Fragen & Antworten zur Zahnzusatzversicherung

Auf Experte24 finden Sie umfangreiche Informationen zum Thema Zahnzusatzversicherung. Falls trotzdem noch Unklarheiten bestehen, haben wir hier noch einmal die häufigsten Fragen zusammengefasst und verständlich beantwortet.

Sollten dennoch noch Fragen offen sein, nehmen Sie gerne persönlich Kontakt mit uns auf.

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FAQ für Haftpflichtversicherungen

Erhöht sich der Beitrag für Erwachsene in den Folgejahren nach Vertragsabschluss?

Während bei Kindern und Jugendlichen der Versicherer üblicherweise zum 16. und zum 21. Lebensjahr eine Anpassung der Beiträge für eine Zahnzusatzversicherung vornimmt, haben erwachsene Versicherungsnehmer nicht mit einer Erhöhung in den Folgejahren zu rechnen. Der Abschluss einer solchen Zusatzversicherung lohnt somit besonders im frühen Erwachsenenalter, da hier die versicherungstechnischen Risiken noch sehr gering ausfallen und ein günstiger Beitrag vom Versicherten über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg gezahlt werden kann. Dennoch ergeben sich Situationen, in denen die Versicherung eine Abänderung des Beitrags anregt, vorrangig gekoppelt an eine Änderung des Leistungsspektrums. Dies kann z. B. nötig werden, wenn der Gesetzgeber neue Regelung für die Kostenübernahme bei Zahnbehandlungen erlässt und die Versicherungen hierauf bei der Ausgestaltung auch bereits bestehender Tarife eingehen muss. Die Veränderung der Beiträge, die sowohl nach oben als auch nach unten erfolgen kann, muss in solchen Fällen nicht automatisch vom Versicherten hingenommen werden, stattdessen wird diesem bei einer entsprechenden Ankündigung ein Sonderkündigungsrecht von i. R. vier Wochen vertraglich eingeräumt.

Erhöht sich der Beitrag für Kinder in der Zahnzusatzversicherung im Laufe der Jahre?

Die Änderungen der Beitragshöhe bei Zahnzusatzversicherungen für Kinder sind bei fast allen Versicherungen üblich und werden zum 16. sowie zum 21. Lebensjahr vorgenommen. Bei dieser Regelung handelt es sich um eine Prozedur, die marktüblich ist und daher bereits in den Versicherungsverträgen für Kinder auftaucht. Dies bedeutet, dass die Ankündigung der Versicherung zur Abänderung von Leistungen bzw. der Beitragshöhe nicht ein Sonderkündigungsrecht mit sich bringt, da entsprechende Anpassungen durch den Versicherungsvertrag bereits vorgesehen sind. Die Anpassung der Beiträge zu den genannten Zeitpunkten muss nicht mit einer Beitragserhöhung eingehen, vielmehr sind die Versicherungen dazu angehalten, mit ihren Tarifen präzise auf die Risiken von Behandlungsmaßnahmen im Kinder- und Jugendalter einzugehen. Minderjährige nehmen sehr häufig Leistungen eines Kieferorthopädens zur ästhetischen oder medizinisch notwendigen Gestaltung ihres natürlichen Gebisses in Anspruch, die Kosten für Behandlungen und Hilfsmittel sind in jungen Jahren für die Versicherung entsprechend groß. Da ab dem 21. Lebensjahr seltener mit derartigen Eingriffen zu rechnen ist, kann die festgelegte Anpassung von Leistungen und Beiträgen daher auch günstiger für den Versicherten ausfallen.

Gibt es Ermäßigungen für Familien oder Erwerbstätige im öffentlichen Dienst?

Wie in den Volltarifen der PKV existiert auch in den Zusatztarif kein Pendant zur Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkassen. Wer als größere Familie ein Interesse daran hat, die Zahngesundheit von Eltern und Kindern abzusichern, wird für jedes Familienmitglied einen eigenen Vertrag aufsetzen müssen und somit auch separate Beiträge entrichten müssen. Die Regelung ist bei allen Krankenversicherern etabliert und mit der Tatsache begründet, dass jedes Familienmitglied ein eigenes Risiko mit seiner individuellen Zahngesundheit darstellt, das es individuell abzusichern gilt. Selbiges gilt auch für Beamte und andere Erwerbstätige im öffentlichen Dienst, deren Zahngesundheit nicht mehr oder weniger gut sein dürfte als bei einem Angestellten oder Selbstständige. Rabatte oder besondere Tarifmodelle für Beamte sind daher nicht im Angebot der Versicherer. Aufgrund der individuellen Risikobewertung dürfte es sich gerade für Familien lohnen, verschiedene Versicherungen kennenzulernen und bei diesen eine individuelle Tarifierung anzufragen. Nicht selten lohnt es sich, unterschiedliche Familienmitglieder bei unterschiedlichen Versicherungen abzusichern.

