil erhalten sollen, ergibt sich die Möglichkeit zur Absicherung der Kieferorthopädie im Rahmen einer privaten Zahnzusatzversicherung.

Kindernachversicherung

Die Kindernachversicherung in der privaten Krankenversicherung wird rückwirkend bis zu zwei Monate nach der Geburt eines Kindes möglich, sofern wenigstens ein Elternteil für mindestens drei Monate Vollmitglied in der PKV war. Das Leistungsspektrum für das nachversicherte Kind darf dabei nicht über den Versicherungsschutz des Erwachsenen hinausgehen. Die Absicherung muss nicht bei der gleichen privaten Krankenversicherung des Elternteils erfolgen.

Krankengeld

Das Krankengeld ist eine Lohnersatzleistung, die von der gesetzlichen Krankenkasse ausgezahlt wird und bei einer temporären Arbeitsunfähigkeit an die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall anschließt. Das Krankengeld wird dabei über maximal 78 Wochen innerhalb von zwei Kalenderjahren gewährt, von der Beitragspflicht im deutschen Sozialversicherungssystem ist der Betroffene dabei nicht befreit und hat den hälftigen Arbeitnehmeranteil wie gewohnt zu übernehmen.

Krankenhaus

In einem Krankenhaus stationäre Behandlungen zu erfahren, bringt große Unterschiede zwischen gesetzlich und privat Versicherten mit sich. Zum einen besteht für private Versicherte die freie Wahl des Krankenhauses, durch einen Volltarif oder eine private Krankenzusatzversicherung lassen sich zudem Extraleistungen wie die Behandlungen durch den Chefarzt sowie die Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer absichern.

Krankenhaustagegeld

Das Krankenhaustagegeld ist eine Leistung der Unfallversicherung, die maximal für zwei Jahre des fortwährenden Aufenthalts in einem Krankenhaus gewährt wird und pro Tag abgerechnet wird. Das Krankenhaustagegeld wird dabei erst nach der Entlassung aus dem Krankenhaus zur Auszahlung gebracht, für die Phase während des Aufenthalts können sich Zusatzleistungen aus einer privaten Unfallversicherung anbieten.

Krankenversichertenkarte

Die Krankenversichertenkarte hat seit den 1990er Jahren den Krankenschein abgelöst und gilt als wesentliches Dokument, um einen bestehenden Versicherungsschutz bei einer deutschen Krankenkasse nachzuweisen. Die Karte beinhaltet dabei über einen Chip die grundlegenden, persönlichen Daten und erleichtert die Abrechnung zwischen dem behandelnden Arzt sowie der zuständigen, gesetzlichen Krankenkasse.

Krankenversicherung

Als Krankenversicherung wird allgemein die Kostenübernahme von Maßnahmen zur Wiederherstellung der Gesundheit bezeichnet, die durch einen Versicherer gegen eine fortwährende Beitragszahlung gewährt wird. In Deutschland ist hierbei zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung zu unterscheiden, wobei Pflichtversicherte im gesetzlichen Schutz die Möglichkeit besitzen, ihr Leistungsspektrum um private Zusatztarife zu ergänzen, falls der Wechsel in einen Volltarif nicht möglich wird.

Krankenversicherung für Rentner (KVDR)

Eine Krankenversicherung für Rentner ist ebenso wie bei Erwerbstätigen nach Eintritt in den Altersruhestand fortzuführen. Für bisherige Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung findet die gewohnte Anrechnung des gesetzlichen Beitragssatzes auf die Höhe der Rente an, auch privat Versicherte können von Zuschüssen zu ihren Beiträgen der Deutschen Rentenversicherung profitieren.

Krankheitskostenvollversicherung

Die Krankheitskostenvollversicherung oder kurz Volltarif bezeichnet einen umfassenden Versicherungsschutz für sämtliche Bereiche der modernen Medizin. Zu dieser Versicherung zählen ambulante und stationäre ebenso wie zahnärztliche Behandlungen, wobei die meisten Tarife der privaten Vollversicherung ein deutlich größeres Leistungsspektrum zu bieten haben als die Vollversicherung für Pflichtmitglieder in einer gesetzlichen Krankenkasse.

Krankheitskosten-Zusatzversicherung

Die Krankheitskosten-Zusatzversicherung bezeichnet einen privaten Versicherungsschutz, der für gesetzlich Pflichtversicherte bereit steht und diesen den ergänzenden Abschluss von privaten Zusatzleistungen ermöglicht. Als Zusatzversicherung lassen sich beispielsweise hochwertiger Zahnersatz, Behandlungen beim Heilpraktiker, Einbettzimmer in einem Krankenhaus oder die Behandlung durch den Chefarzt ebendort absichern.

