Fragen & Antworten zur Riester Rente

Auf Experte24 finden Sie umfangreiche Informationen zum Thema Riester Rente. Falls trotzdem noch Unklarheiten bestehen, haben wir hier noch einmal die häufigsten Fragen zusammengefasst und verständlich beantwortet.

Sollten dennoch noch Fragen offen sein, nehmen Sie gerne persönlich Kontakt mit uns auf.

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FAQ für Haftpflichtversicherungen

Wie ist die Riester-Rente entstanden?

Die Riester Rente als staatlich gefördertes Produkt der privaten Altersvorsorge kann seit dem 1. Januar 2002 abgeschlossen werden. Mit dem Konzept schaffte die damalige rotgrüne Regierung einen Ausgleich zur im Jahr zuvor beschlossenen Rentenreform. Mit dieser trat eine Absenkung des Nettorentenniveaus ins Kraft, die bei einem Arbeitnehmer mit einer durchschnittlichen Einzahldauer von 45 Jahren in die gesetzlichen Sozialversicherungssysteme von 70 auf 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens absank. Der damalige Arbeits- und Sozialminister Walter Riester ließ im Laufe des Jahres 2001 ein Konzept ausarbeiten, das allen Bundesbürgern offenstehen sollte und eine private Investition in eine Zusatzrente durch ergänzende Zahlungen des Staates belohnen sollte. Die offizielle Bezeichnung der staatlichen Zulagenrente trat bereits schnell hinter dem Namen Riester Rente zurück, der auch heute im öffentlichen Umfeld hauptsächlich verwendet wird. Im Jahr der Einführung kam es lediglich zu Abschlüssen von knapp zwei Millionen Verträgen mit einer geringen Dotierung von durchschnittlich gut 15 Euro, zehn Jahre nach der Einführung haben nach einigen Überarbeitungen des Konzepts bereits eine zweistellige Zahl von Bundesbürgern eine Riester Rente abgeschlossen.

Wer hat Anspruch auf die Riester-Förderung?

Die Riesterförderung wird sämtlichen Vertragsnehmern gewährt, die in der Bundesrepublik erwerbstätig sind und deren Tätigkeit unter die Sozialversicherungspflicht fällt. Grundsätzlich zählen hierzu sämtliche Arbeiter und Angestellte, ebenso wie Wehrdienstleistende oder freischaffende Berufstätige als Mitglieder der Künstlersozialkasse. Auch Arbeitslose können weiterhin von einem Riestervertrag sowie den jährlichen Zulagen des Staates profitieren, sofern sie während ihrer Berufstätigkeit einen Vertrag zur Riester Rente abgeschlossen haben. Sollte sich ein Arbeitsloser aus finanziellen Gründen dazu entscheiden, den Riestervertrag beitragsfrei zu setzen, entfällt für diese Zeitspanne das Anrecht auf die staatliche Förderzulage. Um den Anspruch nicht zu verlieren, lohnt es sich in solchen Fällen den Vertrag eher auf das Minimum von fünf Euro Einzahlung pro Monat zu setzen, um weiterhin die Förderung in Anspruch zu nehmen. Letztlich sind auch nicht erwerbstätige Personen förderberechtigt, deren Ehepartner in einen Riestervertrag investiert hat. In diesem Fall tritt die sogenannte indirekte Zulagenberechtigung in Kraft, allerdings ist zwingend ein separater Vertrag für den Ehepartner abzuschließen.

Wer hat keinen Anspruch auf die Riester-Förderung?