Gibt es neben dem Zahnzusatztarif auch Tarifmodelle für Brillen oder den Heilpraktikerbesuch?

Die Vielfalt an Zusatzversicherungen der deutschen Krankenversicherer ist groß und bietet weitaus mehr Leistungen als die Absicherungen von Zahnersatz oder prophylaktischen Maßnahmen. Da sich auch Volltarife der PKV modular zusammensetzen und zahlreiche Leistungselemente nach dem Baukastensystem nach Kundenwunsch zusammengestellt werden können, lassen sich viele dieser Einzelelemente als Zusatztarife von gesetzlich Versicherten abschließen. Zu den beliebtesten Tarifen zählen neben dem Zahnzusatzschutz der Abschluss einer privaten Pflegeversicherung, die Kostenübernahme für Brillen und andere Sehhilfen sowie die Hinzunahme von Leistungen, die von Heilpraktikern und anderen alternativen Medizinern erbracht werden. Viele dieser Leistungselemente gehören nicht mehr zu den Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkassen und werden hier auch nur noch selten auf freiwilliger Basis als Zusatzleistungen angeboten. Bevor man sich für den Abschluss einer oder mehrerer Zusatztarife entscheidet, sollte der individuelle Bedarf genau überdacht werden, um eine passgenaue Absicherung der eigenen Gesundheit zu erhalten.

Soll vor angeratenen kieferorthopädischen Behandlungen ein Zahnzusatzschutz abgeschlossen werden?

Auch wenn Leistungen im Bereich Kieferorthopädie grundsätzlich bei vielen Tarifmodellen mit in den Zahnzusatzschutz eingeschlossen werden können, dürfte es schwierig sein, bereits angeratene Maßnahmen auf diese Weise zu versichern. Wie bei allen Versicherungstarif im gesundheitlichen Bereich gilt das Ausschlussprinzip für Behandlungen und Symptome, die bereits im Moment der Antragsstellung vorlagen. Sollte also bereits ein Kieferorthopäde besucht worden sein und hat dieser in klarer Weise verschiedene Behandlungen angeraten, ist dies bei der Gesundheitsprüfung bei der Antragsstellung anzugeben. Ein Verschweigen lohnt in keinem Fall, da die Kontaktaufnahme zwischen Versicherungen und den behandelnden Ärzten vor Abschluss eines Vertrags in vielen Fällen üblich ist. Dass es doch zu einer Absicherung kieferorthopädischer Leistungen bei einer Feststellung der Notwendigkeit kommen kann, hängt auch vom Zeitrahmen ab. So kann ein Kieferorthopäde gewisse Behandlungen zwar nahelegen, diese können jedoch Jahre oder Jahrzehnte bis zu ihrer Durchführung Zeit haben. Dies wird auch von vielen Versicherungen entsprechend berücksichtigt, der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung mit ergänzenden, kieferorthopädischen Leistungen wird in diesem Fall möglich.

Warum sollte eine Zahnzusatzversicherung überhaupt abgeschlossen werden?

Im Vergleich zu anderen gesundheitlichen Risiken muss jeder Bundesbürger damit rechnen, früher oder später sein natürliches Gebiss einzubüßen und durch einen hochwertigen Zahnersatz ersetzen zu müssen. Die Regelleistungen, die von den gesetzlichen Krankenkassen für Zahnbehandlungen ebenso wie im Bereich Zahnersatz geboten werden, decken jedoch nur einen sehr geringen Teil der tatsächlich entstehenden Kosten ab. Bereits für eine einfache Füllung in jungen Jahren wird durch die Krankenkasse lediglich eine Kostenübernahme für Amalgam geboten, Kunststoff und andere Materialien müssen aus privater Tasche teuer gezahlt werden. Da im späteren Leben Kronen, Brücken oder eine umfangreiche Sanierung des eigenen Gebisses schnell einen vier- oder sogar fünfstelligen Eurobetrag erreichen können, ist die Suche nach einer finanziellen Alternative sinnvoll. Eine Zahnzusatzversicherung stellt eine solche Alternative dar, die in jungen Jahren abgeschlossen nur wenige Euro im Monat kostet und langfristig die Kostenbelastung im Bereich Zahnmedizin für den einzelnen Patienten reduziert. Teure Zuschüsse zu den Regelleistungen der Krankenkassen können so immer wieder an die Versicherung weitergegeben werden.