Kündigung der privaten Krankenversicherung

Eine Kündigung des Voll- oder Zusatzvertrags der PKV durch den Versicherungsnehmer wird grundsätzlich zum Ende eines jeden Versicherungsjahres möglich, für neu abgeschlossene Verträge gelten bei vielen Gesellschaften einmalig längere Kündigungsfristen von drei Jahren. Sollte es zur Ankündigung einer Beitragserhöhungen oder Änderungen im Leistungsspektrum kommen, wird ein Sonderkündigungsrecht von vier Wochen ausgelöst.

Künstler

Künstler und Publizisten nehmen eine Sonderrolle in der Krankenversicherung ein, da sie im Regelfall als Selbstständige oder Freiberufler tätig sind, jedoch in der Krankenversicherung als Pflichtversicherte geführt werden. Ähnlich wie bei Angestellten übernimmt der Künstler für seine gesundheitliche Vorsorge einen hälftigen Anteil der Kosten, der Arbeitgeberanteil wird durch die Künstlersozialkasse übernommen.

L

Lohnfortzahlung

Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist gesetzlich geregelt und steht nach Eintritt der Krankheit für eine Zeitspanne von wenigstens sechs Wochen vor. Sofern die Erkrankung über ein ärztliches Attest nachgewiesen werden kann, findet die Gehaltszahlung in gewohnter Weise statt, je nach Tarifvertrag kann der Arbeitgeber die Fortzahlung auch für eine längere Zeitspanne als sechs Wochen gewähren.

M

MB/KK und MB/KT

Die Abkürzungen MB/KK sowie MB/KT stehen für verschiedene Musterbedingungen, die eine elementare Rolle in der Absicherung verschiedener Risiken durch die private Krankenversicherung spielen. Die MB/KK beziehen sich dabei auf das Krankenhaustagegeld sowie die Absicherung weiterer Krankheitskosten, die MB/KT auf das Krankentagegeld.

Mehrbettzimmer

Die Unterbringung in einem Mehrbettzimmer ist für gesetzliche Krankenversicherte obligatorisch, falls es bei diesen zur Behandlung in einem Krankenhaus kommen muss. Über einen privaten Zusatztarif besteht die Möglichkeit, die Unterbringung in einem Mehrbettzimmer zu vermeiden und stattdessen in einem Ein- oder Zweibettzimmer unterzukommen.

Mutterschutzfristen

Die Mutterschutzfristen sind in Deutschland gesetzlich geregelt und betragen aktuell sechs Wochen vor dem prognostizierten Entbindungstermin sowie bis zu zwölf Wochen nach der Geburt. In dieser Zeitspanne wird Mutterschaftsgeld in Höhe des bisherigen Nettolohn bis zu einem gesetzlich festgeschriebenen Höchstbetrag ausgezahlt, sofern die Frau zuvor in einem Beschäftigungsverhältnis stand.

N
O
P

Psychotherapie

Die Psychotherapie wird durch die Musterbedingungen der privaten Krankenversicherung nicht mit umfasst, da sich die Bedingungen ausschließlich auf Behandlungen bei Ärzten, Zahnärzten sowie Heilpraktiker beziehen. Viele Versicherungen übernehmen allerdings auf freiwilliger Basis die Kosten für Maßnahmen der Psychotherapie, häufig begrenzt durch einen bestimmten Kostenanteil pro Sitzung oder eine Maximalzahl an Sitzungen pro Jahr.

Q
R

Rooming In

Das Rooming In bezeichnet die Bereitstellung eines Bettes für einen gesunden Erwachsenen in einem Krankenhaus, falls für dessen Nachwuchs eine stationäre Behandlung nötig ist. Die Kosten für das Rooming In sind standardmäßig aus privater Tasche zu bezahlen, eine Kostenübernahme kann durch einen privaten Krankenzusatztarif oder durch Einschluss der Tarifoption Krankenhaustagegeld abgedeckt sein.

S

Scheidung

Im Falle der Scheidung besteht für die Absicherung von Kindern grundsätzlich eine freie Wahlmöglichkeit, sofern beide Elternteile Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse waren bzw. ein Elternteil die Absicherung über einen privaten Krankenversicherer genoss. Durch das Aufheben der Ehe werden sämtliche Einschränkungen aufgehoben, die das gesetzliche System im Rahmen der Familienversicherung beinhaltet.