Da der Anspruch auf Riesterförderung an eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit gebunden ist, besteht in erster Linie für Selbstständige und Freiberufler kein Anrecht auf eine Riesterförderung. Auch wenn sich Erwerbstätige freiwillig zu Einzahlungen in das gesetzliche Sozialversicherungssystem entscheiden, lässt sich hiermit nicht eine Gewähr der Riesterförderung erreichen. Ausnahmen gelten für Selbstständige und Freiberufler mit einer künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit, die Mitglied der Künstlersozialkasse sind und somit dennoch die Voraussetzungen für eine Pflichtversicherung mitbringen. Für gewöhnlich sind auch Erwerbstätige in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen nicht zulagenberechtigt, allerdings können diese explizit einer Zugehörigkeit zur Pflichtversicherung zustimmen. Zudem entfällt für Arbeitslose ein Anrecht auf die staatlichen Förderzulagen, falls diese sich aus finanziellen Gründen dazu entscheiden, ihren Riestervertrag während der Arbeitslosigkeit beitragsfrei zu setzen. Um Selbstständigen und Freiberuflern ohne ein Anrecht auf Riesterförderung dennoch eine Möglichkeit zu geben, bei der privaten Altersvorsorge von einer staatlichen Unterstützung zu profitieren, bieten sich andere Varianten der Vorsorgeprodukte wie z. B. die Rürup- oder Basisrente an.

Ist die private Altersvorsorge Pflicht? Ist sie sinnvoll?

Die private Altersvorsorge ist in Deutschland nicht verpflichtend, jeder Bundesbürger kann sich freiwillig zum Abschluss von einem oder mehreren Verträgen dieser Art entscheiden. Dies stellt einen Unterschied zum gesetzlichen Rentenversicherungssystem dar, in dem ein Großteil der erwerbstätigen, deutschen Bevölkerung verpflichtend Mitglied ist, Ausnahme sind hier nur Selbstständige, Freiberufler sowie Beamte. Auch wenn die private Altersvorsorge keine Pflicht ist, ist der Abschluss einer Riester Rente oder anderer Vorsorgeprodukte dennoch sinnvoll. Grund hierfür ist, dass immer weniger Bundesbürger im Rahmen ihres Erwerbslebens ausreichende Einzahlungen in das gesetzliche Rentensystem vornehmen können, um mit diesen beim Eintritt in das gesetzliche Rentenalter ihre Existenz zu sichern. Phasen der Arbeitslosigkeit, nicht sozialversicherungspflichtige Jobs sowie ein niedriges Lohnniveau tragen hierzu erheblich bei und bedeuten für Millionen Bundesbürger das wachsende Risiko einer Altersarmut. Wer sich daher auf freiwilliger Basis zu einer privaten Altersvorsorge entscheiden, leistet einen sinnvollen Beitrag, um einer solch drohenden Armut entgegenzuwirken. Allerdings sollte stets überdacht werden, welche Tarife und Produkte für diese Form der Absicherung individuell geeignet sind.

Welche Anlageformen gibt es bei der Riester-Rente?

Eine Riester Rente kann in verschiedenen Vertragsvarianten abgeschlossen werden, zu den geläufigsten gehören die klassische Zusatzrente, ein Banksparplan sowie fondsgebundene Sparpläne und Rentenverträge. Riestergeförderte Sparpläne werden vorrangig von Banken und Finanzdienstleistern angeboten und bieten eine größere Flexibilität während der Beitragsphase. In dieser ist eine Dotierung mit monatlichen Beiträge zwar üblich, allerdings nicht zwingend vorgeschrieben. Sparpläne bieten so die Freiheit, auch in unregelmäßigen Abständen Geld im Rahmen sogenannte Einmalzahlungen zu dotieren. Im Vergleich hierzu funktioniert das Riestermodell als Zusatzrente wie jede andere Form von privatem Rentenvertrag, in den monatlich ein bestimmter Betrag mit oder ohne Dynamik über die gesamte Vertragslaufzeit hin eingezahlt wird. Die Auszahlung beim Riestervertrag erfolgt dabei stets in einer festen monatlichen Höhe, Einmalauszahlungen wie bei einer Lebensversicherung sind nicht vorgesehen. Zu unterscheiden ist auch zwischen der klassischen und fondsgebundenen Geldanlage. Im ersten Fall wird das Geld mit einem festgelegten Garantiezins jährlich verzinst, eventuell werden Überschussanteile gewährt. Bei einem fondsgebundenen Produkt liegt der Garantiezins niedriger, durch die Fondsbindung lassen sich jedoch bei einer guten konjunkturellen Entwicklung höhere Renditen erzielen.