Warum ist es sinnvoll, eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen?

Der Abschluss einer solchen Zusatzversicherung ist vorrangig aus finanziellen Gründen sinnvoll, da hochwertiger Zahnersatz und umfassende Behandlungsmaßnahmen von Zahnärzten und Kieferorthopäden mit teuren Zuzahlungen für den einzelnen Patienten verbunden sind. Als Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse werden für zahlreiche Leistungen, die über die gesetzlichen Regelleistungen hinausgehen, Zuzahlungen durch den Patienten nötig. Diese stellen bereits in jungen Jahren eine finanzielle Belastung dar, mit steigendem Lebensalter und der Anfertigung von Brücken oder Inlays wird schnell der vierstellige Eurobereich für eine umfassende Behandlungsmaßnahme erreicht. Im Vergleich zu diesen Kosten lässt sich eine Zahnzusatzversicherung bereits mit wenigen Euro im Monat finanzieren, so dass über Jahre und Jahrzehnte hinweg klare Einsparungen gegenüber den teuren Zahnbehandlungen und den Ausgaben für hochwertigen Zahnersatz erzielt werden. Wer noch über ein intaktes, natürliches Gebiss verfügt und dieses bis ins hohe Alter erhalten möchte, profitiert zudem von speziellen Tarifvarianten, mit denen ein Schwerpunkt auf den Bereich Prophylaxe gesetzt werden kann.

Wie sind die Kündigungsfristen in der Zahnzusatzversicherung?

Die Kündigungsfristen bei einer Zahnzusatzversicherung orientieren sich an den Fristen vieler Versicherungssparten und sind vertraglich festgehalten, üblich ist eine Frist von drei Monaten. Die Kündigung ist frist- und formgerecht bei der Versicherung einzureichen, d. h. neben Einhaltung der genannten Kündigungsfrist ist der Kündigungswunsch schriftlich anzuzeigen und vom Versicherungsnehmer zu unterschreiben. Abweichend von der genannten Frist kann ein Sonderkündigungsrecht mit einer Dauer von vier Wochen eingeräumt werden, wenn es zu entscheidenden Änderungen im Vertragsverhältnis kommt. Diese werden von der Versicherung angekündigt und können z. B. die Abänderung des Leistungsspektrums oder die Erhöhung des monatlich zu zahlenden Beitrags bedeuten. Ist dies der Fall und der Versicherungsnehmer ist nicht mit den neuen Konditionen einverstanden, kann er binnen vier Wochen und somit früher als üblich das Vertragsverhältnis aufkündigen. In jedem Fall ist bei einer Kündigung zu überlegen, ob ein anschließender Schutz für die eigenen Zähne Sinn ergibt, der mit besseren Leistungen oder zu niedrigeren Beiträgen bei einer anderen Versicherung erhalten werden kann.

Welche Rolle spielt die sogenannte GOZ bei der Zahnzusatzversicherung?

Die GOZ, ausführlich Gebührenordnung für Zahnärzte, bezeichnet einen Leistungskatalog, der für sämtliche Kieferchirurgen und Zahnärzte zum Einsatz kommt. In der GOZ sind sämtliche Leistungen und Behandlungsmaßnahmen aufgeführt, die im beruflichen Alltag dieser Berufsgruppen anzutreffen sind, ebenso wie die Kosten, die hierfür bei der Abrechnung bei der gesetzlichen Krankenkasse angegeben werden können. Die GOZ ist für sämtliche Ärzte verbindlich und schenkt dem einzelnen Patienten die Sicherheit, für gleiche Leistungen bei unterschiedlichen Zahnärzten auch die gleichen Kosten entrichten zu müssen. Nicht alle Leistungen, die in der GOZ aufgeführt sind, werden als sogenannte Regelleistungen in ihren Kosten vollständig von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Sollte es für verschiedene Behandlungsmaßnahmen zu höheren Kosten kommen, hat ein Patient diese entsprechend aus seinem privaten Vermögen zu entrichten. Die Alternative ist der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung, damit der private Versicherer die verbleibenden Kosten ganz oder zu einem großen Teil übernimmt. Die Leistungsstärke der Tarife wird im Regelfall durch Faktoren zum Ausdruck gebracht, Premium-Tarife stellen die bis zu 3,5-fache Kostenübernahme orientiert an den Basiswerten der GOZ in Aussicht.

In welcher Höhe wird Zahnersatz maximal erstattet?