Standardtarif für ältere Versicherte

Der Standardtarif für ältere Versicherte war über Jahrzehnte hinweg ein verpflichtend anzubietendes Tarifmodell, das diesen bei einem geringeren Leistungsspektrum eine faire Beitragszahlung in Zeiten monatlich geringerer Bezüge gegenüber der Erwerbstätigkeit zusicherte. Seit dem Jahr 2009 ist der Standardtarif komplett durch den Basistarif ersetzt wurde, Bestandskunden können ihren bestehenden Standardtarif allerdings fortführen.

Sucht

Für medizinische Behandlungen, die aus einer Sucht heraus resultieren, sind Volltarife der privaten Krankenversicherung im Regelfall leistungspflichtig. Allerdings kann diese Pflicht entfallen, sofern die Sucht vorsätzlich durch den Erkrankten herbeigeführt wurde. Für Entziehungsmaßnahmen können allerdings Leistungen auf freiwilliger Basis der Versicherungen erfolgen, die explizit dem abgeschlossenen Vertrag zu entnehmen sind.

T

Tagegeld

Das Tagegeld wird üblicherweise nach einem Unfall gewährt. Hierbei kommt es zur Auszahlung, wenn die ärztliche Behandlung sowie die anschließenden Maßnahmen der Rehabilitation die gewohnte Arbeitsfähigkeit des Verunfallten beeinflussen. Das Tagegeld wird dabei in fester Höhe für jeden Tag des Ausfalls der Arbeitskraft gezahlt.

U
V

Versicherungsfreiheit

Die Versicherungsfreiheit bezeichnet den Zustand, nicht als Pflichtversicherter Beiträge in die Absicherung einer gesetzlichen Krankenkasse einzahlen zu müssen, sondern frei zwischen einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung entscheiden zu können. Die Versicherungsfreiheit gilt für alle Erwerbstätigen, die mit ihrem Bruttojahreseinkommen die Versicherungspflichtgrenze übersteigen, zudem genießen verschiedene Berufsgruppen wie Selbstständige, Freiberufler und Beamte unabhängig vom Einkommen eine Versicherungsfreiheit.

Versicherungspflichtgrenze

Die Versicherungspflichtgrenze ist eine jährlich neu vom Gesetzgeber vorgegebene Grenze, die sich auf das Bruttojahreseinkommen der Erwerbstätigen in Deutschland bezieht. Übersteigt dieses innerhalb eines Kalenderjahres die Versicherungspflichtgrenze, besteht für den Erwerbstätigen nach einer einjährigen Wartezeit die Option, durch die fehlende Versicherungspflicht in einen Volltarif der privaten Krankenversicherung zu wechseln.

Vorsorgeuntersuchung

Als Vorsorgeuntersuchung werden Maßnahmen von Ärzten in verschiedenen Gesundheitsbereichen bezeichnet, die der Früherkennung einer Erkrankung sowie der Einschätzung des generellen Gesundheitszustandes dienen. Nach aktueller Gesetzgebung sind in Deutschland die meisten Vorsorgeuntersuchungen in ihren Kosten komplett durch die gesetzliche Krankenversicherung zu übernehmen, die durch die Früherkennung durch Vermeidung teurerer Behandlungen zu einem späteren Zeitpunkt profitieren.

W

Wahlleistungen

Als Wahlleistungen werden verschiedene Zusatzleistungen in einem privaten Krankenversicherungstarif bezeichnet, die eine gesonderte Absicherung des Versicherten für den Aufenthalt in einem Krankenhaus bedeuten. Zu den wichtigsten Wahlleistungen, die sich zusätzlich in einen Versicherungsvertrag einschließen lassen, gehört die Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer sowie die tägliche Behandlung durch den Chefarzt.

Wartezeitanrechnung/-erlass

Grundsätzlich ist vom Wechsel aus der gesetzlichen in die private Krankenversicherung eine Wartezeit von einem Jahr zu erfüllen. Zurückgelegte Versicherungszeiten sowie Untersuchungen im Vorfeld können je nach Vertragsart zu einer Anrechnung der Wartezeit führen. Beim Wechsel aus einer anderen privaten Krankenversicherung kann ein Wartezeiterlass finden, wesentliche Voraussetzung hierfür ist ein nahtloser Übergang in den neuen Versicherungsschutz.

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