Welche Anlageform ist die Richtige?

Pauschal kann nicht von einer optimalen Anlageform gesprochen werden, die allen Versicherten in Deutschland gleichermaßen entspricht. Wie bei anderen Formen der Altersvorsorge sind für einen guten Riestervertrag verschiedene Faktoren zu überdenken, in denen sich die eigenen Vorlieben widerspiegeln sollten. Die Überlegung zwischen einem klassischen oder fondsfinanzierten Riestertarif nimmt z. B. auf die Risikobereitschaft des Versicherungsnehmers bei der Geldanlage Bezug. Gerade wer bislang noch keine private Altersvorsorge abgeschlossen hat und einen Riestervertrag als Grundabsicherung abschließt, sollte eher eine konservative Finanzierung wählen und das Risiko für die Existenzsicherung im Alter minimieren. Wer damit rechnet, im Laufe des Lebens gelegentlich höhere Geldbeträge als Einmalzahlung in einen Riestervertrag einzahlen zu können, sollte sich diese Freiheit durch Wahl eines Riestersparplans erhalten. Eine Gegenüberstellung der verschiedenen Anlageformen mit ihren jeweiligen Kosten und in Aussicht gestellten Renditen ist vor der Entscheidung und Unterzeichnung eines Riestervertrags in jedem Fall anzuraten.

Welchen Betrag sollten man für die Riester-Rente sparen?

Um die staatliche Förderung im vollen Umfang zu erhalten, ist eine Investition von vier Prozent des Bruttoeinkommens gefordert. Dies schließt nicht aus, dass ein Versicherungsnehmer sich für eine höhere oder geringere Dotierung seines Riestervertrags entscheidet. Durch die Zahlung eines höheren Monatsbeitrags steigt die jährlich gewährte Fördersumme zwar nicht an, dennoch lassen sich mit höheren Beiträgen auch höhere Leistungen zur Altersvorsorge erzielen, die im individuellen Fall unerlässlich sind. Wer im Vorfeld seine Versorgungslücke konkret ermittelt hat und weiß, welchen Betrag er im Alter durch private Vorsorgeprodukte zusätzlich benötigt, kann dies durch eine höhere Dotierung des Riestervertrags oder den Abschluss weiterer Vorsorgeprodukte zum Ausdruck bringen. Umgekehrt kann es sich als zu große finanzielle Belastung herausstellen, monatlich auf vier Prozent des Bruttoeinkommens verzichten zu müssen. Hier empfiehlt sich eine geringere Beitragszahlung, mit der allerdings eine anteilige Kürzung der staatlichen Fördersummen verbunden ist. Als Mindestbetrag sind in ein Riesterprodukt fünf Euro pro Monat zu investieren, eine Begrenzung nach oben ist je nach Variante des Riestertarifs nicht vorgesehen.

Muss die Riester-Förderung beantragt werden?

Die Riester-Förderung wird nicht automatisch gewährt, sondern muss strenggenommen jedes Jahr aufs Neue beantragt werden. Die meisten Versicherungen in Deutschland übernehmen diesen mühseligen Schritt für ihre Kunden, weshalb bei der Unterzeichnung eines Riestervertrags unbedingt darauf zu achten ist, das der Versicherung ein entsprechender Auftrag erteilt wird. Mit diesem Zusatzvertrag muss sich der Versicherte um nichts weiter kümmern, stattdessen gibt er die Aufgabe an die Versicherung weiter, jährlich einen Antrag auf Riester-Förderung zu stellen und die ausgezahlten Förderbeträge mit den jährlichen Beitragssummen zu verrechnen. Sollte beim Abschluss dieses privaten Vorsorgeprodukts lediglich der Riestervertrag selbst unterschrieben worden sein und kein Zusatzvertrag für die Beantragung der Förderung vorliegen, hat sich der Versicherungsnehmer selbst jährlich um den Erhalt seiner Fördergelder zu kümmern. Die staatliche Zulagenförderung stellt lediglich ein Recht für den Versicherungsnehmer dar, eine verpflichtende oder sogar automatische Einrechnung findet daher nicht statt.