Eine Begrenzung der gebotenen Leistungen für Zahnersatz ist sowohl bei den gesetzlichen Krankenkassen wie privaten Versicherern zu finden. Die Begrenzungen erfolgen dabei auf unterschiedliche Weise, das starre System der gesetzlichen Krankenversicherung leistet für Zahnersatz in jedem Fall nur die Kostenübernahme für sogenannte Regelleistungen. Beispielsweise kann bei einer klassischen Füllung der Kassenpatient lediglich die Kostenübernahme für das Füllmaterial Amalgam erwarten, hochwertigere Füllungen sind aus dem privaten Tasche zu zahlen. Wer diese Kosten nicht selbst tragen möchte, leistet mit dem Abschluss einer privaten Zahnzusatzversicherung den richtigen Beitrag, allerdings zahlen auch die privaten Versicherungsunternehmen nicht unbegrenzt für Zahnersatz und weitere Leistungen. Üblich ist die Arbeit mit sogenannten Summenbegrenzungen, der Versicherer übernimmt somit vertraglich festgelegte Maximalbeträge innerhalb eines Kalenderjahres. Bei nahezu allen Tarifmodellen hat sich eine gestaffelte Erhöhung der Summenbegrenzungen etabliert, je länger ein Versicherter Mitglied bei seiner Versicherung ist, um so höhere Erstattungen kann er demnach erwarten. Im Angebot der verschiedenen Tarifmodelle einer Versicherung sollte gezielt auf die Summenbegrenzung im ersten Jahr und ihre weitere Entwicklung geachtet werden.

Lässt sich mit Parodontose eine Zahnzusatzversicherung abschließen?

Die Parodontose gehört zu den schlimmsten Zahnkrankheiten in der Bundesrepublik, wobei diese Form der Zahnfleischentzündung bis zum Verlust von gesunden Zähnen führen kann. Wer unter Parodontose leidet und entsprechende Behandlungskosten an eine private Zahnzusatzversicherung weitergeben möchte, wird im Regelfall nicht bei akutem Vorliegen dieser Erkrankung aufgenommen. Generell ist es beim Abschluss von Versicherungen mit gesundheitlichen Leistungen ausgeschlossen, dass eine Kostenübernahme für Erkrankungen und Symptome erfolgt, die im Moment der Antragsstellung vorlagen. Wer die Behandlung von Parodontose in eine Zahnzusatzversicherung mit einschließen möchte, sollte demnach beschwerdefrei sein und sich dies auf Anfrage auch von einem Zahnarzt bestätigen lassen können. Ist diese Situation nicht gegeben, sollte selbst noch einmal Geld in Behandlungs- und Prophylaxemaßnahmen gestellt werden, um hiernach gute Aussichten auf eine Gewähr des Versicherungsgesuchs zu erhalten. Seit einigen Jahren werden seltene Tarife ohne Gesundheitsprüfung angeboten, bei diesen lässt sich der Versicherer der Verzicht auf die gesundheitliche Kontrolle durch sehr hohe Beiträge allerdings teuer bezahlen. Eine Einwilligung in diese Vertragskonditionen bleibt daher genau abzuwägen.

Können nach Jahren bessere Leistungen ohne erneute Gesundheitsprüfung vereinbart werden?

Grundsätzlich ist es bei vielen Tarifen und Versicherungen möglich, den gebotenen Schutz nach Jahren oder Jahrzehnten zu ergänzen. Dies kann z. B. durch eine Veränderung der eigenen Zahngesundheit nötig werden, die so in der Vergangenheit nicht abgeschätzt werden konnte und nun durch bessere Versicherungsleistungen abgesichert werden sollen. Grundsätzlich kann auch der Verzicht auf Leistungen angestrebt werden, beispielsweise um einen mittlerweile zu hohen Versicherungsbeitrag abzusenken. Natürlich lassen sich die beiden Wünsche auch dadurch erreichen, dass ein alter Vertrag gekündigt und zu einem neuen Versicherer gewechselt wird. In allen genannten Fällen eines angestrebten Tarifwechsels ist es üblich, dass der Versicherte einer erneuten Gesundheitsprüfung unterliegt und so bei einem deutlich höheren Lebensalter mit höheren Beiträgen rechnen muss. Nur sehr wenige Tarife in Deutschland verzichten auf die Gesundheitsprüfung vor dem Vertragsabschluss, sind hierdurch jedoch erheblich teurer als klassische Tarifmodelle. Unabhängig von einer solchen Prüfung hat der Versicherte beim Wechsel in ein neues Tarifmodell beim gleichen Versicherer allerdings nicht erneut die sonst üblichen Wartezeiten zu erfüllen.

Können fehlende Zähne in einem Zahnzusatztarif mitversichert werden?

Diese Frage wird von sämtlichen Versicherungen in Deutschland auf eigenständige Weise beantwortet und macht die Analyse verschiedener Tarife besonders wichtig. Während bei manchen Versicherungen die Absicherung fehlender Zähne grundsätzlich möglich ist, verwehren andere Versicherer sogar das komplette Zustandekommen einer Zahnzusatzversicherung, sofern der Antragsteller nicht mehr über zwei oder drei Zähne in seinem natürlichen Gebiss verfügt. In letzteren Fall geht der Versicherer abhängig vom Alter des Patienten davon aus, dass bereits früh im Leben eine mangelnde Qualität des natürlichen Zahnmaterials vorliegt und eine Absicherung des Restgebisses ein zu großes Risiko darstellt. Andere Versicherungen gehen differenzierter mit dieser Frage um. Sollte z. B. keine akute Notwendigkeit bestehen, vor kurzem verlorene Zähne zu ersetzen und die fehlenden Zähne bereits seit vielen Jahren nicht mehr zum natürlichen Gebiss gehören, sehen manche Versicherungen hierdurch das Absicherungsrisiko nicht erhöht. Unabhängig von der Gewähr eines Antrags sollte der Versicherungsnehmer allerdings damit rechnen, dass für jeden fehlenden Zahn mit einer geringen Erhöhung des Monatsbeitrags zu rechnen ist.

Sollten fehlende Zähne oder Lücken mitversichert werden?

Die Absicherung von bereits fehlenden Zähnen gehört nicht zu den Standardtarifen der meisten Versicherer in Deutschland hinzu, viele schließen sogar explizit einen Vertragsabschluss aus, sofern beim Antragsteller eine zu große Zahl von natürlichen Zähnen fehlen sollte. Diese Versicherungen schätzen das Risiko der individuellen Absicherung für zu hoch ein, da hier bereits in einem frühen Lebensabschnitt natürliches Zahnmaterial fehlt. Bei manchen Tarifen wird es allerdings möglich, durch einen Zusatzbeitrag vorhandene Lücken im Gebiss mit abzusichern. Ob sich dieser finanzielle Mehraufwand lohnt, ist individuell zu überdenken, viele Versicherte machen dies vor allem von der Position der fehlenden Zähne abhängig. Gerade im vorderen Bereich wünschen sich viele Versicherte aus Gründen der Ästhetik früher oder später die Kostenübernahme für ansprechenden Zahnersatz, für Backenzähne lassen sich hingegen meist diese zusätzlichen Kosten einsparen.

Was wird als höherwertige Versorgung bezeichnet?

Die Bezeichnung höherwertige Versorgung ist bei vielen Behandlungsmaßnahmen der Zahnärzte und Kieferorthopäden anzutreffen, wodurch diese von den sogenannten Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkassen abgegrenzt werden. Mit diesen Regelleistungen stellt das deutsche Gesundheitssystem sicher, dass jeder Patient unabhängig von seinen finanziellen Möglichkeiten eine grundlegende Versorgung in der Zahnmedizin erhält. Hierzu gehören z. B. die Entfernung von Karies und Zahnstein, das Einsetzen von Amalgamfüllungen sowie die Durchführung elementarer Wurzelbehandlungen. Eine höherwertige Versorgung geht über diese Grundlagen hinaus und bringt daher auch höhere Kosten mit sich, die vom Patienten selbst zu übernehmen sind. Beispielsweise für eine höherwertige Versorgung sind Füllungen aus Kunststoff oder Keramik, Inlays aus Gold oder Porzellan, hochwertige Zahnprothese sowie umfangreiche Behandlungen im Bereich der Kieferorthopädie. Gerade bei umfangreichen Maßnahmen einer höherwertigen Versorgung sind drei- oder vierstellige Eurobeträge zu bezahlen, von denen die gesetzlichen Krankenkassen lediglich den Anteil der Regelleistungen übernimmt. Das Abschließen einer Zahnzusatzversicherung lohnt in diesem Fall, um Leistungen der höherwertigen Versorgung nicht aus dem privaten Vermögen zahlen zu müssen.

Was bedeutet professionelle Zahnreinigung und werden die Kosten hierfür übernommen?