Kann für bestehende Verträge Förderung beantragt werden?

Strenggenommen besteht sogar die Pflicht für jeden Versicherungsnehmer, jedes Jahr aufs Neue die ihm zustehende Förderung zu beantragen. Die Verrechnung der jährlichen Beiträge mit den Förderzulagen des Riestermodells erfolgt nicht automatisch, sondern wird erst nach Antragsstellung umgesetzt. Für gewöhnlich übernehmen die Versicherungen im Rahmen eines sogenannten Dauerzulagenanspruchs die jährliche Antragsstellung auf Riesterförderung für ihre Versicherungsnehmer, dies sollte jedoch bei der Unterzeichnung des Riestervertrags explizit geklärt und durch einen zusätzlichen Vertrag festgehalten werden. Ist dies nicht erfolgt und der Versicherungsnehmer merkt nach wenigen Jahren, dass eine Riesterförderung nicht erfolgt ist, kann er diese für bis zu zwei Jahre rückwirkend beantragen. Hierfür hat der Versicherte im Regelfall selbst den Nachweis zu erbringen, dass eine Förderung für diesen Zeitraum zustand, z. B. durch Vorlage von Kindergeldbescheiden für die Zulagenförderung bei einem oder mehreren Kindern. Für die Folgejahre ist es dringend anzuraten, bei Versicherung, Bank oder Finanzdienstleister einen Vertrag zum Dauerzulagenanspruch zu unterschreiben, was bei seriösen Unternehmen jedoch unmittelbar beim Vertragsabschluss über ein Riesterprodukt erfolgt.

Welche Steuervorteile hat man mit der Riester-Rente?

Die steuerlichen Vorteile der Riester Rente kommen ausschließlich während der Beitragsphase zur Geltung. Grundsätzlich können die Beiträge für einen Riestervertrag als Sonderausgabe bei der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden, hierfür ist die Anlage AV der Steuererklärung mit dem jährlich dotierten Beitrag zu füllen. Seit dem Jahr 2008 kann maximal ein Höchstbetrag von 2.100 Euro für ein Riesterprodukt geltend gemacht werden, sollte es zu einer höheren Dotierung kommen, wird diese nicht steuermindernd berücksichtigt. Ob es zu einer steuerlichen Anrechnung kommt, wird erst bei der Prüfung der Einkommensteuererklärung durch das Finanzamt ermittelt, da Abzüge erst dann vorgenommen werden, wenn vom steuerlich anrechenbaren Betrag die Gesamtsumme der zustehenden Förderung abgezogen wird. Verbleibt hier ein Differenzbetrag zu Gunsten des Versicherungsnehmers, wird dieser entsprechend steuermindernd verrechnet. Für die Auszahlung der Leistungen eines Riestervertrags gilt die nachgelagerte Besteuerung, d. h. die Rentenzahlungen aus einem Riestervertrag werden nach dem Alterseinkünftegesetz als sonstige Einnahmen behandelt und sind entsprechend als Einkünfte voll zu versteuern.

Kann ich die Riester-Rente beantragen, wenn ich im Ausland lebe?