Eine professionelle Zahnreinigung ist eine besondere Maßnahme zur Säuberung von Zähnen und Zahnfleisch, die ausschließlich von einem Zahnarzt oder Kieferorthopäden durchgeführt werden kann. Eine solche Zahnreinigung wird aus medizinischer Sicht ein- bis zweimal pro Jahr angeraten, um Schwachpunkte der täglichen Zahnreinigung auszugleichen und die Qualität des natürlichen Zahnmaterials zu erhalten. Selbst beim Einsatz von Zahnbürste und Zahnseide bleiben verschiedene Bereiche eines Zahns für den Menschen nur schwer erreichbar, in den Zwischenräumen sowie den Zahnfleischtaschen ist das Risiko zur Ansammlung von Bakterien besonders hoch. Mit speziellen Reinigungsgeräten sorgt der Zahnarzt auch hier für gesunde Zähne und ein kräftiges Zahnfleisch, allerdings werden die Kosten für die professionelle Zahnreinigung nicht durch die gesetzliche Krankenkasse übernommen. Die Absicherung über eine private Zahnzusatzversicherung ist möglich, wobei viele Tarife eine Begrenzung der Kosten pro Kalenderjahr vorgeben. Die Kosten für eine professionelle Zahnreinigung liegen zwischen 50 und 150 Euro, Standardtarife der privaten Zahnzusatzversicherung bieten die Kostenübernahme für wenigstens eine professionelle Reinigung pro Jahr.

Was ist unter Regelleistungen zu verstehen?

Der Begriff Regelleistungen bezieht sich auf den Leistungskatalog des gesetzlichen Gesundheitssystems in Deutschland und fasst alle medizinischen Leistungen zusammen, die als Grundversorgung der Bevölkerung anzusehen sind. Unabhängig vom Einkommen und anderen persönlichen Faktoren stellen die Regelleistungen sicher, dass jeder Bundesbürger auf eine grundlegende, medizinische Versorgung vertrauen kann. Der Begriff umfasst somit nicht alleine die Bereiche Zahnmedizin und Kieferorthopädie, sondern ist auch in anderen medizinischen Fachgebieten zu finden. Zu den Regelleistungen in der Zahnmedizin gehören nach dem gesetzlichen Leistungskatalog das Entfernen von Karies, Parodontose und Zahnstein, das Einsetzen von Füllungen aus Amalgam oder die Durchführung von Wurzelbehandlungen. Über den Regelleistungen ist die sogenannte höherwertige Versorgung anzusiedeln, unter die z. B. Zahnfüllungen aus Kunststoff oder Inlays aus Gold fallen. Für diese kann nicht mehr mit einer Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse gerechnet werden, so dass bei Inanspruchnahme solch sinnvoller Leistungen die Kosten aus eigener Tasche zu zahlen sind. Eine Alternative stellt lediglich der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung dar, um preiswerter Leistungen in Anspruch nehmen zu können, die keine Regelleistungen sind.

Welche Zahnfüllungen werden bezahlt und welche Kostenunterschiede gibt es?

Für den Ersatz von natürlichem Zahnmaterial ergeben sich eine Reihe von Möglichkeiten zur Füllung, nicht für jede Art von Füllung werden die Kosten durch die gesetzliche Krankenkasse übernommen. Zu den Zahnfüllungen, die unter die Regelleistungen fallen, gehören ausschließlich die Materialien Amalgam und Zement, wobei letzteres und provisorisch zum Einsatz kommt und noch einigen Wochen oder Monaten durch ein anderes Füllmaterial ersetzt werden muss. Amalgam ist hierbei die Standardlösung und wird von den Krankenkassen übernommen, steht jedoch seit vielen Jahren immer wieder in der Kritik, selbst Schäden für die Gesundheit hervorzurufen. Wer sich bei Füllungen für eine höherwertige Versorgung entscheiden möchte, hat die Wahl zwischen den Materialien Kunststoff, Keramik sowie hochwertigen Metallen wie Gold oder Titan. Keramik- und Kunststofffüllungen sind wegen ihrer hellen und dem natürlichen Zahnmaterial ähnlichen Farbe geschätzt, Gold und Titan bringen einen höheren Wert und eine längere Haltbarkeit mit sich. In all diesen Fällen muss der einzelne Patient jedoch Zuzahlungen leisten, da diese Füllmaterialien nicht unter die Regelleistungen des gesetzlichen Gesundheitssystems fallen.

Welche Leistungen bietet die GKV im Bereich Zahnersatz?

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen im Bereich Zahnersatz sind nur sehr begrenzt. Die Entfernung von Karies wird komplett übernommen, als Füllmaterial für die entstandenen Löcher bezahlt die GKV jedoch nur Zement und Amalgam in vollem Umfang. Das Metall Amalgam ist dabei eine dauerhaft Lösung, während Zement meist nur für wenige Wochen oder Monate zum Einsatz kommen kann. Für sämtliche hochwertigen Varianten im Bereich Zahnersatz, also z. B. Füllungen aus Kunststoff, Keramik oder Gold muss der Patient Zuzahlungen aus eigener Tasche leisten. Auch bei hochwertigen Implantaten und Zahnbrücken sowie Kronen aus Gold oder Porzellan ist nicht mit einer Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung zu rechnen. Je nach Umfang und Wert der Prothese entstehen schnell drei- oder vierstellige Beträge, die der Patient privat finanzieren muss. Die Zahnzusatzversicherung stellt eine Möglichkeit dar, um die beschränkten Regelleistungen der Krankenkassen preiswerter auf privater Basis abzusichern.