Die Riester Rente ist zunächst als Vorsorgeprodukt für Bürger der Bundesrepublik Deutschland vorgesehen, ohne Wohnsitz oder Arbeitsstelle in Deutschland wird es somit nicht einfach möglich, vom Ausland aus eine Riesterrente zu beantragen. Sollte ein Versicherungsnehmer zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses in Deutschland gelebt haben und im Laufe seines Lebens ins Ausland ziehen, bleibt der Vertrag ebenso wie das Anrecht auf die staatliche Förderzulage bestehen. Dies ist allerdings erst das Ergebnis einer Nachbesserung, die im Jahr 2010 erfolgte und durch den Europäischen Gerichtshof veranlasst wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt war es nötig, die erhaltenen Fördergelder an den Staat zurückzuzahlen, sofern man sich als Altersrentner mit einem Riesterprodukt für einen Alterswohnsitz im Ausland entschied. Sollte ein Bundesbürger in Deutschland leben und im Ausland seiner Arbeit nachgehen, kann ebenfalls die staatlich geförderte Riesterrente beansprucht werden. Wesentliche Voraussetzung ist hierbei allerdings, dass im Ausland einer Tätigkeit nachgegangen wird, die im entsprechenden Land eine Sozialversicherungspflicht mit sich bringt.

Kann ich das angesparte Geld für eine Immobilie nutzen?

Auch wenn der Staat seit einigen Jahren den Aufbau eines Eigenheims ebenfalls durch steuerliche Vergünstigungen unterstützt und sich dieses Konzept unter dem Namen Wohnriester eingebürgert hat, ist diese Form der Förderung strikt von einer klassischen Riesterrente zu trennen. Ein echter Riestervertrag, der in Form eines Sparplans bzw. einer klassischen oder fondsgebundenen Zusatzrente abgeschlossen wurde, kann ausschließlich ab dem Leistungsbeginn in Form einer monatlich gleichbleibenden Zusatzrente in Anspruch genommen werden, die einmalige Auszahlung des Geldes zur Investition in eine Immobilie ist daher nicht möglich. Auch die vorherige Kündigung eines Riestervertrags mit anschließender Investition der Beiträge in ein Eigenheim ist nicht zu empfehlen, da in diesem Fall die gesamte staatliche Förderung zurückgezahlt werden muss. Wer dennoch von einem Eigenheim träumt und bislang noch keinen Riestervertrag abgeschlossen hat, sollte sich über das Konzept des Wohnriesters informieren. Dies funktioniert anders als die staatliche geförderte Altersrente nach dem Riestermodell, bringt jedoch ihrerseits eine Förderung und somit finanzielle Anreize für eine später selbst zu nutzende Immobilie mit sich.

Wer kann eine geförderte Riester-Rente abschließen?

Bei der Riester-Rente handelt es sich um ein klassisches Produkt der privaten Altersvorsorge, das zunächst jedem Bundesbürger offensteht, allerdings wird die jährliche Riesterförderung ausschließlich unter bestimmten Rahmenbedingungen gewährt. Wesentlich ist hierfür der Nachweis einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit, Selbstständige oder Freiberufler profitieren somit nicht von der Förderung der Riesterrente. Für Eheleute, bei denen ein Teil nicht berufstätig ist, besteht die Möglichkeit eines Vertragsabschlusses inklusive der Gewähr der individuellen Förderung, sofern der berufstätige Ehepartner ebenfalls über einen förderfähigen Riestervertrag verfügt. Theoretisch besteht auch die Möglichkeit für Minijobber und geringfügig Beschäftigte, einen Riestervertrag abzuschließen und die Förderung zu erhalten, allerdings muss in diesem Fall auf die Freizeit von der Sozialversicherungspflicht verzichtet werden. In all den genannten Fällen hat die Mindestdotierung des Riestervertrags fünf Euro im Monat bzw. 60 Euro jährlich zu betragen, um die staatliche Förderung zu erhalten.

Wie wird die Riester-Rente gefördert?