Welche Zahnfüllungen gibt es?

Im Wesentlichen sind Zahnfüllungen aus Zement, Amalgam, Keramik, Kunststoff und hochwertigen Metallen wie Titan oder Gold voneinander abzugrenzen. Zement stellt die preiswerteste der genannten Materialien dar, ist als Zahnfüllung jedoch nur begrenzt haltbar und spätestens nach wenigen Monaten durch ein anderes Material zu ersetzen. Amalgam ist unter den verbleibenden Materialien die günstigste Alternative, weshalb Füllungen aus Amalgam auch zu den Regelleistungen der deutschen Krankenkassen gehören und standardmäßig als Füllmaterial eingesetzt werden. Keramik und Kunststoff sind die etwas hochwertigeren Varianten, die vorrangig wegen ihrer hellen Farbgebung geschätzt werden und so dem zu ersetzten Zahnmaterial im Aussehen sehr ähnlich sind. Gold oder Titan sind eher auffällig und werden vorrangig im hinteren Bereich des Gebisses eingesetzt, überzeugen mit ihrem hohen Wert jedoch durch Stabilität und die längste Haltbarkeit im Vergleich zu den anderen Füllmaterialien. Die Kosten für eine Füllung werden von der Krankenkasse lediglich für Zement und Amalgam im vollen Umfang übernommen, in den anderen Fällen muss der Patient die Kosten privat mittragen oder diese bei einer bestehenden Zahnzusatzversicherung an den Versicherer weitergeben.

Welche Leistungen können bei einer Zahnzusatzversicherung überhaupt abgesichert werden?

Abgesehen von individuellen Einschränkungen und Risikofaktoren sind bei einer privaten Zahnzusatzversicherung letztlich sämtliche Maßnahmen abzusichern, die in der modernen Zahnmedizin und Kieferorthopädie eine Rolle spielen. Hierzu gehören die Kostenübernahme für zahlreiche Zahnbehandlungen, für hochwertige Füllungen aus Keramik oder Gold oder für Brücken, Kronen und andere Prothesen im hochwertigen Bereich. Auch Behandlungen bei einem Kieferorthopäden können für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene abgesichert werden, letztlich gibt es Tarife mit einem Schwerpunkt auf dem Bereich Prophylaxe, um den Zustand eines natürlichen und gesunden Gebisses bis ins hohe Alter zu erhalten. Bei einem Vertragsabschluss werden üblicherweise alle Leistungen ausgeschlossen, die sich auf aktuell vorliegende Beschwerden und Symptome beziehen. Festgestellt wird dies im Rahmen einer Gesundheitsprüfung, die Teil des Versicherungsantrags ist und abklärt, ob aktuell Erkrankungen und Beschwerden vorliegen. Eine Absicherung von bekannten Krankheitsbildern und Symptomen wird bei vielen Versicherern weiterhin möglich, wenn diese nicht akut die Gesundheit gefährden. Die Tarife der Zahnzusatzversicherungen gestalten sich mit all den oben genannten Elementen sehr vielfältig und reichen in ihren Kostenübernahmen vom Basis- bis zum Premiumschutz.

Welche Leistungen sollte eine gute Zahnzusatzversicherung bieten?

Die Frage lässt sich nur schwierig pauschal beantworten, da jeder Bundesbürger eine eigene Vorstellung von einem umfangreichen Versicherungsschutz hat und unterschiedliche Gesundheitsrisiken in einen Vertrag mit hineinbringt. Jenseits persönlicher Vorlieben haben sich allerdings gewisse Standards durchgesetzt, die eine gute Zahnzusatzversicherung in jedem Fall erfüllen sollte. Hierzu gehören die Kostenübernahme für höherwertige Füllungen aus Keramik oder Kunststoff, die Bezahlung von Kronen, Brücken und anderen hochwertigen Prothesen sowie die Übernahme von Kosten für verschiedene Behandlungen der Kieferchirurgie. Zudem kann es sich lohnen, umfassende prophylaktische Maßnahmen in den eigenen Versicherungsschutz mit hineinzunehmen und hier einen Schwerpunkt im Vergleich zum Zahnersatz zu setzen. Dies lohnt sich vorrangig dann, wenn der Versicherungsnehmer noch relativ jung ist und über ein gesundes Zahnmaterial verfügt. Mit starken Leistungen im Bereich Prophylaxe lässt sich die Zahngesundheit mit dem richtigen Tarifen über einen langen Zeitraum hinweg aufrechterhalten, teurer Zahnersatz muss so in vielen Fällen lebenslang nicht erworben werden.