Die Riesterförderung wird im Wesentlichen durch die Anrechnung staatlicher Förderbeträge auf den jährlich zu zahlenden Beitrag gewährt, ergänzend kann sich zudem eine steuerliche Förderung ergeben. Jedem Versicherungsnehmer, der einen Riestervertrag abschließt und diesen monatlich mit vier Prozent seines Bruttoeinkommens dotiert, erhält jährlich eine Förderung von je 154 Euro für sich und seinen Ehepartner, sofern dieser auch über einen Riestervertrag verfügt. Für jedes Kind wird eine Förderung von 300 Euro gewährt, abweichend hiervon 185 Euro für Kinder mit dem Geburtsjahr 2007 oder früher. Die Gesamtsumme der Fördergelder werden auf Antrag jährlich mit dem zu entrichtenden Beitrag verrechnet, wodurch sich die Beitragszahlungen des Versicherten minimieren. Einen Mindestanteil von 60 Euro pro Jahr muss der Versicherte in jedem Fall zahlen, selbst wenn ihm eine hierüber hinaus gehende Förderung zustünde. Sollte die Höhe der Beiträge bis zu einer Maximalgrenze von 2.100 Euro die Fördersumme des Staates übersteigen, lässt sich der Differenzbetrag zudem bei der Einkommensteuererklärung als Sonderausgabe anrechnen, wirkt sich somit also steuermindernd auf die zu entrichtende Einkommenssteuer aus.

Wie hoch muss der Sparbetrag für die volle Zulagensumme sein?

Um die volle Zulagensumme des Staates von 154 Euro für die eigene Person bzw. 185 oder 300 Euro für jedes Kind zu erhalten, ist der Riestervertrag monatlich mit vier Prozent des Bruttoeinkommens des Versicherungsnehmers zu dotieren. Grundsätzlich kann ein Riestervertrag mit einem geringeren Sparbetrag dotiert werden, allerdings verringert sich in diesem Fall die staatliche Förderzulage prozentuale. Werden beispielsweise nur zwei statt vier Prozent des Bruttoeinkommens investiert, wird auch nur die Hälfte der Förderzulagen durch den Staat gewährt. Investiert der Versicherungsnehmer einen höheren Betrag als vier Prozent seines Bruttoeinkommens in den Riestervertrag, bleiben die genannten Zulagensummen in gleicher Höhe erhalten. Allerdings besteht die Möglichkeit, bei einer sehr hohen Dotierung von steuerlichen Vorteilen zu profitieren, konkret dann, wenn die Summe der Beitragszahlungen die Summe der Förderzulagen übersteigt.

Ich bin über 50. Lohnt sich eine zusätzliche Altersvorsorge überhaupt noch für mich?

Auch wenn der Einstieg in die private Altersvorsorge mit einem jungen Lebensalter anzuraten ist, kann sich der Abschluss von privaten Zusatzprodukten auch noch im höheren Lebensalter lohnen. Viele Versicherungen führen bei ihren Verträgen zur privaten Altersvorsorge allerdings ein Grenzalter und nehmen Versicherte nur dann auf, wenn diese z. B. das 55. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Grundsätzlich sollten sich Versicherungsnehmer, die ihren Vertrag erst ab dem Alter 50 oder noch später abschließen, auf eher geringe Renditen einstellen, da diese nur über einen verhältnismäßig kurzen Zeitraum erwirtschaftet werden. Mit der steigenden Höhe der Dotierung eines Vertrags zur privaten Altersvorsorge lassen sich verständlicherweise auch höhere Renditen erwirtschaften, hier ist individuell zu prüfen, welche finanziellen Mittel im höheren Lebensalter für eine Altersvorsorge bereitstehen. Zudem sollte überprüft werden, welche Form von privater Vorsorge individuell eine sinnvolle Wahl darstellt, neben der Riesterrente können sich z. B. auch Lebensversicherungen mit der Option zur mehrfachen Einmaldotierung anbieten.

Welche Vorteile hat die Riester-Rente?