Werden Kunststofffüllungen bezahlt?

Grundsätzlich gehören Füllungen aus Kunststoff nicht zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkasse und werden daher in ihren Kosten nicht übernommen. Eine Ausnahme kann der umfangreiche Zahneinsatz im Frontalbereich des natürlichen Gebisses darstellen, da hier aus ästhetischen Gründen nicht Amalgam verwendet werden sollte. Im Wesentlichen hat der Patient für den allergrößten Teil seiner Kunststofffüllungen selbst einen finanziellen Anteil zu zahlen, da die gesetzliche Krankenkasse ausschließlich den Kostenanteil übernehmen, der beim Einsetzen von Füllungen aus Amalgam anfällt. Wer als gesetzlich Versicherter fürchtet, immer wieder neue Füllungen zu benötigen und hierbei nicht auf Amalgam vertrauen zu wollen, kann mit dem Abschluss einer Zahnzusatzversicherung sparen. Bereits in Standardverträgen der Versicherungen ohne große Sonderleistungen ist die Kostenübernahme für Füllungen aus Kunststoff etabliert, wodurch sich der gesamte oder ein größerer Anteil der Kosten für diese Füllungsart einfach an den Versicherer weitergeben lässt.

Wie wirken sich Wartezeiten und Summenbegrenzungen auf die Leistungen aus?

Die in einem Vertrag zur Zahnzusatzversicherung festgelegten Leistungen stehen dem Versicherungsnehmer im Grunde stets mit zwei kleineren Einschränkungen zur Verfügung, die sich zwischen den einzelnen Versicherungsgesellschaften unterscheiden und bei der Tarifanalyse somit genau überprüft werden sollten. Zum einen haben sich Wartezeiten etabliert, d. h. Leistungen können nicht direkt ab dem Tag des Versicherungsbeginns in Anspruch genommen werden. Der Versicherer will zunächst seine Abschlusskosten mit den ersten Beiträgen des Versicherten decken bzw. erst einmal eine grundlegende Einnahme von diesem erhalten, bevor er Leistungen erbringt. Die Dauer der Wartezeit ist vertraglich festgelegt und beträgt üblicherweise zwischen drei und zwölf Monaten, wobei kürzere Wartezeiten natürlich den Versicherten begünstigen. Zudem existieren bei faktisch allen Verträgen Summenbegrenzungen, d. h. die Versicherung zahlt innerhalb eines Jahres nur für Behandlungen, Zahnersatz und Prophylaxemaßnahmen bis zu einem gewissen Gesamtwert. Je länger ein Versicherungsnehmer seine Zahnzusatzversicherung führt, umso höher fällt die Summenbegrenzung aus – die Staffelung lässt sich ebenfalls den Vertragsbedingungen entnehmen.

Wieso sind in den ersten Vertragsjahren Summenbegrenzungen hinzunehmen?

Summenbegrenzungen sorgen in den ersten Jahren dafür, dass die Versicherung bei einem Zahnzusatzvertrag lediglich die Kosten bis zu einem bestimmten Gesamtvolumen übernimmt, wobei dieser begrenzende Wert nach einem gestaffelten Modell im Laufe der Jahre ansteigt und letztendlich entfällt. Die Einführung der Summenbegrenzungen hat versicherungstechnische Gründe und stellt die gebotenen Leistungen mit den Beitragseinnahmen durch alle Kunden im Bereich der privaten Zusatzversicherungen in Verhältnis. Würden die Leistungen einer Zahnzusatzversicherung von Beginn an in einem unbegrenzten Rahmen angeboten, würden sich die meisten Bundesbürger erst dann für den Vertragsabschluss entscheiden, wenn sich diese in einem fortgeschrittenen Alter befinden und Leistungen zeitnah benötigt werden. Dies würde für die Versicherungen ein zu großes, finanzielles Risiko darstellen, die aufzubringenden Leistungen wären so bei jedem Versicherten in den ersten Jahren größer als die Beitragseinnahmen. Um diese dennoch von Beginn an auf einem fairen und überschaubaren Niveau zu halten, hat sich die Versicherungsbranche für die Alternative der Summenbegrenzungen entschieden.

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