Die Riester Rente unterscheidet sich von anderen Produkten der privaten Altersvorsorge im Wesentlichen durch die staatliche Förderung, die jährlich gewährt wird. Hierbei gewährt der Gesetzgeber nicht alleine dem Versicherungsnehmer eine jährliche Förderung von aktuell (Stand 2012) 154 Euro, vielmehr werden auch für jedes Kind des Versicherungsnehmers und unter Umständen auch für den Ehepartner Zulagen gewährt. Die Vorteile der Riester Rente wirken sich so stärker für Familien mit einer höheren Kinderzahl aus, da für jedes Kind eine Förderung von 185 bzw. 300 Euro gewährt wird, mit welcher der Jahresbeitrag auf einen Minimalbetrag von fünf Euro im Monat abgesenkt werden kann. Ein weiterer Vorteil ist die steuerliche Anrechenbarkeit der Riester Rente während der Beitragsphase, der bei manchen Versicherungsnehmern ergänzend zur Förderzulage gewährt wird. Hierfür wird individuell geprüft, ob die steuerliche Absetzbarkeit höher ausfällt als die Gesamtsumme der Förderzulagen des Staates – liegen diese Ansprüche höher, findet eine ergänzende steuerliche Anrechnung statt.

In welcher Höhe erhält man die Riester-Fördeurng?

Die Höhe der staatlichen Riesterzulage wurde seit der Einführung des Konzepts im Jahr 2002 mehrfach erhöht, aktuell (Stand 2012) erhält der Versicherungsnehmer pro Jahr eine Förderung von 154 Euro. Zusätzlich wird die gleiche Summe für den Ehepartner gewährt, falls dieser über einen separaten Riestervertrag verfügt. Auch für jedes Kind des Versicherungsnehmers wird eine Riesterzulage gezahlt, die vom Alter des Kindes abhängt. Ist der eigene Nachwuchs bis zum Jahr 2007 geboren, werden jährlich 185 Euro pro Kind gewährt, vom Jahr 2008 an liegt die Förderung sogar bei 300 Euro pro Kind. Grundlage zur Anrechnung der Kinderzulage ist allerdings, dass im entsprechenden Kalenderjahr wenigstens in einem Monat Anspruch auf die Zahlung von Kindergeld bestand. Die genannten Beträge werden in voller Höhe nur dann gewährt, wenn der Versicherungsnehmer eine Mindesteinlage von vier Prozent seines Bruttoeinkommens vornimmt. Dotiert er den Riestervertrag um einen geringeren Betrag, verringert sich die Fördersumme entsprechend – bei einer Einzahlung von zwei Prozent des Bruttoeinkommens wird z. B. nur die Hälfte der genannten Beträge als Förderung gewährt.

Wann kann ich die Riester-Rente in Anspruch nehmen (Auszahlung der Rente)?

Die Auszahlung der Riesterrente erfolgt stets in Form einer monatlich gleichbleibenden, privaten Zusatzrente, die Auszahlung als Einmalbetrag wie bei einer Kapitallebensversicherung ist nicht möglich. Der frühestmögliche Zeitpunkt zur Auszahlung einer Riesterrente darf seit dem Jahr 2012 nicht mehr vor dem 62. Lebensjahr liegen und wird im Vertrag festgelegt. Allgemein gilt die Regelung, dass die Auszahlung der Riesterrente frühestens fünf Jahre vor Eintritt in das gesetzliche Rentenalter erfolgen darf, welches in Deutschland gerade sukzessive auf das 67. Lebensjahr angehoben wird. Für ältere Riesterverträge, bei deren Abschluss noch ein Renteneintrittsalter vom 65. Lebensjahr galt, ist die Option auf Auszahlung ab dem 60. Lebensjahr gegeben. Zwar besteht grundsätzlich auch die Möglichkeit zur sogenannten schädlichen Verwendung, also zu einer unplanmäßigen Auszahlung vor den genannten Altersgrenzen, in diesem Fall hat der Versicherungsnehmer die in Anspruch genommenen Zulagen komplett an den Staat zurückzuzahlen. Die Riesterrente ist als sonstige Einnahme nach dem Alterseinkünftegesetz zu sehen und somit im Lebensabend voll zu versteuern.

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Markus Hahn – Versicherungsexperte

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